Zweite Liga

Union hat ein eisernes Rückgrat im Aufstiegsrennen

Dank Sebastian Polter, Felix Kroos und Stephan Fürstner besitzt Union eine Achse, die im Kampf um den Aufstieg sehr wertvoll sein kann.

Union-Stürmer Sebastian Polter (Mitte) war gegen Bielefeld zur Stelle, als er gebraucht wurde

Union-Stürmer Sebastian Polter (Mitte) war gegen Bielefeld zur Stelle, als er gebraucht wurde

Foto: Sport Moments/Gora / picture alliance / Sport Moments

Berlin.  Sebastian Polter (25) zählt sicher nicht zu den Lautsprechern beim 1. FC Union. Vor diesem Hintergrund ist die Einschätzung, die der Stürmer des Berliner Fußball-Zweitligisten nach dem guten Start in die Rückrunde (sieben von neun möglichen Punkte) gibt, durchaus offensiv. "Der größte Gegner sind wir selbst, wenn wir unsere Leistung nicht abrufen", sagte Polter.

Gegen Bielefeld (3:1) zeigten die Berliner, was in ihnen steckt. Allen voran ein Trio, das sich mehr und mehr als Achse für den Aufstieg präsentiert. Polter, Mittelfeldspieler Felix Kroos und Stephan Fürstner im defensiven Mittelfeld bilden das eiserne Rückgrat, welches der Mannschaft von Trainer Jens Keller erlaubt, mit erhobenem Kopf und breiter Brust eine Partie im Aufstiegsrennen zu bestreiten.

Gegen die Arminia setzten die Profis nahezu alles um, was der Trainer von ihnen verlangt hat. "Wir haben 30 Minuten volles Angriffspressing gespielt, das man besser kaum spielen kann", befand Polter. Treibende Kraft in diesem Kraftakt: Kapitän Kroos. Lauffreudig, wie man ihn in dieser Form noch nicht so oft bei Union gesehen hat, dazu stets der Blick für die Situation, die mit einem Querpass aufgelöst oder einem Steilpass forciert wurde, und vom Abschluss bei seinem herrlichen 20-Meter-Freistoß ganz zu schweigen – Kroos, der noch in der Winterpause deutlich machte, dass er von sich mehr erwarte, noch präsenter sein wolle, war gegen Bielefeld jener Spielgestalter, den es braucht im Aufstiegsrennen.

Kroos muss wegen Gelbsperre in Karlsruhe zuschauen

Selbst für ein taktisches Foul im Mittelfeld war der 25-Jährige sich nicht zu schade, um ein etwaiges Aufbäumen des Gegners gleich im Keim zu ersticken. Dass er dabei seine fünfte Gelbe Karte kassierte und nun am Sonntag in Karlsruhe zuschauen muss, "ist natürlich doof, gerade wenn man eine Phase hat, in der man gut drin ist", sagte Kroos.

Zufrieden sei er mit den ersten drei Spielen, mahnte jedoch – so wie es seine Art ist – zu Wachsamkeit: "Wir haben sicher nichts dagegen, wenn eine gewisse Euphorie aufkommt. Aber wir haben nur eine Chance, wenn wir jedes Mal mit unserer Leistung an die hundert Prozent kommen."

So wie zum Beispiel Stephan Fürstner am Sonntag. In Abwesenheit von Abwehrchef Toni Leistner (Gelbsperre) organisierte er Unions Defensive nach Ballverlusten. Wie immer ging er dabei mit seiner kompromisslosen Zweikampfführung voran, gab bei Ecken und Freistößen stets die letzte Absicherung. Eine Aufgabe, die Fürstner – wie er schon vor längerem anmerkte – liegt. Als Stabilisator im Mittelfeld findet der 29-Jährige, der in der vergangenen Saison bei Union nur dabei war statt mittendrin, zu jener Form, die man sich schon viel früher gewünscht hatte.

Polter ist "nicht zufrieden mit mir"

Apropos Form: Wer jetzt anmerkt, dass der Auftritt von Polter gegen Bielefeld noch nicht wirklich gut war, erhält Bestätigung – und zwar vom Stürmer selbst. "Ich war nicht zufrieden mit mir", gibt Polter unumwunden zu. Er habe zwar viele Zweikämpfe gewonnen, "hätte aber noch präsenter sein und die Bälle besser halten müssen". Und nach dem Seitenwechsel, als Union trotz des überraschenden Ausgleichs einfach unbeeindruckt weiterspielte, "muss ich mich mehr einbringen, damit ich noch mehr ins Pressing eingebunden bin".

Doch selbst wenn es noch nicht so läuft, stand Polter in der entscheidenden Situation genau dort, wo ein Stürmer stehen muss, um sein Tor zu machen. Zumal das 3:1 den Sieg gegen den Abstiegskandidaten auch wasserdicht machte. Oder wie es Polter erklärte: "Ich muss mich dann in die Situation bringen, um dreckige Tore zu schießen."

Dass Kroos, der "immer voran geht, auch in der Kabine" (Polter), dem Team fehlen wird, ist unbestritten. Doch Polter setzt auf den "starken Kader", den Union vorzuweisen habe: "Wenn wir unsere Leistung bringen, sind wir schwer zu bespielen und zu schlagen."

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