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1. FC Union

Unions Kapitän legt Sonderschichten ein

Nach dem Sieg gegen Arminia Bielefeld schöpft Union neues Selbstvertrauen. Doch Trainer Neuhaus lässt sein Team schwitzen. Besonders bei Standardsituationen wie Ecken und Freistößen sieht er Verbesserungspotenzial.

Von Serien und deren vermeintlicher Bedeutung hält Uwe Neuhaus nicht viel. Sie seien nur dazu da, „um gebrochen“ zu werden, betont der Trainer des 1. FC Union gern. Sicher, am Ende war auch er froh darüber, dass mit dem Sieg am vergangenen Freitag bei Arminia Bielefeld die schwarze Serie von 17 sieglosen Auswärtspartien zu Ende ging. Besondere Bedeutung misst Neuhaus solchen Zahlenspielchen normalerweise aber nicht bei. Dabei hätte er in Bielefeld gleich doppelt Grund zum Jubeln gehabt. Denn in der Freude über den wichtigen Sieg ging vollkommen unter, dass Union ganz nebenbei ein anderes Dauerproblem löste: das der schwachen Standards. Kein Treffer stand in dieser Saison nach Ecken oder Freistößen bis dato zu Buche, nicht einmal den einzigen Elfmeter verwandelten die Köpenicker. In Bielefeld nun fielen gleich beide Treffer nach ruhenden Bällen. Trotzdem betont Neuhaus: „Da ist noch Verbesserungspotenzial, wir haben noch zu viele Bälle, die nicht auf den Punkt kommen.“

Dennoch nähren die Treffer von Bielefeld die Hoffnung, dass Union endlich auch dann wieder Torgefahr ausstrahlen kann, wenn es spielerisch mal nicht so läuft. Eine Situation, die ungeachtet des Aufwärtstrends in den kommenden Wochen sicher eintreten wird. „Standards sind für jede Mannschaft wichtig, sie können das ganze Spiel günstig beeinflussen“, weiß Neuhaus. Deshalb hat auch Kapitän Torsten Mattuschka, von dem die meisten Standards ausgehen und der auch in Bielefeld beide Aktionen einleitete, in den vergangenen Wochen in Einzelschichten an seinen Freistößen gearbeitet. Das tat er auch gestern wieder, nach dem Waldlauf am Nachmittag schnappte er sich Torwarttrainer Holger Bahra als Torwart und ein Kleinfeldtor als Mauer und schoss unentwegt aufs Tor. „Jetzt hat es endlich mal wieder geklappt, daran müssen wir jetzt weiterarbeiten“, sagt er.

Probleme mit dem neuen Ball

Dass sich bei Union ein Problem bei ruhenden Bällen anbahnt, zeigte sich schon in der Vorbereitung. Zwar traf Mattuschka da beim 3:3 gegen La Coruna direkt, doch er überraschte schon damals mit Kritik am Spielgerät. Er komme mit dem neuen Zweitligaball nicht klar, ließ er wissen, und tatsächlich gelang ihm danach kein weiterer Treffer. Vor allem die Eckbälle misslangen häufig. Jetzt, fast drei Monate später, hätten eigentlich alle Beteiligten genug Zeit gehabt, sich daran zu gewöhnen. „Wir können das jetzt nicht alles auf den Ball schieben“, sagt Mattuschka denn auch, trotzdem sieht er sich in seiner Prognose von vor der Saison bestätigt: „Der Ball nimmt weniger Schnitt an und ist damit schwerer einzuschätzen“, sagt er, was allerdings auch für die Verteidiger gelte.

Seine spektakulären Freistöße, vor denen die Fans immer das Mattuschka-Lied anstimmen, waren schon vergangene Saison gern gesehen. Doch wie wichtig sie waren, zeigt sich eben erst jetzt, da es ein paar Wochen nicht so lief. „Jeder hat jetzt gesehen, dass wir es noch können. Jetzt wollen wir gegen Oberhausen unbedingt nachlegen“, sagt Mattuschka. Und damit meinte er nicht nur die Standards.mkl

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