07.06.12

Kartendienst

Google zeigt Großstädte jetzt mit "Wow"-Effekt

Es sind Bilder, die die Kinnlade runterklappen lassen: Google hat für seinen Kartendienst "Maps" zahlreiche Großstädte aus der Luft fotografiert – und zu beeindruckenden 3D-Modellen zusammengesetzt.

Foto: DAPD

Google hat einen neuen Weg gefunden, dreidimensionale Karten von der Welt anzulegen.

6 Bilder

Fünf Tage vor dem Start einer Apple-Konferenz in San Francisco hat Google Verbesserungen bei seinen Internet-Kartendiensten angekündigt. Bei der Nutzung von Geodaten für mobile Geräte hat der Suchmaschinen-Konzern bislang eine führende Stellung. Es wird aber erwartet, dass Apple die bisherigen Google-Maps auf iPhone und iPad durch einen eigenen Dienst ersetzt.

Zu den Neuerungen bei Google gehören 3D-Darstellungen von Großstädten in der Mobilversion des Satellitenbild-Dienstes Google Earth, wie der zuständige Manager Brian McClendon in San Francisco mitteilte. Bis Ende des Jahres sollen zahlreiche Metropolregionen mit einer Bevölkerung von insgesamt 300 Millionen Menschen in dreidimensionalen Ansichten erkundet werden, vor allem in den USA, aber auch in Europa.

Google investiere "viel Herzblut in (...) Karten, die buchstäblich die ganze Welt abbilden, die immer präziser werden und dabei einfach zu nutzen sind", schrieb McClendon im Firmenblog.

Einen Beitrag zu größerer Genauigkeit der geografischen Daten sollen auch die Nutzer leisten: Dazu hat Google 2008 die Software Map Maker entwickelt, welche die einfache Erfassung und Übermittlung von Kartendaten ermöglicht. Diese ist nun auch in Südafrika und Ägypten verfügbar und wird in den nächsten Wochen in zehn weiteren Ländern eingeführt, darunter Österreich, Belgien, Dänemark, Liechtenstein, Luxemburg und die Schweiz. Deutschland soll im Sommer folgen.

Auf Handys mit dem Google-System Android sollen die digitalen Karten künftig auch offline verfügbar sein, etwa wenn in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Internetverbindung vorhanden ist. Diese Funktion soll in den nächsten Wochen in mehr als 100 Ländern eingeführt werden. Für den Panoramadienst Google Street View kündigte das Unternehmen einen "Trekker" an, eine Kamera in einem Spezialrucksack, die auch außerhalb von Straßen Ansichten der Umgebung aufnimmt – als Beispiel nannte McClendon den Grand Canyon.

Gegen das Fotografieren des Internet-Konzerns hatte es vor allem in Deutschland auch große Widerstände gegeben. So legten Hunderttausende Widerspruch gegen die Veröffentlichung ihrer Häuser in der "Street View"-Ansicht in Google Maps ein. Neben Google und Apple arbeitet auch Microsoft an einem vergleichbaren Kartendienst ("Bing Maps").

Quelle: dpa/cat/lw
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