Trainingslager
Bei Union bleibt ein fader Beigeschmack
Eigentlich wollten die Unioner in ihrem dritten Testspiel die beiden Niederlagen zuvor wettmachen – doch es fand sich kein Gegner. So kehrt das Team am Montag ohne Erfolgserlebnis nach Berlin zurück.
Der Barbecue-Abend kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Zusammen mit ihren mit an die spanische Südküste gereisten Fans gönnten sich die Spieler des 1. FC Union im Trainingslager ein paar Stunden Abwechslung vom harten Trainingsalltag. Den Kopf frei bekommen, Kontakt zu Basis halten, einfach mal auf andere Gedanken kommen – für die Spieler des Berliner Fußball-Zweitligisten eine willkommene Abwechslung vom bislang schweißtreibenden Alltag, der aus zwei Übungseinheiten am Tag bestanden hatte. "Nach zweieinhalb Wochen mit zwei Trainingseinheiten am Tag sind unsere Spieler sichtbar müde – körperlich und auch vom Kopf her", sagte Trainer Uwe Neuhaus. Dass die Spieler ihren Anhängern außerdem Getränke im Wert von 500 Euro spendierten, trug sichtlich zur entspannten Atmosphäre bei.
Die Stimmung im Lager der Rot-Weißen kann jedenfalls durchaus als gut bezeichnet werden. Dabei lief es in den vergangenen Tagen an der Costa de la Luz jedoch bei weitem nicht so optimal, wie es sich die Verantwortlichen im Vorfeld vorgestellt haben. Zwar blieb die Köpenicker Reisegruppe von größeren Problemen verschont, dennoch sorgten immer wieder Kleinigkeiten für mehr oder weniger Missklang im Hotel Costa Vincci Golf, wo die Berliner seit vergangenem Montag Quartier bezogen haben.
Gegnersuche ohne Ergebnis
Erst entsprach der Trainingsplatz nicht den Ansprüchen, starker Regen hatte den Rasen total aufgeweicht. Dabei hatten sich die Unioner erstmals unter Trainer Neuhaus entschieden, einen Teil der Wintervorbereitung nicht in der Hauptstadt zu absolvieren. Und als brauchbare Verhältnisse hergestellt waren, musste der eine oder andere Spieler wegen Blessuren kürzer treten. Markus Karl zum Beispiel, der sich mit Adduktorenproblemen herumzuplagen hatte. Oder Kapitän Torsten Mattuschka, dem Knieprobleme zusetzten. Auch die Youngster Fabian Fritsche oder Maurice Trapp hatten sich zwischendurch mit Lauf- und Krafttraining begnügen müssen. Und Mittelfeldspieler Michael Parensen ist ohnehin gerade erst wieder von einer Sprunggelenksverletzung, zugezogen im letzten Spiel des vergangenen Jahres in Fürth, genesen.
Zu allem Überfluss ist auch noch das dritte geplante Testspiel geplatzt. Sonnabend wollte der Zweitligist seine Form für die am 3. Februar in Paderborn beginnende Restspielzeit noch einmal überprüfen. Ein Gegner ließ sich jedoch nicht finden. "Ich hätte gern noch ein Spiel gemacht, weil bis auf Michael Parensen wieder alle Akteure hätten spielen können", sagte Neuhaus. Damit ist nun klar, dass die Köpenicker am Montag ohne Erfolgerlebnis in die Hauptstadt werden zurückreisen müssen. Auch wenn man Testspiele sicherlich nicht überbewerten sollte, so hinterlassen das 0:3 gegen den spanischen Drittliga-Spitzenreiter Cadiz FC und das 2:4 gegen San Fernando CD, den Dritten der vierten Liga, schon einen faden Beigeschmack. Bevor es Anfang Februar also ernst wird, besteht nur noch einmal die Chance auf ein bisschen Wiedergutmachung: Am 29. Januar geht es in der Alten Försterei gegen den dänischen Zweitligisten AB Kopenhagen. Dennoch sieht Neuhaus die Seinen durchaus auf dem richtigen Weg, um dem sehr guten Jahr 2011 eine wenigstens ebenso gute zweite Saisonhälfte folgen zu lassen. "Ich habe eine leichte Steigerung im Vergleich zum Cadiz-Spiel gesehen", sagte der Coach nach der Niederlage gegen San Fernando.
Probespieler überzeugt wenig
Die Frage, wie es mit Probespieler Nana Attakura weitergeht, lässt sich hingegen nur schwer beantworten. Der kanadische Innenverteidiger, zuletzt bei den San Jose Earthquakes in der amerikanischen Major League Soccer aktiv, konnte bislang nicht so recht überzeugen. Der 23-Jährige soll dennoch bis zum Ende des Trainingslagers in Spanien bleiben. Ob die Zeit ausreicht, um sich für einen Vertrag bei Union zu empfehlen, ist allerdings höchst fraglich. In den beiden Testspielen fand er jedenfalls nur begrenzt Bindung zur Mannschaft.
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