500 Euro pro Stück
1. FC Union beginnt mit Verkauf der Stadion-Aktie
Seit Mittwoch können Union-Mitglieder die Stadion-Aktie für 500 Euro pro Stück erwerben. Die Fans müssen sich ranhalten, denn die Zeichnungsfrist für die Papiere läuft nur bis Ende des Jahres.
Von Michael Färber
Es war ein Wettlauf mit der Zeit. Viel später als Mittwochnachmittag hätte der 1. FC Union, genauer gesagt die "An der Alten Försterei" Stadionbetriebs AG, den Prospekt für die Emission der Stadionaktien jedenfalls nicht veröffentlichen dürfen. Die Bereitstellung des sogenannten BaFin-Prospektes (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) war das letzte Puzzleteil, um am Mittwoch mit der Zeichnungsfrist für die Wertpapiere beginnen zu können. Bis 31. Dezember (12 Uhr) werden den inzwischen mehr als 9000 Union-Mitgliedern (allein in den vergangenen zehn Tagen gab es mehr als 1000 Neueintritte) und den Sponsoren insgesamt 10.000 Aktien im Wert von je 500 Euro angeboten. Berlins Fußball-Zweitligist erhofft sich damit fünf Millionen Euro, die in die Finanzierung der 15 Millionen Euro teuren neuen Haupttribüne fließen sollen.
Ab 9 Uhr hat das Zeichnungsbüro in der Geschäftsstelle geöffnet. Die ersten Mitglieder werden aber schon früher erwartet. Deshalb bietet Union ab 7 Uhr den Wartenden ein "Zeichnungsfrühstück" an. Zeichnungsscheine sind sowohl auf der Geschäftsstelle als auch im Internet unter www.stadionbesitzer-werden.de verfügbar. Zeichnungsberechtigt sind nur Mitglieder, die ihr Eintrittsformular bis 30.November abgegeben haben. Wer seine Mitgliedschaft – und damit seinen Aktienkauf – unter anderem vom ausgiebigem Studium der Vorteile und Risiken im Aktienprospekt abhängig gemacht hat, wird durch die späte Bereitstellung des Dokuments jedoch keine Möglichkeit mehr haben, sich am Projekt zu beteiligen.
Überhaupt sollten die zeichnungswilligen Mitglieder den 224 Seiten starken Prospekt genau durchlesen. So heißt es schon auf Seite 16: "Anleger könnten ihr eingesetztes Kapital teilweise oder auch ganz verlieren", sollten die im Prospekt aufgeführten Risiken eintreten. Darunter zählen zum Beispiel die sportlichen Leistungen der Lizenzspielerabteilung oder eine durchaus unter den Erwartungen liegende Wirtschaftlichkeit der Gesellschaft nach Fertigstellung der Haupttribüne. Auch auf eventuelle Interessenkonflikte der AG-Aufsichtsräte Dirk Zingler (zugleich Union-Präsident) und Thomas Koch (auch Union-Aufsichtsrat), die mit ihren Unternehmen auch Sponsor des Klubs sind, wird hingewiesen. Union ist größter Einzelaktionär der Stadion AG.
Die Zuteilung der Aktien soll entsprechend des zeitlichen Eingangs der Zeichnungen erfolgen. Sollte die Aktie überzeichnet sein, behält sich die Stadion AG vor, Zeichnungen nicht oder nur teilweise anzunehmen. In der dritten Kalenderwoche 2012 werden diejenigen informiert, die Aktien erhalten haben. Von März bis Juni werden die Wertpapiere ausgeliefert.
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