Zweite Liga

Union tritt mit letztem Aufgebot bei RB Leipzig an

Union fährt zwar als bestes Rückrundenteam zum Zweitliga-Spitzenreiter. Doch die Köpenicker plagen massive Verletzungssorgen.

Im Hinspiel traf Sören Brandy mit einem Flugkopfball zur Führung für Union. Am Ende holte RB Leipzig noch einen Punkt

Foto: Annegret Hilse / picture alliance / dpa

Im Hinspiel traf Sören Brandy mit einem Flugkopfball zur Führung für Union. Am Ende holte RB Leipzig noch einen Punkt

Berlin.  Für viele mag es nur eine Momentaufnahme sein, doch an einem Fakt kommt man nicht vorbei, wenn es um die Partie des 1. FC Union am Freitag bei RB Leipzig (18.30 Uhr, Sky) geht: Das Ostduell ist ein echtes Spitzenspiel – klingt komisch, ist aber so. Die Köpenicker reisen als bestes Team der Rückrunde zum Primus der Zweiten Liga.

Von RB hat man dies erwarten können, nicht umsonst spricht Union-Trainer Sascha Lewandowski von einer "guten bis sehr guten Bundesliga-Mannschaft", auf die die Seinen am Freitag treffen werden. Aber dass die Unioner, die nach einer höchst unbefriedigenden Hinrunde im unteren Tabellendrittel festhängen, die Nummer eins der zweiten Halbserie sind – das ist erstaunlich.

Drei Siege und ein Remis dokumentieren die Fortschritte, die die Mannschaft gemacht hat. "Das ist ja auch mal eine Aussage", sieht sich Lewandowski in seiner Arbeit der kleinen Erfolgsschritte in den vergangenen Monaten bestätigt: "Sicherlich wäre es nach acht Spieltagen noch aussagekräftiger, aber es reicht aus, um eine gewisse Entwicklung ablesen zu können."

Ohne sieben Profis sehen, was möglich ist

Insofern könnten sich die rund 4500 Union-Fans, die sich auf den Weg nach Leipzig machen werden, auf ein gutklassiges Duell freuen – wenn da nicht die unglaubliche Verletzungsmisere wäre, die Union seit zwei Wochen begleitet.

So ist es auch der Coach selbst, der alle aufkommenden Hoffnungen bremst, Union könne personell den Leipzigern ebenbürtig sein. "Ich glaube schon, dass wir RB mit voller Besetzung vor große Probleme hätten stellen können", erklärte der Coach und kann sich ein bittersüßes Lachen im Anschluss nicht verkneifen: "So aber müssen wir mit dem vermeintlich letzten Aufgebot schauen, was möglich ist."

Union wird in Leipzig auf sieben Spieler verzichten müssen. Neben den langzeitverletzten Raffael Korte (Kreuzbandriss), Steven Skrzybski (Schulter) und Maximilian Thiel (Muskelfaseriss) sowie den Rekonvaleszenten Benjamin Köhler und Adrian Nikci werden auch Toni Leistner und Fabian Schönheim mit Muskelverletzungen im Oberschenkel definitiv ausfallen. Zu allem Überfluss ist auch der Einsatz von Felix Kroos wegen muskulärer Probleme stark gefährdet. "Ich habe zwar noch eine kleine Resthoffnung, gehe aber nicht davon aus, dass es reichen wird."

Nur nicht in der offensiven Qualität beschneiden

Selbst wenn, dann würde Union dennoch nur mit einer B-Elf beim Spitzenreiter antreten können. Neben Christopher Quiring, den zuletzt eine Angina stoppte, sind Jungprofi Leonard Koch sowie die Jugendspieler Lukas Lämmel und Cihan Kahraman Kandidaten für den 16er-Kader.

Wer nun glaubt, Union würde sich hinten einigeln, um nur ja keine deutliche Niederlage zu kassieren, ist im Irrtum. "Wir dürfen uns durch eine massierte Defensive nicht zu sehr in unseren offensiven Qualitäten beschneiden", sagte Lewandowski. Seine Mannschaft müsse bei Ballbesitz schnell aktiv werden und "in die Räume reinkommen. Unser Umschaltverhalten muss richtig gut sein", mahnte Lewandowski.

In der zweiten Halbzeit in Kaiserslautern (2:2) und gegen 1860 München (3:0) gelang dies den Union-Profis recht passabel. In beiden Partien kam die Mannschaft auch mit den Ausfällen gut zurecht. Das kann man als gutes Omen für das Duell in Leipzig nehmen, selbst wenn es komisch erscheinen mag.

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