Zweite Liga
Randalierer stören Spiel von Union gegen Bielefeld
Gegen Arminia Bielefeld bleibt der 1. FC Union mit dem 1:1 im fünften Spiel ohne Sieg. Ein Gegner auf Augenhöhe – eigentlich nicht schlecht für einen Aufsteiger. Ärgerlich war jedoch, dass einige Randalierer im Block der Union-Fans im letzten Viertel des Spiels Feuerwerkskörper zündeten. Das Spiel musste unterbrochen werden.
Von Michael Färber
Die Reaktionen wenige Sekunden nach dem Abpfiff waren alles andere als extrem. Weder Jubel darüber, eine weitere Niederlage verhindert zu haben, noch Niedergeschlagenheit nach dem fünften Spiel in Folge ohne Sieg zeigten die Spieler des 1. FC Union Sonntag am späten Nachmittag. Sie nahmen das 1:1 (0:0) bei Arminia Bielefeld als das, was es für einen Aufsteiger nur sein kann: ein Punkt, der die Berliner ihrem Ziel Klassenerhalt wieder näher gebracht hat.
Genauer betrachtet, hätte man von der Alm mehr Positives als Negatives mitnehmen können. Wenn es nicht einige Chaoten im Block der Union-Fans gegeben hätte, die der Meinung gewesen sind, dass man zum dritten Advent auch im Stadion Kerzen anzünden muss. 70 Minuten waren vorbei, als Schiedsrichter Markus Schmidt (Stuttgart) die Partie für einige Minuten unterbrechen musste, weil im Gästeblock Feuerwerkskörper gezündet wurden. Offenes Feuer und dichte Rauchschwaden, die auf das Spielfeld zogen, waren die Folge.
War es die Dummheit einiger Unverbesserlicher oder der Frust über den Rückstand? Radim Kucera hatte nach einem Eckball per Kopf für die Gastgeber getroffen. Jan Glinker machte in dieser 57. Minute keine glückliche Figur: Nach halbherzigem Rauslaufen musste der Union-Torwart mitansehen, wie der Ball über ihn und den auf der Torlinie stehenden Patrick Kohlmann hinweg einschlug. Für die Unioner, in Halbzeit eins sogar die leicht bessere Mannschaft, ein Rückschlag.
Dabei ist Trainer Uwe Neuhaus entgegen seiner Ankündigung, mit John Mosquera kein Risiko eingehen zu wollen, das Wagnis eingegangen, seinen Torjäger als einzigen Stürmer von Beginn an zu bringen und ihn auch 90 Minuten durchspielen zu lassen. Im neuen 4-5-1-System nahm zudem überraschend Dominic Peitz den Platz neben Macchambes Younga-Mouhani als zweiter Mann im defensiven Mittelfeld ein. Auch Björn Brunnemanns Einsatz im rechten Mittelfeld war nicht zu erwarten. Kenan Sahin, Shergo Biran und Christian Stuff mussten weichen. Vor allem die Hereinnahme von Peitz erwies sich am Ende als gerechtfertigt, köpfte er doch in seinem ersten Zweitliga-Einsatz für Union nach Flanke von Michael Parensen das 1:1 (76.). Zu diesem Zeitpunkt war Bielefeld nur noch zu zehnt. Christopher Katongo musste nach seiner zweiten Verwarnung – die erste wegen einer Schwalbe (38.), die zweite wegen Foulspiels (66.) – mit Gelb-Rot vom Platz.
"Vor allem mit der Art und Weise, wie wir gespielt haben, bin ich zufrieden", bilanzierte Neuhaus: "In der ersten Halbzeit haben wir kompakt gestanden und hatten leichte Vorteile." Arminia-Coach Thomas Gerstner sprach ebenfalls von einem "Gegner auf Augenhöhe". Mehr als Brunnemanns Schuss nach 1:02 Minuten, den Schlussmann Dennis Eilhoff an die Latte lenkte, gab es jedoch nicht. Der Bundesliga-Absteiger hatte dem einen Schuss von Pavel Fort entgegenzusetzen (29.). Der Tscheche hatte später Pech, dass sein regulärer Treffer in der 78. Minute wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Ein Sieg des Bundesliga-Absteigers wäre aufgrund der starken ersten Union-Halbzeit aber auch nicht verdient gewesen.
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