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14.02.12

Zweite Liga

Madouni und Göhlert drücken bei Union die Bank

Die Innenverteidigung wird beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Union mehr und mehr zur Baustelle. Ahmed Madouni und Daniel Göhlert durften zuletzt wegen schwacher Trainingsleistung nicht in die Startelf.

© picture alliance / Matthias Koch/Matthias Koch
FC Hansa Rostock - 1. FC Union Berlin
Banklehre: Daniel Göhlert (l.) und Ahmed Madouni (r.) spielen in den Startelf-Planungen derzeit eine eher untergeordnete Rolle

Die Sorgenfalten an der Alten Försterei halten sich in diesen Tagen zweifelsohne in Grenzen. Anders als Lokalrivale Hertha BSC, der gerade durch eine Trainer- und auch Führungskrise schwer erschüttert wird, steht der Berliner Fußball-Zweitligist glänzend da. Und doch sind auch die Köpenicker nicht frei von Problemzonen.

Dass es sie gibt, mag man eigentlich gar nicht glauben, wenn man die Worte des Trainers hört. "Die Innenverteidiger liegen von ihren Qualitäten her ganz eng zusammen, das sind so minimale Unterschiede", sagte Uwe Neuhaus unlängst. Doch beim Blick auf das Quartett, welchem die Aufgabe zukommt, für die Absicherung im Abwehrzentrum zu sorgen, wird deutlich: Richtig reibungslos läuft es in der Innenverteidigung nicht bei Union.

Stichwort Ahmed Madouni. Der Algerier hinterlässt derzeit keineswegs jenen souveränen Eindruck, den man sich von ihm wünscht. Beim 4:0 gegen Dynamo Dresden musste er sogar mit einem Platz auf der Tribüne vorlieb nehmen – obwohl er eine Woche zuvor in Paderborn noch als die große Lösung aufgeboten worden war.

Im Gegensatz zu seinem Konkurrenten Christian Stuff habe Madouni "das verbale Plus", wie es Neuhaus nannte. Seine laute Art des Organisierens der Defensive, die man durchaus auch als mürrisch bezeichnen kann, habe den Ausschlag gegeben. Eine Begründung, die Stuff, der alle 19 Saisonpartien bis zur Winterpause von Beginn an bestritten hatte, nur bedingt gelten lassen wollte: "Ich denke, dass ich schon auch den Mund aufmache in diversen Situationen."

Schwache Trainingsleistung

Zwei schwere Patzer, die das 2:3 zum Auftakt des Punktspieljahres besiegelt hatten, und eine nicht ausreichende Trainingsleistung in der vergangenen Woche später spielte Madouni jedoch in den Planungen für Dresden keine Rolle mehr. "Er war natürlich nicht amüsiert", sagte Neuhaus: "Ich bezeichne das als eine ganz normale Sache. Wenn die Leistungen im Training nicht stimmen, dann findet er sich auf der Bank oder auf der Tribüne wieder." Statt Madouni spielte Stuff. Und der machte seine Sache gegen die Sachsen richtig gut. Zumal er, obwohl sieben Zentimeter größer als der mit 1,92 Metern schon nicht kleine Madouni, keineswegs so schwerfällig und hüftsteif wirkte.

Überraschte der Trainer mit Madouni in der Startelf für Paderborn, so tat er dies im Hinblick auf das Duell mit den Dresdnern mit Michael Parensen. Und diese Entscheidung darf schon als klares Signal an die Konkurrenten verstanden werden. Denn statt Parensen war eigentlich Daniel Göhlert als Ersatz für den erkrankten Christoph Menz erwartet worden; der 23-Jährige hatte mit einem Infekt zu kämpfen. Die Begründung des Coaches für diese Entscheidung ist mehr als bezeichnend. "Die Entscheidung ist mir nicht so schwer gefallen. Ich wollte einen schnellen Spieler für Mickael Pote in der Mannschaft haben", sagte Neuhaus. Und während der defensive Mittelfeldspieler Parensen seine Aufgabe erfüllte und mit 75 Prozent gewonnener Zweikämpfe sogar bester Unioner gewesen ist, durfte Göhlert erst in der Nachspielzeit doch noch ran. Eine Situation, wie sie für den Chemnitzer, der schon seit 2006 seinen Dienst in Köpenick tut, unbefriedigender nicht sein kann.

Verträge bis 2013

Es bleibt nach den Ereignissen der vergangenen Wochen festzuhalten: Die Perspektiven von Madouni, der sich nicht zum ersten Mal als Sicherheitsrisiko erwiesen hat, und auch von Göhlert, der sich schon seit Wochen auf dem Abstellgleis wiederfindet, sind derzeit beim 1. FC Union alles andere als rosig. In beiden Fällen riecht es mehr und mehr nach einem Anfang vom Ende wohl im kommenden Sommer. Dass die Verträge der beiden Defensivspieler jeweils noch bis zum Jahr 2013 laufen, ändert daran nichts. Ziel des Vereins ist es jedenfalls, sich Jahr für Jahr sportlich zu verbessern. Auch um in naher Zukunft doch einmal die Aufstiegsplätze zur Bundesliga angreifen zu können. Mit der Innenverteidigung ist die erste Baustelle längst eröffnet.

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