12.06.12

Berlin

Polizei veröffentlicht Fotos von "Waldjunge Ray"

Er soll seit Jahren mit seinem Vater fernab der Zivilisation gelebt haben: der "Waldjunge Ray". Nach dem Tod des Vaters tauchte er in Berlin auf. Noch immer gibt es keine Spur, woher der Junge stammt.

Sein Schicksal machte Schlagzeilen und rührte viele Berliner, sein Gesicht aber kannte bisher niemand: Am 5. September 2011 erschien ein junger Mann im Roten Rathaus in Berlin-Mitte und bat um Hilfe. Der Jugendnotdienst nahm sich seiner an und dort erzählte der junge Mann, der zwischen 16 und 20 Jahren alt sein soll, in englischer Sprache eine aufsehenerregende Geschichte: Er heiße Ray und habe fünf Jahre lang mit seinem Vater Ryan im Wald gelebt.

Nach dessen Tod im August 2011 habe er ihn in einer Grube unter Steinen beerdigt und sei etwa zwei Wochen lang nach Norden gewandert, bis er Berlin erreichte. Sein Geburtsdatum benannte er mit dem 20. Juni 1994, auch den Namen seiner Mutter erwähnte er. Sie heiße Doreen und sei ebenfalls tot, nach einem Autounfall verstorben. Acht Monate nach seinem Auftauchen ist diese Geschichte weder widerlegt noch verifiziert. Die Suche nach dem verstorbenen Toten blieb ohne Ergebnis.

Suche in der Öffentlichkeit

Und so haben sich die Berliner Behörden nun dazu entschlossen, "Ray" ein Gesicht zu geben, um seine Identität zu klären, zumal es offenbar große Zweifel am Wahrheitsgehalt der abenteuerlichen Geschichte gibt. Die Berliner Polizei veröffentlichte in Absprache mit dem Jugendamt Tempelhof-Schöneberg nun erstmals zwei Bilder, auf denen der Junge zu sehen ist, ebenso Abbildungen der Dinge, die er bei seinem angeblichen Auftauchen aus dem Wald bei sich führte.

Es sind ein Zwei-Personen-Zelt der Marke Freetime Alpes 2, ein Schlafsack der Marke Outwell, einen schwarzen Rucksack der finnischen Marke "Kaikkialla" sowie zahlreiche saubere Bekleidungsstücke, darunter Winterbekleidung, dabei. Um den Hals trug Ray eine goldfarbene Kette mit dem Anhänger "D", angeblich der Anfangsbuchstabe des Namens seiner Mutter "Doreen".

Der junge Mann spricht fließend Englisch und einige Worte Deutsch, Lesen und Schreiben bereiteten ihm offenbar ebenfalls keine Probleme. Über Städte, Regionen oder Länder, in denen er und sein Vater angeblich waren, machte der Jugendliche keine Angaben. Laut der Polizeisuchmeldung ist er 1,80 Meter groß, hat blonde mittellange Haare, blaue Augen und einen athletischen Körperbau.

Zähne, Fingernägel und Hände waren zum Zeitpunkt seines Erscheinens gepflegt. Derzeit lebt der Junge in einer Einrichtung für betreutes Wohnen, dazu steht er unter Vormundschaft. Ungewöhnlich an dem Fall: Weder im In- noch im europäischen Ausland wurde "Ray" bisher als vermisst gemeldet.

Denkbar ist laut dem Berliner "Tagesspiegel", dass das Kind aus einer belastenden oder gar traumatischen familiären Situation weggelaufen ist und selbst keine Erinnerungen mehr hat. Viele offene Frage also, auf deren Beantwortung die Polizei nun hofft. Hinweise werden in jeder Polizeidienststelle entgegen genommen.

Fotos von den Gegenständen zeigt die Polizei im Internet unter www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/371400/index.html

Quelle: DW/BM/krott
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Unglück in Moskau Total-Chef stirbt bei Kollision mit Schneepflug
Afghanistan Terroranschlag in Kabul auf Armeebus
Ukraine Panik bei Pressekonferenz in Donezk nach Explosion
DJ Hardwell Holländer zum zweiten Mal bester DJ der Welt
websiteservice.jpg
Websiteservice

Sie machen Ihr Business. Wir Ihre Websitemehr

Timetraveller.jpg
Timetraveller

Mit der Morgenpost und Timetraveller Geschichte erlebenmehr

Top Bildershows mehr
Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Lichterglanz

Berlin erstrahlt beim "Festival of Lights"

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote