Unglück
Erste Festnahmen nach Explosion in Albanien
Während in Albanien nach der Explosion in einem Munitionsdepot weiter nach Vermissten gesucht wird, hat die Polizei drei Unternehmer festgenommen. Sie sollen für das Waffenlager nahe der Hauptstadt Tirana verantwortlich gewesen sein. Die Zahl der Toten durch die Katastrophe ist inzwischen auf 17 gestiegen.
Nach den verheerenden Explosionen im albanischen Munitionslager Gerdec sind bis Dienstag drei Personen festgenommen worden. Die drei albanischen Unternehmer waren von einer US-Firma mit der Entschärfung alter Munition in dem Depot nahe der Hauptstadt Tirana beauftragt worden.
Die Zahl der offiziell bestätigten Todesopfer erhöhte sich auf 17. Es wird jedoch befürchtet, dass dies nicht die endgültige Bilanz sein wird. Bislang konnten die Rettungsmannschaften nicht in die Tunnel und Schächte der Entsorgungsanlage vordringen, in denen an die Hundert weitere Opfer befürchtet werden.
Durch die Detonationen waren im Umkreis mehr als 2000 Häuser zerstört oder stark beschädigt worden.
Etwa 300 Menschen waren bei dem Unglück am Samstag verletzt worden. Insgesamt 40 Mannschaften suchen auf dem Armeegelände und in den umliegenden Ruinen nach den weiterhin Vermissten. Die albanische Regierung ordnete am Dienstag Staatstrauer für die Opfer an.
Die Staatsanwaltschaft wirft den drei Festgenommenen vor, Vorschriften missachtet zu haben. Die US-Firma hat jede Verantwortung zurückgewiesen. Sie hatte vom Verteidigungsministerium den Auftrag erhalten, die Munitionsbestände aus der kommunistischen Zeit zu entschärfen. Regierungschef Sali Berisha nahm unterdessen den Rücktritt des Verteidigungsministers Fatmir Mediu an, der sein Amt aus "politischer, moralischer und professioneller" Verantwortung abgegeben hatte.
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