Berlin vs. Karlsruhe
Union kommt zu Hause über ein 1:1 nicht hinaus
In der ersten Viertelstunde fielen die Tore, danach passierte bis zur Pause nicht mehr viel. Union Berlin kann gegen den Karlsruher SC einfach nicht gewinnen. In der zweiten Halbzeit vergaben die Köpenicker dann auch noch gute Chancen und kleben nun immer fester im Mittelfeld der Tabelle fest.
Von Michael Färber
Dominic Peitz hat es gesagt: "Wir müssen uns damit zufrieden geben." Auch Torsten Mattuschka erklärte: "Damit müssen wir leben." Selbst Uwe Neuhaus, der Trainer des 1. FC Union, zeigte sich im Endeffekt zufrieden mit dem 1:1 (1:1) gegen den Karlsruher SC: "Wir waren am Drücker, und dann fiel aus dem Nichts der Ausgleich. Mit Blick auf die vergangenen Wochen war das nicht leicht wegzustecken." Man ist genügsam geworden beim Berliner Fußball-Zweitligisten. Motto: Ein Punkt ist besser als keiner, erst recht nach dem siebten Spiel in Folge ohne Sieg. Doch die Erkenntnis bleibt: Union hat das Siegen verlernt.
So schlugen nach dem Remis gegen die Karlsruher zwei Herzen in der Brust des Trainers. "Jeder war bemüht, das Spiel für uns zu entscheiden. Doch je länger das Spiel lief, desto größer wurde die Angst um einen weiteren Gegentreffer." Immerhin liegt Union vor den Spielen am Ostersonntag nun acht Punkte vor dem Relegationsplatz.
Dass es vor 12.670 Zuschauern in der Alten Försterei nicht zum dritten Sieg in der Rückrunde gereicht hat, lag jedenfalls nicht am Rasen. Der war vor dem Spiel für rund 120.000 Euro ausgetauscht worden. Vor allem auf Seiten der Berliner erhoffte man sich dadurch einen Nutzen. "Wir sind ja eher eine Mannschaft, die über das Spielerische kommt", hatte Neuhaus noch frohlockt. Wirklich viel zu sehen war von diesem Vorteil jedoch nicht.
Mit zwei Änderungen warteten die Gastgeber auf: Statt Abwehrchef Daniel Göhlert spielte Bernd Rauw, und nach wochenlangem Festhalten trotz anhaltender Torflaute bekam am Samstag auch John Jairo Mosquera eine Pause. Für den Kolumbianer stürmte Kenan Sahin, der sich als durchaus belebend für das Offensivspiel erwies. Vor allem in Halbzeit zwei brachte Sahin den KSC immer wieder mit Dribblings und Flanken in Bedrängnis. Gleiches galt für den eingewechselten Marco Gebhardt, der nach einem Foul seine fünfte Gelbe Karte sah (55.) und am Samstag in Kaiserslautern gesperrt ist. Einzig der zweite Union-Treffer sollte nicht fallen.
Chancen gab es – wieder einmal – genug. Sahin und Sturmpartner Karim Benyamina im Doppelversuch (51.), Peitz aus elf Metern (52.), Benyaminas Kopfball-Wischer, den KSC-Torwart Markus Miller glänzend pariert (58.), wieder Peitz per Kopf (66.) – der Ball ging nicht rein, wie gehabt. So blieb es bei den Treffern durch Mattuschka vom Elfmeterpunkt (10.), nachdem Sebastian Langkamp – mit Unterstützung von Benyamina – den Ball mit der Hand gespielt hatte, und durch Anton Fink, der nach Brustvorlage von Matthias Zimmermann aus Abseitsposition traf (15.). Zuvor hatte Sahin ebenfalls aus Abseitsstellung getroffen (11.), Schiedsrichter Sascha Thielert (Buchholz) erkannte das Tor aber zu Recht nicht an. Der Stürmer wird damit leben müssen.
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