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Zweite Bundesliga

1. FC Union auf Löwenjagd - mit nur einem Punkt

Am letzten Spieltag der Hinrunde der 2. Fußball-Bundesliga trennten sich Union Berlin und 1860 München 1:1. Damit warten die Köpenicker nach dem dritten Remis in Folge nun schon seit sechs Partien auf einen Sieg - und verlieren mehr und mehr den Anschluss an die Aufstiegsplätze.

1. FC Union Berlin - TSV 1860 München 1:1
Foto: dpa/DPA
Die Freude währte nicht lange: Die Berliner Björn Brunnemann (l.) und Bernd Rau bejubeln das 1:0. Doch die Partie gegen 1860 Münchenendete 1:1 unentschieden

Am Ende kochten die Emotionen hoch. Daran haben selbst die tief winterlichen Temperaturen von minus zwölf Grad nichts ändern können. Die Partie des 1. FC Union gehen 1860 München war längst abgepfiffen, das 1:1 (1:1) nach 90 zum Teil hart umkämpften Minuten geriet jedoch sofort zur Nebensache. Plötzlich standen Spieler, Trainer und Betreuer beider Mannschaften auf dem Platz, und mitten im Getümmel ging Dominic Peitz zu Boden. Es war ein ganz und gar unwürdiger Abschluss der Zweitliga-Hinrunde.

Was war passiert? Münchens Torben Hoffmann stand direkt vor Peitz, redete auf ihn ein. „Ich habe gar nicht so richtig mitbekommen, was er gesagt hat. Und plötzlich stößt mich Sascha Rösler einfach um“, beschreibt der Union-Mittelfeldspieler die Szene. Hätten nicht Personen wie 1860-Sportdirektor Miroslav Stevic oder auch Union-Coach Uwe Neuhaus schlichtend eingegriffen, die Situation wäre eskaliert. Und das ausgerechnet vier Tage vor Weihnachten…

Es war nicht die einzige Szene, die die Gemüter der 15467 Zuschauer in der Alten Försterei erhitzte. Da waren die Elfmetersituationen in der Schlussphase der Partie „von denen der Schiedsrichter eine hätte geben müssen“, wie Torsten Mattuschka erkannt haben will. Doch Schiedsrichter Guido Winkmann (Kerken) verwehrte den Berliner einen Strafstoß – zu Recht. In der 85. Minute hatte Marco Gebhardt bei Emanuel Biancucchi eingefädelt, der leichte Stoß von Hoffmann gegen Peitz im Strafraum war zu wenig für einen Elfmeter (87.).

Und Hoffmanns Aktion gegen Kenan Sahin – der Union-Stürmer wurde zu Boden gedrückt – war in der ersten Nachspielminute tatsächlich vor der Strafraumgrenze. Der anschließende Freistoß bescherte Union dennoch die große Chance zum ersten Sieg nach zuvor nur zwei Punkten aus fünf Spielen. Doch Gebhardts Freistoß pariert 1860-Schlussmann Gabor Kiraly, beim Nachschuss von Peitz durch Kiralys Beine schafft es der Ex-Herthaner, gerade noch mit dem Fuß an den Ball zu kommen – Pfosten. Nicht nur in dieser Situation waren „wir näher dran am Siegtreffer“, bilanzierte Neuhaus. Ewald Lienen, Trainer der Münchner Löwen, will dagegen „einen gerechten Spielausgang“ gesehen haben. Eine Meinung, mit der er so ziemlich allein dastehen dürfte.

Ein Blick in die Spielstatistik belegt: Union war 68 Prozent der Spielzeit in Ballbesitz. Lediglich in der ersten Viertelstunde nach der Pause hatte 1860 die Hoheit in der Partie. Was vor allem daran lag, dass die Köpenicker mit den widrigen Bedingungen schneller zurecht gekommen sind als der Gegner. Auch dass Neuhaus zum Jahresausklang der gleichen Formation vertraute, die eine Woche zuvor einen Zähler in Bielefeld geholt hatte, machte sich bezahlt. „Weil wir von Anfang an die Zweikämpfe gesucht haben“, sagte Neuhaus. Verdienter Lohn: die Führung nach elf Minuten. Ecke von Mattuschka, Björn Brunnemann wuchtet den Ball per Kopf ins Netz. Wenig später hätte der Blondschopf sogar auf 2:0 erhöhen können, sein Volleyschuss ging aber knapp am Tor vorbei (13.).

„Um so ärgerlicher ist der Ausgleich, da wir um die Konterstärke der Münchner wussten“, erklärte Mattuschka. Doch Daniel Göhlerts Rettungstat gegen Benjamin Lauth nach einem 1860-Gegenstoß landet direkt bei Charilaos Pappas, der Union-Torhüter Jan Glinker mit einem überlegten Schuss ins rechte obere Eck überwindet (36.). „Am Ende müssen wir sagen: Wir haben zwei Punkte liegen gelassen“, sagte Peitz. Nicht nur sein Gemüt hatte sich zu diesem Zeitpunkt längst schon wieder beruhigt.

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