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18.12.09

Zweite Bundesliga

Union will mit Kontinuität und Rasenheizung siegen

Erstmals in einem Pflichtspiel trifft Union Berlin am Sonntag auf 1860 München. Es gilt, die Hinrunde gut abzuschließen - und somit gut gelaunt auf die Weihnachtsfeier zu gehen. Dazu soll fast die gleiche Mannschaft auflaufen wie gegen Bielefeld. Die Planungen für 2010 laufen bei den Köpenickern indes auf Hochtouren.

© dpa
DSC Arminia Bielefeld - 1. FC Union Berlin
Trainer Uwe Neuhaus will die Mannschaft im Vergleich zum Bielefeld-Spiel höchstens auf einer Position umbauen

Premieren – es gibt sie auch heute noch im deutschen Profifußball. In einer Zeit, in der man glaubt, alles irgendwie schon einmal erlebt, alles schon einmal gesehen zu haben. Das Duell des 1. FC Union gegen 1860 München am 4.Advent ist jedoch eine echte Neuheit. Noch nie trafen beide Klubs in einem Pflichtspiel aufeinander, das wird sich am Sonntag ab 13.30 Uhr in der Alten Försterei ändern.

Es gilt, das Jahr 2009 so positiv abzuschließen, wie es sich über viele Wochen und Monate für die Köpenicker dargestellt hat. "Wir wollen dieses Jahr unbedingt mit einem Dreier beenden", fordert Uwe Neuhaus also, der Trainer des Fußball-Zweitligisten. Nach fünf Spielen in Folge ohne Sieg erst recht ein hehrer Wunsch, gerade so kurz vor Weihnachten. Auch weil die klubinterne Weihnachtsfeier am Sonntagabend ohne Zweifel einen viel positiveren Anstrich bekommen würde.

So ist der Blick auf das aktuelle Personal vor dem Jahreskehraus das eine. "Die Mannschaft wird aller Voraussicht nach unverändert bleiben", sagte Neuhaus. Soll heißen: Dominic Peitz, der am vergangenen Sonntag beim 1:1 in Bielefeld sein Zweitliga-Debüt beim Aufsteiger hatte feiern können, wird nun gegen die Löwen eine neue Chance von Beginn an erhalten. Klar ist damit auch, dass Bernd Rauw wieder in der Innenverteidigung spielen wird, Christian Stuff erneut nur ein Platz auf der Ersatzbank bleibt. Die Mannschaft habe sich in Bielefeld "das Recht erspielt, wieder in gleicher Formation aufzulaufen", erklärte Neuhaus. Wobei er sich gleich selbst korrigierte: "Auf einer Position überlege ich noch." Die Frage, die zu klären ist: Wird Union wieder mit nur einem Stürmer auftreten, oder bekommt John Mosquera einen Partner zur Seite gestellt? Egal ob sich Neuhaus für die körperbetonte Spielwiese eines Kenan Sahin oder das flinke Spiel von Shergo Biran entscheiden wird (Karim Benyamina fällt nach seinem grippalen Infekt weiter aus), der Leidtragende wäre wohl Björn Brunnemann.

Die Gedanken gehen jedoch schon viel weiter. In die Rückrunde, und in die kommende Saison, in der die Unioner mit ziemlicher Sicherheit weiter zweitklassig sein werden. Mindestens. Nicht umsonst wurden mit Tobias Grahn und Jeremy Opoku-Karikari unter der Woche zwei neue Spieler gestestet. Ob der Schwede Grahn, der schon in der Saison 2007/08 in Berlin sein Glück versuchte, bei Hertha BSC jedoch über 13 Einsätze nicht hinausgekommen war, oder der Deutsch-Ghanaer Opoku-Karikari Union wirklich weiterhelfen können, ließ Neuhaus noch offen. Schließlich soll die Mannschaft, wie Klubchef Dirk Zingler sagte, "schon mit Blick auf die kommende Saison verstärkt werden".

Erster Einsatz für die Rasenheizung

Auch die Verpflichtung von Dirk Keller als neuen Fitness- und Reha-Trainer ist eine Maßnahme, die bereits über diese Spielzeit hinaus angelegt ist. Der 46-jährige Diplom-Sportlehrer, der von 2001 bis 2008 schon die Kicker von Energie Cottbus getrimmt hatte, unterschrieb einen Vertrag bis Sommer 2012. Christian Beeck, der am Freitag seinen 38. Geburtstag feierte, ist froh über den Neuen im Trainerteam: "Wir haben uns von seinen fachlichen Qualitäten überzeugen können, außerdem passt er menschlich gut zu uns." Gerade letzteres war bei Kellers Vorgänger nicht der Fall gewesen: Johann Stromann wurde im September nach nur wenigen Wochen an der Alten Försterei wieder entlassen. Mit Keller erhofft sich Union nun auch in diesem Bereich die Kontinuität, die der Klub zuletzt auf allen Ebenen an den Tag legte.

Dass die Partie gegen die Münchner trotz des Wintereinbruchs stattfinden wird, steht im Übrigen außer Frage. "Wir werden am Sonntag die Bedingungen vorfinden, die ein Zweitliga-Spiel benötigt", sagte Beeck nicht ohne Stolz in der Stimme. Denn erstmals kommt die im Sommer installierte Rasenheizung im Stadion zum Einsatz – noch eine Premiere an der Alten Försterei.

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