Tierheim
Neue Unterkunft für Exoten
Meerkatzen, Papageien, Agamen: Immer mehr Tiere aus fernen Gestaden suchen ein neues Zuhause. Um die Raumnot zu lindern, muss ein weiteres gebäude her. Die Baukosten betragen eine Million Euro.
Das Tierheim Berlin plant eine Erweiterung. Noch im Frühsommer soll der erste Spatenstich für das Eine-Million-Euro-Projekt nach Entwürfen des Bremer Architekten Jürgen Köster erfolgen. Das Geld dafür soll jetzt über Spenden von Tierfreunden gesammelt werden. "Wir wollen ein Exotenhaus, einen Kinderbauernhof und ein großes Katzenfreigehege bauen", erläutert Tierheim-Sprecher Marcel Gäding die Pläne. Denn die Plätze im Tierheim sind rar – und das dauerhaft. Verzeichneten die Tierschützer früher saisonale Spitzen, etwa zu Weihnachten, so ist die Belegungsrate inzwischen gleichbleibend hoch.
400 Katzen, 230 Hunde und 270 Kleintiere warten derzeit am Hausvaterweg in Falkenberg auf eine bessere Zukunft. Bis vor kurzem, berichtet Gäding, lebten noch 600 Katzen im Tierheim. Und die "Maikätzchen" sind in diesem Jahr wegen der milden Witterung schon Ende März geboren worden. So gibt es im Mutterkatzenhaus bereits jetzt säugende Miezen.
"Immer häufiger nehmen wir auch Exoten auf", berichtet Gäding. Seit Dezember 2006 lebt die von der Polizei in Lankwitz aufgegriffene Meerkatze Benny im Tierheim, noch länger sind zwei Lisztäffchen dort. Bartagamen, Leguane, Schlangen und Wasserschildkröten werden inzwischen sogar in Baumärkten verkauft. Stellen die Käufer zu Hause fest, dass sie die interessant aussehenden Tiere nicht artgerecht halten können, landen auch sie häufig im Tierheim. "Spätestens mit Baubeginn werden wir eine Kampagne starten: Exoten gehören einfach nicht in Privathaushalte", sagt Marcel Gäding. Inzwischen sucht das Tierheim Paten für die drei Affen. Sämtliche Pläne, sie an einen Zoo oder ein Wildtiergehege abzugeben, sind gescheitert.
Der Neubau soll in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Hunde-Häusern entstehen und sich ihnen auch äußerlich anpassen. "Innen wird das Haus natürlich anders aussehen und auf die Bedürfnisse der Exoten abgestimmt", sagt Gäding. Der neue Kinderbauernhof soll gleichzeitig das Kleintierhaus entlasten, wo sich die Käfige zeitweise bis zur Decke stapeln. In diesem Zusammenhang mahnt Gäding kurz vor Ostern: "Lebendige Kaninchen sind nicht unbedingt ein passendes Ostergeschenk." Auch diese Tiere benötigten einen ausreichend großen Käfig und Auslauf.
Im Bauernhof sollen Großstadtkinder Landluft und den Umgang mit Ziegen und Schafen kennenlernen. "Im Katzenfreigehege wollen wir alte Katzen unterbringen", sagt Gäding. Derzeit beraten Wildtierbiologen den Architekten, der viele Tierbauten unter anderem für das Bremer Tierheim entworfen hat.


















