"Fanboys"
Nervige Jungs reden über Star Wars - sonst nichts
Dieser Film hätte ein hübsche, humorige Auseinandersitzung mit den oft absurden Auswüchsen jugendlichen Fankults werden können - wurde es aber nicht. Stattdessen muss der Zuschauer über eine Stunde lang dabei zuhören, wie vier Pubertäre in der Welt von Starwars aufgehen.
Von Barbara Schweizerhof
Heute kann man es sich kaum mehr vorstellen, weil der letzte "Star Wars"-Film 2006 eine generelle Erschöpfung nach dem Motto "Nun ist es aber wirklich genug!" hinterließ. Aber vor etwas über zehn Jahren noch gab es eine große Fangemeinde, die sehnsüchtig darauf wartete, dass "Star Wars - Episode 1" ins Kino kommt, jenes "Prequel", mit dem George Lucas nach über 15 Jahren Pause seine legendäre "Krieg der Sterne"-Serie fortsetzte.
In diese Zeit des Hoffens und Bangens versucht "Fanboys" seine Zuschauer zu versetzen und begeht damit schon den ersten Fehler: Man wird nicht gern daran erinnert, dass man Vorfreude für etwas empfand, das sich dann als aufgeblasene Enttäuschung herausstellte.
Die vier Freunde Eric, Linus, Hutch und Windows, die hier im Herbst 1998 zusammenkommen, ahnen von diesem Ausgang noch nichts. Sie sind Fans der hartgesottenen Sorte. Die Highschool haben sie schon hinter sich, aber über die Frage, ob Luke Skywalker etwas anderes als geschwisterliche Empfindungen für Prinzessin Leia hegte, könnten sie sich aufs Leben zerstreiten. Ein Satz wie "Niemand nennt Han Solo eine Hure" wird zu ihrem Kriegsschrei.
Die "Schlacht", in die die vier ziehen, ist eine typische Filmmission: Es stellt sich heraus, dass einer von ihnen so schwer erkrankt ist, dass er die Premiere der "Episode 1" nicht mehr erleben wird. Seine Freunde hecken nun den Plan aus, auf George Lucas' "Skywalker"-Ranch einzubrechen und eine vorläufige Kopie zu rauben.
Nun brauchen Komödien nicht unbedingt einen realistischen Plot, um zu funktionieren, aber eine gewisse Stimmigkeit hilft doch sehr. "Fanboys" verzichtet darauf leider ganz und greift stattdessen wahllos in die Formelkiste der gängigen Pubertätskomödien.
Ihr Trip zur Ranch wird für die Jungs eine Reise durch Ängste und Ressentiments: sei es der Zusammenstoß mit einer Gruppe ihnen verhasster "Star Trek"-Fans, eine Kneipe voll schwuler Biker oder willige Mädchen, die sich als Professionelle entpuppen - immer wieder müssen die Vier schreiend davonlaufen. Die tödliche Krankheit ihres Freundes spielt da eigentlich keine Rolle mehr.
Wer zu Beginn erwartet hat, dass hier einmal die Fankultur mit ihren absurden Auswüchsen durch den Kakao gezogen wird, muss bald enttäuscht feststellen, dass nichts nerviger ist, als ein Haufen Jungs, die nur über "Star Wars" reden können.
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