18.06.2012, 18:21

Südfrankreich Mann erschießt zwei Polizistinnen mit Dienstwaffe

Ein Mord an zwei Polizistinnen erschüttert Frankreich: Ein Betrunkener hatte die Frauen nach einem Handtaschenraub erschossen. Eines der beiden Opfer ist Mutter zweier Kinder.

Nach einem Handtaschenraub hat ein offenbar betrunkener Mann in der Nacht zum Montag in Südfrankreich zwei Polizistinnen mit ihrer Dienstwaffe erschossen. Präsident François Hollande sprach von einem "Drama", das sich gegen die Republik selbst richte. Der mutmaßliche Täter wurde kurz nach den Schüssen auf die beiden 29 und 35 Jahre alten Frauen festgenommen.

"Die Einzelheiten, die uns vorliegen, deuten darauf hin, dass er die Schüsse abgab", sagte der Staatsanwalt der südfranzösischen Stadt Toulon, Xavier Tarabeux. Der polizeibekannte Maurer soll einer Frau in der Ortschaft Collobrières bei Toulon die Handtasche geklaut haben.

Der Mann der Bestohlenen klingelte daraufhin bei dem mutmaßlichen Dieb und lieferte sich mit ihm einen hitzigen Streit. Als kurz darauf die beiden Polizistinnen eintrafen, prügelte sich der Mann mit den Frauen.

Er schlug die eine Polizistin nieder, riss ihre Dienstwaffe an sich und tötete damit die 35-jährige Mutter zweier Kinder. Ihre 29 Jahre alte Kollegin konnte zunächst entkommen. Der Todesschütze stellte der Frau jedoch nach und erschoss auch sie, bevor er mit seiner Freundin floh. Nach intensiver Suche nahm die Polizei das Paar fest.

Die beiden wurden in Polizeigewahrsam genommen, äußerten sich aber zunächst nicht zu der Tat. Ein Barbesitzer berichtete, der Mann seit bereits am frühen Abend betrunken gewesen. Die Polizeigewerkschaft SGP Police-FO sprach von einem "feigen Mord". Innenminister Manuel Valls legte am Ort des tödlichen Angriffs zwei Blumenkränze nieder.

(AFP/sara)
Bleiben Sie informiert:
Die Berliner Morgenpost in sozialen Netzwerken.
Folgen Sie uns auf Twitter