Union

Rekordspieler Parensen hofft auf neuen Vertrag

Michael Parensen löst Torsten Mattuschka als Union-Rekordspieler in Liga zwei ab. Droht nun sein Abschied wie einst der Klubikone?

Abwehrspieler Michael Parensen wechselte im Winter 2009 vom 1. FC Köln II zu Union

Abwehrspieler Michael Parensen wechselte im Winter 2009 vom 1. FC Köln II zu Union

Foto: Herbert Rudel / picture alliance / Herbert Rudel

Berlin.  Wirklich genießen konnte er seinen Rekord am Sonnabend noch nicht. "Zum Freuen ist es noch der falsche Zeitpunkt, das kommt dann in einem ruhigen Moment. Die Niederlage wirkt doch noch nach", gesteht Michael Parensen.

Das 0:3 bei Zweitliga-Spitzenreiter RB Leipzig vom Vorabend lässt die 162 Einsätze, die der Abwehrmann für den 1. FC Union in der Zweiten Liga absolviert hat, in den Hintergrund treten. "Leipzig hat große Klasse bewiesen, wir hatten einfach nicht die Möglichkeiten mitzuhalten", sagt Parensen. Das war von den durch acht Ausfälle geschwächten Köpenickern auch kaum zu erwarten gewesen.

Doch am freien Sonntag dürfte sich schon ins Bewusstsein des gebürtigen Westfalen drängen, dass er mit seinem Einsatz in Leipzig niemand Geringeren als Klub-Ikone Torsten Mattuschka verdrängt hat. "Das hätte ich mir so nicht träumen lassen", gab der 29-Jährige zu.

Erstes Derby ist in bester Erinnerung

Sein wichtigstes Spiel für Union? "Das erste Derby gegen Hertha (1:1, d. Red.) in der Alten Försterei ist schon eine schöne Geschichte", erzählt Parensen. Jener Sommer 2010, in dem er wegen einer Knie-OP lange pausieren musste, charakterisiert seine Zeit bei Union wohl auch am besten: Trotz aller Rückschläge – und davon gab es reichlich in sechseinhalb Jahren – kam er immer wieder zurück. "Es war damals mein erstes Spiel in der Saison. Zudem habe ich eine gute Stunde auf der Sechs gespielt, das war für mich damals noch etwas Neues."

Dass er seit geraumer Zeit immer wieder als einer der ersten genannt wird, die bei einer Veränderung des Kaders Platz machen müssten, will nicht zum bislang Erreichten passen. Schon vor einem Jahr stand Parensen am Scheideweg , ehe er im Mai doch einen neuen Vertrag erhielt. Dieser endet aber im Sommer.

Und dann? "Ich sehe das relativ relaxt, auch vergangene Saison habe ich ja erst spät verlängert. Ich kann nur versuchen, meine Chance zu nutzen und dem Trainer zu zeigen, dass ich die Qualität habe, weiter eine gute Rolle zu spielen."

Neue Konkurrenz im Sommer mit Gladbacher Lenz

So wie in den vergangenen Jahren. Ob links im Mittelfeld oder in der Abwehr, zentral im defensiven Mittelfeld oder als Manndecker – Parensen gilt stets als Vorbild an Einsatz. Seine Flexibilität macht ihn jedoch gleichermaßen wertvoll wie austauschbar. "Ich habe meine Spiele immer gemacht und bin überzeugt, dass ich auch in Zukunft meine Qualitäten einbringen kann. Vielleicht bin ich jetzt nicht der Spieler, der Spiele entscheidet. Aber ich bin mir sicher, dass ich der Mannschaft immer wieder etwas geben kann."

Entsprechend gelassen sieht er auch dem verschärften Konkurrenzkampf entgegen, der sich mit dem Noch-Mönchengladbacher Linksverteidiger Christoph Lenz in der nächsten Saison ergeben könnte.

Doch Parensen, der noch "zwei drei, Jahre richtig Gas geben" möchte, hat vorgesorgt. Im Herbst ist er mit seinem BWL-Fernstudium fertig. "Es war immer mein Ziel, nach dem Fußball etwas zu haben. Damit man nicht bis Ende 30 spielen muss, sondern irgendwann sagen kann: Jetzt ist die Zeit reif." Geht es nach ihm, kommen zu den 162 Zweitliga-Partien im Union-Trikot mehr als die noch möglichen zwölf aus dieser Saison hinzu. Momente, um seinen Rekordes genießen zu können, wird es dann genug geben.

Zur Startseite