Kommentar
Es darf gefeiert werden
Michael Färber über Unions rot-weißes Jubeljahr 2009: Was der Köpenicker Klub im Jahr 2009 geleistet hat, ist schlichtweg einmalig.
Von Michael Färber
Man muss gar nicht erst lange um den heißen Brei herumreden: Das Jahr 2009 war für den 1. FC Union das erfolgreichste in der Klubgeschichte. Die DDR-Pokalsieger von 1968 mögen dies ebenso verzeihen wie die Aufstiegshelden und Pokalfinalisten von 2001 – doch was der Köpenicker Klub im Jahr 2009 geleistet hat, ist schlichtweg einmalig: Erster Drittliga-Meister überhaupt, Rückkehr in die Zweite Liga, eine Mannschaft samt Trainer, die sich mit dem Verein identifiziert, natürlich die Sanierung der Alten Försterei durch die eigenen Fans. Auch der angestrebte Klassenerhalt ist schon jetzt, nach der Hälfte der Spielzeit, so gut wie sicher. 14 Punkte Vorsprung auf die beiden Abstiegsplätze machen es möglich. Es darf also gefeiert werden.
Doch Vorsicht, die Etablierung im Profifußball ist längst noch nicht abgeschlossen. Und nachdem die Unioner den Mantel des weniger bekannten Neulings längst abgelegt haben, steht ihnen ein Jahr 2010 bevor, das sportlich ungleich schwerer werden dürfte.
Der Bau der Haupttribüne, mit dem im Sommer begonnen werden soll, ist darüber hinaus bei weitem noch nicht gesichert. Um dauerhaft im DFL-Bereich überleben zu können, ist die Vollendung der Neuen Försterei und die damit verbundenen Zusatzeinnahmen durch Vip-Logen ohne Alternative.
Wie fragil das neue Image des 1. FC Union noch ist, zeigte sich gerade in den vergangenen Tagen. Fan-Ausschreitungen wie in Bielefeld oder Rudelbildungen durch die Spieler wie gestern gegen 1860 München tragen nicht dazu bei, den gerade erst erworbenen guten Ruf weiter aufzupolieren. Solche Szenen gilt es in Zukunft zu verhindern, soll der Aufwärtstrend weiter fortgesetzt werden.
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