Zweite Liga Der kleine Bruder von Toni Kroos spielt sich bei Union frei

Felix Kroos feiert seinen ersten Treffer für Union

Foto: Annegret Hilse / dpa

Felix Kroos feiert seinen ersten Treffer für Union

Mittelfeldspieler Felix Kroos zeigt schon in seinen ersten Auftritten für Union, warum sein Engagement für beide Seiten ein Gewinn ist.

Berlin.  Das ist doch – na klar ist er das. Man muss nicht zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass da ein Kroos im Trikot des 1. FC Union auf dem Rasen unterwegs ist. Zu sehr ähnelt Felix seinem älteren Bruder Toni, als dass man dies übersehen könnte: die Art, wie er über den Platz rennt, der immer auch ein Hauch des listigen Schleichens innewohnt; sein Verständnis für die Spielsituation, die er meist mit einem präzisen Pass zu nutzen weiß; und natürlich der Abschluss, überlegt und kaltschnäuzig, so wie beim Führungstreffer am Sonntag gegen 1860 München (3:0) .

Felix Kroos, das wurde bereits in den ersten beiden Zweitliga-Partien des Fußball-Jahres deutlich, ist eine deutliche Bereicherung für das Spiel der Köpenicker. Um so aufgeschreckter wird man, wenn der 24 Jahre alte Profi zur Pause in der Kabine bleibt. "Nur ein paar muskuläre Probleme", sagte Kroos. Und Sascha Lewandowski fügte hinzu: "Nichts Großes, nur eine Vorsichtsmaßnahme." Worte, die dokumentieren, für wie wichtig der Trainer die Bremer Leihgabe bis zum Sommer hält.

Dort, im defensiven Mittelfeld, will Felix endlich heraustreten aus dem Schatten seines zwei Jahre älteren Bruders. "Als eigenständige Person" will er wahrgenommen werden. Knüpft er an die bislang gezeigten Leistungen an, wird ihm zumindest ein großer Schritt in diese Richtung gelingen. "Felix hat eine klasse erste Halbzeit gespielt und vieles schon besser gemacht als noch in Kaiserslautern", sagte Trainer Lewandowski. Die fehlende Spielpraxis aus seiner Zeit als Bremer Reservist schwindet mit jedem Einsatz.

Die Bundesliga ist sein Anspruch

Kroos, dessen Anspruch natürlich nur die Rückkehr in die Bundesliga sein kann, möchte sich bei Union "persönlich weiterentwickeln". Dabei ist er schon weiter als so manch anderer Profi in seinem Alter.

"Er denkt immer einen Schritt voraus", erzählt Eroll Zejnullahu (21), der sich im defensiven Mittelfeld nun die Aufgaben mit Kroos teilt: "Mit seiner guten Technik hat er ein ausgezeichnetes Passspiel. Und mit seiner Ruhe am Ball bekommt man eine gewisse Sicherheit." Die 65 Bundesliga-Einsätze, die Felix Kroos bestritten hat, machen sich da bemerkbar.

Kroos denkt voraus, auch im Privaten. Seinen erstes Union-Tor widmete er seinem Hund Barney, indem er das Armband mit dessen Namen darauf küsste. Dem Hund, nicht seiner Freundin Lisa. "Ihr Armband ist kaputtgegangen", sagte Kroos. Na hoffentlich gab das am Valentinstag keine Verwerfungen mit seiner Liebsten? "Nein, nein, ich hatte ihr ja vorher schon Blumen geschickt", erzählte Kroos sogleich. Er denkt eben immer einen Schritt weiter.

Vater Roland war sein Jugendtrainer

Dass er es so weit bringen würde, ist angesichts seiner sportlichen Familie, nachvollziehbar. Vater Roland nahm ihn als Jugendcoach bei Hansa Rostock unter seine Fittiche. Zusammen mit seiner Frau Birgit, einst DDR-Meisterin im Badminton und danach Lehrerin für Sport und Biologie, ordnete er alles den Karrieren des Brüderpaares unter.

Mit Erfolg. Toni, von der Mutter liebevoll "Großer" genannt, ist längst Weltmeister und Champions-League-Sieger. Und Felix, der Jüngere, schickt sich bei Union an, endlich nicht mehr nur der Bruder des Weltmeisters zu sein. Womit er Union auch zu einer erfolgreichen Rückrunde verhilft.

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