Zweite Liga

Union hat seine Grenzen erreicht

Zweitligist Union muss sich in die Winterpause retten und braucht für das neue Jahr eine Auffrischung beim sportlichen Personal.

Union-Trainer Sascha Lewandowski (l.) und sein Co-Trainer Sebastian Bönig sind sich sicher: Für Union ist in diesem Jahr noch mehr drin

Foto: imago sportfotodienst / imago/Matthias Koch

Union-Trainer Sascha Lewandowski (l.) und sein Co-Trainer Sebastian Bönig sind sich sicher: Für Union ist in diesem Jahr noch mehr drin

Berlin.  Und dann kam das Thema, auf das Sascha Lewandowski nicht gleich eine Antwort parat hatte. Ob er bei der Ursachenforschung in Sachen inkonsequenter Verteidigung inzwischen an seine Grenzen stoßen würde, wurde der Trainer des 1. FC Union gefragt. Sein längeres Zögern – eigentlich eher untypisch für den Coach – lässt ein Nein als Antwort nicht zu.

Lewandowski schob nach dem Moment der Stille sofort hinterher: Das Eigentor von Michael Parensen "fällt aus dem Nichts heraus, das ist ein bisschen das Problem. Es kann aber nicht sein, dass die Standards alle gefährlich werden". Ansonsten habe er den Auftritt des Berliner Fußball-Zweitligisten – auch defensiv – als "wirklich gut" empfunden: "Gegen Bielefeld die Räume vernünftig zu bespielen, das muss man auch erst mal machen."

Das Remis gegen die Arminia, jenes 1:1 im letzten Heimspiel der Hinrunde, hat eines offenbart: Der Union-Jahrgang 2015/16 scheint am Ende seiner Lernfähigkeit angekommen zu sein. Wenn es einen Satz gibt, den Lewandowski nach jeder Partie zum Besten gibt, dann dieser: "In dieser Phase haben wir nicht konsequent genug verteidigt." Nachvollziehbar bei nun 27 Gegentreffern in 16 Spielen und zwölf Führungen, aus denen nur drei Siege resultierten.

Der Gegentor bringende Fehler als Konstante

Nahezu alles hat der 44-Jährige versucht. Die Viererkette. Die Dreierkette, die bei gegnerischem Ballbesitz auf fünf Abwehrspieler aufgestockt wird, wie gegen Bielefeld. Mal ein defensiver Mittelfeldspieler, zuletzt deren zwei. Die einzige Konstante in allen Maßnahmen bleibt der Fehler, der zum Gegentor führt.

Gegen die Arminia so bemängelte Lewandowski, hätte der Standard, in diesem Fall ein Eckball, verhindert werden können. "Wir müssen das Positive mitnehmen. Ich habe ja nach dem Paderborn-Spiel gesagt, auch ich muss umdenken und darf nicht zu kritisch werden", sagte Lewandowski. Also ein wenig Zufriedenheit nach einer insgesamt ordentlichen Leistung? "Nein", so Lewandowski, der verpasste Sieg steht über allem.

Für die Köpenicker heißt es jetzt, in den letzten Partien des Jahres in Freiburg (5.12.), Düsseldorf (12.12.) und gegen Sandhausen (18.12.) sich irgendwie in die Winterpause zu retten. Das wird schwer genug angesichts der Tabellensituation, die den Tabellen-13. trotz vier Spielen ohne Niederlage nicht vorankommen lässt. Im Gegenteil, der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 ist durch Düsseldorfs Sieg in Frankfurt (2:1) auf einen mageren Zähler zusammengeschmolzen.

Schönheim und Nikci werden ab Januar zurückerwartet

Fakt ist: Der Kader braucht für das neue Jahr definitiv eine Auffrischung. Unbelastete Spieler, die die Irrungen und Wirrungen der vergangenen Monate nicht miterlebt haben. Die während des Spiels nicht ständig in Sorge sind, dass die Führung doch wieder verspielt werden könnte.

Möglichkeiten dürfte es geben. Bajram Nebihi und Denis Prychynenko sind schon aussortiert. Was aus Christopher Quiring wird, der maximal noch Reservist ist und zuletzt zweimal gar nicht im Kader stand, ist ungewiss. Als Quasi-Zugänge werden die Langzeitverletzten Fabian Schönheim und Adrian Nikci ab Januar zurückerwartet.

"40 Punkte könnten in dieser Saison nicht zum Klassenerhalt reichen", sagte Offensivmann Maximilian Thiel. Der 1, FC Union hat nach 16 Partien erst 17 Zähler auf dem Konto.

Zur Startseite