Zweite Liga
Union rückt näher an Hertha heran – im Training
Nach dem ersten Training im neuen Jahr zeigt sich Trainer Neuhaus zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Die Spieler arbeiten hart, um dem Lokalrivalen Hertha nicht nur räumlich, sondern auch sportlich näher zu kommen.
Von Michael Färber
Mehr Symbolcharakter hätten die ersten Trainingsmeter, die die Spieler des 1. FC Union am Mittwochmorgen absolvierten, kaum haben können. Sicher, dass der Berliner Fußball-Zweitligist seinen Laktattest zum Trainingsauftakt 2012 in der Rudolf-Harbig-Halle in Ruhleben tief im Westen der Hauptstadt durchführte, hatte vor allem praktische Gründe: Auf dem üblichen Freiluft-Testgelände in der Köpenicker Wendenschlossstraße wäre die Gefahr einer Erkältung einfach zu groß gewesen. Und doch wurde beim Rundenlaufen unweit des Olympiastadions sowie des Trainingsgeländes von Bundesligist Hertha BSC deutlich: Union will sportlich näher an den Lokalrivalen heranrücken. Die Spieler untermauerten dies bei der ersten schweißtreibenden Einheit.
Zur Zufriedenheit des Trainers. "Alle sind durchgelaufen, das ist schon mal ein gutes Zeichen", sagte Uwe Neuhaus. Und nahm damit auch Christoph Menz ein wenig in Schutz, der das Laufprogramm etwas früher hatte abbrechen müssen; die Nachwirkungen seiner Operation am rechten Fuß, bei der Mitte Dezember ein Neurom entfernt wurde, forderten ihren Tribut. Die übrigen 25 Akteure – lediglich Michael Parensen (Außenbandanriss) und Maurice Trapp (Infekt) fehlten – zeigten jedoch vollen Einsatz, darunter auch die Jugendspieler Björn Jopek, Jonas Beyer, Oliver Oschkenat und Niklas Wiebach.
Im Niemandsland der Liga
Bis zum Punktspielstart am 3. Februar in Paderborn ist vor allem eines wichtig: die Wiederherstellung von Konzentration und Motivation. Denn angesichts des Tabellenstandes – Union liegt als Siebter mit 31 Punkten schon acht Zähler hinter den Aufstiegsplätzen und gar deren 17 vor der Abstiegszone – drohen die Köpenicker im Niemandsland der Liga zu versauern.
Das ist mit dem Ehrgeiz des Trainers jedoch nicht vereinbar. "Ich will die Leistungen aus der Hinrunde bestätigen. Bei jedem Platz, den es am Ende wieder nach unten geht, wäre ich ein Stückchen enttäuscht", sagte Neuhaus: "Statt Siebter Sechster werden, dann haben wir noch einmal eine richtig gute Halbserie gespielt." Der Coach hat die Übungseinheiten für die kommenden vier Wochen deshalb wie folgt ausgerichtet: "Jetzt werden wir im Ausdauer- und Kraftbereich viel arbeiten. Was die Grundlagen angeht, haben wir ja schon viel in die Urlaubstrainingspläne gesteckt. Dann steht schon der fußballerische Bereich im Trainingslager an, sicherlich auch Spritzigkeit und Schnelligkeit." Zudem sind zwei Testspiele geplant, eines im Rahmen des Aufenthalts an Spaniens Südküste (16. bis 23. Januar) gegen Cadiz FC, den Spitzenreiter der drittklassigen Segunda Division B (17. Januar), eines gegen einen noch nicht bekannten Gegner am 28. Januar.
Angesichts der harten Trainingstage (bis einschließlich Sonnabend geht es zwei Mal täglich zur Sache) ist nicht nur Kapitän Torsten Mattuschka froh, "dass wir zuvor mal gut zwei Wochen abschalten konnten". Stress wird es in den restlichen 15 Saisonspielen noch genug geben.
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