1. FC Union Busk hat noch Luft nach oben – Haas aber auch

Unions neuer Torwart Jakob Busk kann die Niederlage gegen Dortmund nicht verhindern

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Unions neuer Torwart Jakob Busk kann die Niederlage gegen Dortmund nicht verhindern

Union-Trainer Lewandowski bemängelt nach dem Jubiläumsspiel gegen Dortmund erneut fehlende Konsequenz und hält die Torwartfrage offen.

Berlin.  Nur noch zehn Tage, dann beginnt für den 1. FC Union mit der Partie in Kaiserslautern wieder der Ernst des Zweitliga-Alltags. Nicht mehr allzu viel Zeit für Trainer Sascha Lewandowski, seine Fußball-Profis auf Vordermann zu bringen. Dass es noch einiges zu tun gibt, davon konnte man sich am Sonntag im Jubiläumsspiel der Köpenicker gegen Borussia Dortmund (1:3) überzeugen.

"Für ein Vorbereitungsspiel war schon vieles in Ordnung", sagte der Coach zwar. Die Laufleistung dürfte dazu zählen. Auch die Flexibilität, die die Elf nach nur wenigen Minuten zeigte, darf hinzugezählt werden. Lewandowski hatte mit einer Dreierkette beginnen lassen, jedoch sehr schnell auf die Variante mit vier Verteidigern auf einer Linie umgestellt. "In einem so schwierigen Freundschaftsspiel muss das erst einmal klappen. Das hat die Mannschaft gut gemacht", sagte der 44-Jährige.

Doch es war auch wieder die Defensive, die für Kopfschütteln sorgte, und das nicht nur beim Trainer. Speziell die beiden Gegentreffer nach der Pause durch den Ex-Herthaner Adrian Ramos trübten das Bild. "Beide Gegentore sind zu verteidigen", monierte Lewandowski: "Es war eine Abprallersituation, in der der Verteidiger nicht mit dem Mann mitgeht." Ein Problem, das ein stetiger Begleiter der Köpenicker in der laufenden Saison ist.

Trainer Lewandowski mit altem Problem konfrontiert

In Sachen fehlender Konsequenz stand die Abteilung Attacke ihren Hintermännern in nichts nach. "Mit etwas mehr Konsequenz in beiden Strafräumen hätte das Spiel einen anderen Verlauf nehmen können. Es ist ja kein neues Phänomen, dass uns die letzte Konsequenz manchmal etwas fehlt. Da werde ich auch weiter den Finger in die Wunde legen", machte Lewandowski deutlich. Bobby Wood oder Kenny Prince Redondo dürfen sich hier angesprochen fühlen. Oder wie der Trainer, der selbst in Testspielen eine Niederlage nur schwer verdauen kann, formulierte: "Wenn es nach der ersten Halbzeit unentschieden steht und die zweite Halbzeit so einen Verlauf nimmt, darfst du so ein Spiel nicht verlieren."

Das kann auch als leichte Kritik an den Torhütern Daniel Haas und Jakob Busk verstanden werden, die beide 45 Minuten im Kasten standen. "Beide haben ordentlich mitgespielt, aber die Leistung ist bei beiden auch noch ausbaufähig", so Lewandowski. Haas zeigte einige gute Paraden, ehe er sich doch noch mit einem Schuss in die kurze Ecke überraschen ließ.

Und Busk freute sich zwar über seinen Einstand in der Alten Försterei ("Es war eine großartige Atmosphäre und eine tolle Unterstützung"), kassierte jedoch zwei Treffer. Wobei ihn vor allem das 1:2 per Abstauber ärgerte: "Es ist immer nervig, so ein Scheißtor zu kassieren, wenn man vorher gut gehalten hat", sagte der dänische Neuzugang, der kurz nach seiner Verpflichtung seinen Anspruch auf den Platz im Union-Tor verkündet hatte. "Ich versuche, weiter hart zu arbeiten, um in eine gute Form zu kommen", gibt sich Busk kämpferisch.

Babelsberg statt Pardubice im Testspiel am Mittwoch

Trainer Lewandowski sieht die Torwartfrage völlig offen. Mit Haas, Busk und Mohamed Amsif ("Ich habe drei gute Torhüter, warum soll ich mich da beschneiden?") will der Coach (noch) keinen seiner Keeper ins Abseits stellen.

Um seine Entscheidung für eine Nummer eins zu fällen, bleiben Lewandowski noch zwei weitere Tests. Am Mittwoch empfängt Union den Regionalligisten SV Babelsberg im Bruno-Bürgel-Weg (14 Uhr). Die ursprünglich in Torgau gegen den FK Pardubice angesetzte Partie wurde wegen Unbespielbarkeit des Platzes dort abgesagt.

Schließlich kommt es am Sonnabend (17 Uhr) gegen den österreichischen Zweitligisten Austria Salzburg zur Generalprobe. Bis dahin sollten die vielen Baustellen geschlossen sein, will Union nicht mit einer Enttäuschung in Kaiserslautern beginnen.

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