20.07.2011, 12:00

Leichtsinn Tödlicher Unfall - Regenschirm spießt 14-Jährige auf

Ein 17-Jähriger hat in Delbrück versehentlich ein Mädchen getötet. Er schleuderte eine Schirmstange, die sich in den Brustkorb der 14-Jährigen bohrte.

Ein im Leichtsinn geschleuderter Regenschirm hat ein 14-jähriges Mädchen in Delbrück bei Paderborn (Nordrhein-Westfalen) getötet. Das tragische Unglück ereignete sich auf einem Schulhof, auf dem am Dienstagabend mehrere Jugendliche ihre Zeit verbrachten, berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft in Paderborn.

Ein 17-Jähriger hatte den bereits zerbrochenen Schirm geworfen, aber nach Zeugenaussagen nicht auf das Mädchen gezielt. Die Ermittler gehen von "einem folgenschweren Missgeschick und jugendlichem Leichtsinn" aus. "Nach dem Ergebnis der bisherigen Ermittlungen können keine Anhaltspunkte für ein vorsätzliches Tötungsdelikt gefunden werden", betonten sie. Die erste Annahme eines Unglücks habe sich durch die Vernehmungen und die Obduktion bestätigt.

Jugendlicher wollte Schirmstange auf Dach werfen

Der Schulhof der Grundschule in der ostwestfälischen Stadt ist ein beliebter Treffpunkt von Jugendlichen in der Freizeit. Am Dienstagabend spielten sie mit dem gefundenen Schirm, der dabei zu Bruch ging.

Der 17-Jährige wollte dann den Holzgriff mit einem Teil der Schirmstange auf das Schuldach oder gegen das Gebäude werfen. Das sagten die anderen Jugendlichen übereinstimmend. Das spitze Teil traf jedoch die 14-Jährige, die vor einer Tür saß, und bohrte sich in ihren Brustkorb.

Die Jugendlichen versuchten, Erste Hilfe zu leisten und riefen per Handy den Rettungsdienst. Die 14-Jährige wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Bielefelder Klinik geflogen. Dort starb sie kurz darauf.

Die Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zeugen, Schüler und Angehörige des Opfers wurden psychologisch betreut.

(dpa/sv)
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