28.03.12

Schiffbruch

Mann überlebt 30 Stunden im Golf von Mexiko

Eine Bohrinsel war die Rettung für den schiffbrüchigen Ken Henderson aus Texas. Der Mann war 30 Stunden im Meer geschwommen. Trotz seiner Rettung kam es aber zu einer Tragödie.

Von Ramit Plushnick-Masti
Foto: DPA
Boot im Meer
Nachdem sein Fischerboot gesunken war, trieb Ken Henderson 30 Stunden im Meer.

Ed Coen halluzinierte bereits, als sein Freund Ken Henderson das Seil durchschnitt, das sie verband. Stundenlang hatten die beiden Texaner da bereits verzweifelt versucht, sich über Wasser zu halten, nachdem ihr Fischerboot vor der texanischen Küste im Golf von Mexiko gesunken war. "Das Wasser war so kalt, dass es einem die Luft abschnitt", sagt Henderson hinterher.

Am Donnerstagmittag waren er und Coen aufgebrochen und hatten bereits ein paar Stunden gefischt, als sie ein Leck am Schiff entdeckten. Wasser strömte ein, in kürzester Zeit war die neun Meter lange Nussschale gesunken.

Freund hielt nicht durch

Über den Bordfunk kam keine Antwort, das Handy war tot. Den Männern blieb nichts als ein paar Schwimmwesten und eine halbe Flasche Diät-Cola.

Den restlichen Tag und die halbe Nacht strampelten sie um ihr Leben und redeten über Gott und die Welt, um sich abzulenken. Als schließlich absehbar war, dass sein Freund nicht länger durchhalten würde, schwamm der ebenfalls stark geschwächte Henderson dann alleine weiter.

"Ich war zu dem Schluss gekommen, dass es entweder einer von uns nicht schaffen würde – oder wir beide", sagt er. Er schwamm zehn Stunden lang, müde, frustriert, deprimiert, ohne Orientierung. Nach insgesamt 30 Stunden im Wasser erreichte er schließlich eine Bohrinsel und war gerettet.

Weit abgetrieben

Dem Mann von der Küstenwache teilt er per Telefon die Nummer der Plattform mit, 633 A. Der kann kaum glauben, was er hört. "Ich war über 50 Meilen (80 Kilometer) von der Stelle entfernt, von wo aus wir in See gestochen waren", sagt Henderson.

Auf dem Schiff der Küstenwache ereilte ihn dann eine schreckliche Nachricht. Ein Fischer habe Coens Leiche gefunden. "Es hat sich angefühlt, als sei da draußen ein Teil von mir gestorben", sagt der Texaner.

Korrektur: In einer ersten Fassung haben wir im Vorspann Ed Coen und Ken Henderson verwechselt. Wir bitten um Nachsicht.

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