07.05.08

Schulden

Hohenzollernprinz will im Altenheim arbeiten

Ferfried Prinz von Hohenzollern muss 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Denn mit dieser Auflage stellte ein Berliner Gericht ein Betrugsverfahren gegen den 65-Jährigen ein. Der Adlige hatte Anwaltsrechnungen nicht bezahlt. Nun will der Prinz als Altenpfleger arbeiten.

Foto: Barbara Dötsch
Ferfried Prinz von Hohenzollern
Lebt derzeit in Englang: Ferfried Prinz von Hohenzollern

Ferfried Prinz von Hohenzollern (65) will die von einem Berliner Gericht angeordnete gemeinnützige Arbeit am liebsten in einem Altenheim ableisten. Sein Mandant habe eine besondere Affinität, Älteren zu helfen, sagte Anwalt Axel Joch. Das Amtsgericht Berlin-Tiergarten hatte ein Betrugsverfahren gegen den 65-Jährigen eingestellt, als Auflage aber 150 Stunden gemeinnützige Arbeit in Deutschland festgelegt, sagte eine Gerichtssprecherin.


In dem Betrugsverfahren ging es um nicht bezahlte Anwaltsrechnungen in Höhe von ursprünglich rund 3500 Euro. Man hatte sich dann auf eine Summe von 1500 Euro geeinigt, doch auch die wurde nicht beglichen. "Das ist kein böser Wille, aber Ferfried Prinz von Hohenzollern kann es nicht", sagte der Anwalt. Der Insolvenzverwalter habe das Geld zur Begleichung der Forderungen nicht bewilligt, weil er keinen der Gläubiger bevorzugen dürfe.


Der derzeit in England lebende Prinz werde das Geld für den Flug bei seinem Insolvenz-Verwalter beantragen, sagte Anwalt Joch. Wenn der Prinz die gemeinnützige Arbeit nicht innerhalb von sechs Monaten antrete, werde das Verfahren neu aufgerollt, sagte die Gerichtssprecherin. Die gemeinnützige Arbeit wird von der Gerichtshilfe organisiert. "Mein Mandant ist guten Willens, den Einsatz zu machen", sagte Anwalt Joch. Der 65-Jährige mache ja auch einen gesunden Eindruck.


Nach Jochs Angaben seien persönliche Insolvenzverfahren in England sehr viel kürzer als in Deutschland. Er erwarte, dass der Prinz bis Ende dieses Jahres von seiner Restschuld befreit werde. "Dann ist er wieder wie neu".

Zum Prozess war der Enkel des letzten Königs von Sachsen am Dienstag nicht selbst erschienen, das Gericht hatte dies aber auch nicht angeordnet. Der Anwalt hatte nach eigenen Angaben dem Gericht den Vorschlag gemacht, eine Auflage zu erteilen, die seinen verschuldeten Mandanten keine Geldstrafe koste.

Der Hohenzollernprinz hatte wiederholt für Schlagzeilen gesorgt. Zuletzt war der deutsche Hochadel über Ferfried pikiert, als er 2006 die 28 Jahre jüngere Tatjana Gsell heiraten wollte. Doch die geplante TV-Hochzeit platzte.

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