"17 Again"
Aufgewacht als jugendlicher Mädchenschwarm
Ein frustrierter Enddreißiger erwacht eines Morgens im Körper eines 17-Jährigen. Die zerrüttete Ehe und die Beziehung zu seinen eigenen Kindern, die von der Verwandlung nichts ahnen verlaufen von nun an in ungeahnten Bahnen. Klischee-Hollywood mit Sinn für Humor.
Von Patrick Heidmann
Dass Hollywood gerne an der Vergangenheit festhält, ist nichts Neues, sonst hätte man von Botox vermutlich nie gehört. Auf der Leinwand selbst sind es eher Körpertausch und Zeitreisen, die den Protagonisten den Wunsch von nochmaliger Jugend erfüllen - und ihm natürlich die eine oder andere sinnvolle Lektion erteilen.
Exakt diesem Muster folgend, erzählt auch "17 Again" keine neue Geschichte. Mike (Matthew Perry) ist mit 37 reichlich frustriert von seinem Leben. Im Job werden immer die anderen befördert, die Kinder zeigen kaum Interesse an ihm, und die Ehe mit Scarlett (Leslie Mann), für die er die Basketballlaufbahn an den Nagel hing, als sie schwanger wurde, liegt in Scherben. Doch das Schicksal nimmt seinen Wunsch, die Zeit noch einmal zurückzudrehen, allzu ernst - und so erwacht er eines Morgens im Körper eines Siebzehnjährigen (Zac Efron).
Was ihm dann bevorsteht, lässt sich schnell erahnen: Der junge Mike wird bald zum coolsten Kerl der High School, erlebt seine eigenen Kinder in einer ganz neuen Umgebung und nähert sich sogar wieder der nichts ahnenden Ehefrau an, die derweil auf den Scheidungstermin wartet und sich nicht zu erinnern scheint, wie ihr Gatte als Jugendlicher aussah.
Die Geschichte macht bei aller Vorhersehbarkeit zumindest hin und wieder Spaß. Denn sie bietet viel Potenzial für chaotische Verwechslungen, während gleichzeitig mit Zac Efron ein Jungstar im Zentrum des Geschehens steht, der in bester Tom-Cruise- und Michael-J.-Fox-Tradition gutes Aussehen, ein intuitives Gespür für Timing und echte Leinwandpräsenz verströmt. Dass Regisseur Burr Steers, der zuvor das wesentlich weniger gelackte Pubertätsdrama "Igby" inszenierte, das meiste aus dem Plot macht, kann man trotzdem nicht behaupten.
"17 Again" ist weder so charmant wie "Big" noch so bissig wie "Freaky Friday", sondern eher einfallslos und vor allem kreuzbrav. Statt auf Augenhöhe mit seinem Helden von überschäumenden Hormonen zu erzählen, predigt der Film aus erwachsener Perspektive Abstinenz vor der Ehe und Moralisches von Selbstrespekt und Familienglück. Das wirkt in einer Teenie-Komödie fehl am Platz - ist aber in Anbetracht des von Miley Cyrus und Efrons "High School Musical" geprägten, jungen Wertekonservatismus vielleicht doch ein Zeichen unserer Zeit.
USA 2009
102 min., ohne Altersbeschränkung
Regie : Burr Steers
Darsteller : Zac Efron, Matthew Perry, Leslie Mann, Michelle Trachtenberg, Thomas Lennon
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