Eisglätte
Der Winter geht gnadenlos in die Verlängerung
Zwei Tote und viele Verletzte, das ist die knallharte Bilanz des heutigen Frühlingstages. In weiten Teilen Deutschlands mussten Autofahrer am Dienstag mit Schneeregen-, Schnee- oder Graupelschauern kämpfen. Und auch in den kommenden Tagen wird ein Tief das nächste jagen.
Ein 39-jähriger Autofahrer kam bei Blankenheim (Nordrhein-Westfalen) bei einem Unfall auf glatter Straße ums Leben, drei weitere Menschen wurden verletzt. Nach Polizeiangaben wollte der Unfallfahrer auf der B 51 ein anderes Auto überholen, geriet dabei ins Schleudern und stieß frontal gegen einen entgegenkommenden Lastwagen. Fahrer und Beifahrer des Lastwagens wurden schwer, der Fahrer des überholten Autos leicht verletzt.
Glatteis und Schneeregen führten auf Autobahnen in Brandenburg am Dienstagabend zu mehreren Unfällen. Auf der A 13 verunglückte ein Autofahrer zwischen Lanke und Finowfurt tödlich, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Frankfurt (Oder) mit. Der Abschnitt wurde gesperrt. Auch auf der A 15 und der A 11 gab es nach mehreren Unfällen Sperrungen.
Thüringens Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) erlitt bei einem Unfall am Montagabend ebenfalls leichte Verletzungen. Bei starkem Schneefall habe eine Windböe sein Fahrzeug auf der A 39 bei Nordhausen erfasst, teilte ein Ministeriumssprecher am Dienstag mit. Der Minister werde am Mittwoch wieder am Schreibtisch sitzen können.
In Mecklenburg-Vorpommern wurden drei Menschen bei einer Serie von Lastwagen-Unfällen schwer verletzt. In Schleswig-Holstein musste die Polizei zu mehr als 50 Glätte-Unfällen ausrücken. Dabei wurden nach Angaben der Leitstellen ein Dutzend Menschen verletzt. Meist endeten die Karambolagen jedoch glimpflich. In Hamburg kamen Linienbusse ins Rutschen, ein Fahrgast wurde verletzt.
Starke Schneefälle verwandelten weite Teile Südbayerns wieder in Winterlandschaften. Der meiste Schnee fiel nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes im Allgäu. So wurden in Oberstdorf in den niederen Lagen 22 Zentimeter Neuschnee gemessen, im Skigebiet am Nebelhorn (2224 Meter) waren es 40 Zentimeter. Lastwagen steckten auf den schneeglatten Straßen fest. Im Oberharz habe der Neuschnee zu mehreren leichten Unfällen geführt, sagte ein Polizeisprecher.
In Sachsen kam es auf der Staatsstraße 177 zwischen Rossendorf und Wünschendorf zu Unfällen, wie der Verkehrswarndienst mitteilte. Auch im Landkreis Mittelsachsen und im Erzgebirgskreis habe es Beeinträchtigungen gegeben.
Nach Angaben von Meteorologen wird der Frühling auch in den kommenden Tagen keine Chance haben. Nach dem Abzug von Tief "Herbert" beherrsche "Ingolf" am Mittwoch das Wettergeschehen, und am Donnerstag folge schon das nächste Tief.
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