Voodoo zur EM
Stich dem Deutschen eine Nadel ins Bein
Der Spot eines Sportwettenanbieters mit einer Voodoo-Puppe sorgt in Österreich für Empörung. Dabei wird eine Figur beim Elfmeter mit Nadeln malträtiert. Sie trägt eine Deutschlandfahne auf dem Shirt.
Das Püppchen ist in ganz Österreich zu sehen. Und es fällt auf. Wegen der Deutschlandfahne auf dem T-Shirt – und wegen der Nadeln, die im Körper stecken. "Sie haben es in der Hand!", steht auf Plakaten neben der Puppe, darüber der Name eines Sportwettenanbieters. Er wirbt damit für sein Programm zur Fußball-EM.
Wozu genau die Voodoo-Puppe taugt, erklärt ein Fernsehspot: Er zeigt einen Fußballspieler im Trikot der deutschen Nationalmannschaft, der sich vor Schmerzen krümmt. Bereits beim Singen der Hymne greift er sich an die Schulter, mitten in einem Spiel gegen die Niederlande stürzt er plötzlich, zuletzt vergibt er sogar den Elfmeter. Schnitt. Ein Mann im Unterhemd sitzt vor dem Fernseher, in der Hand hält er das Püppchen vom Plakat und eine Nadel, mit einem Grinsen sticht er ihm ins Bein.
Sofortige Einstellung gefordert
Die Kampagne beschäftigt inzwischen auch den österreichischen Werberat. Denn das Püppchen ist das umstrittenste Werbesujet des Jahres. 53 Beschwerden sind bereits eingegangen.
"Menschenverachtend" nennt ein Beschwerdeführer die Kampagne und fordert die sofortige Einstellung: "Ich geniere mich für ein Land, in dem solche Sujets affichiert werden dürfen." "Diskriminierend" sei sie, schreibt ein anderer auf der Internetseite des Werberats: "Den Aufschrei hierzulande möchte ich nicht erleben, falls so eine Kampagne jemals in Deutschland laufen würde, mit Österreich als 'Feindbild'."
Die Firma sieht die Sache gelassen: Wer nicht in der Informationsflut untergehen wolle, müsse eben polarisieren, sagte ein Sprecher dem Branchenmagazin "Horizont".
Das Püppchen ist übrigens auch in Deutschland zu sehen. In dieser Werbeversion trägt es aber ein T-Shirt in Orange mit einer niederländischen Flagge. Bisher liegt nur eine einzige Beschwerde beim deutschen Werberat vor.


















