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1. FC Union

Neuhaus erhöht den Druck auf seine Abwehr

Der Trainer des Berliner Zweitligisten 1. FC Union sucht nach Verstärkung. Nun hat Uwe Neuhaus seine Vorstellungen konkretisiert: Einen Torhüter und ein oder zwei Innenverteidiger wolle man holen, vorzugsweise aus der Bundesliga. Diese Aussage setzt bewährte Spieler unter Druck.

Ruhig waren die vergangenen Tage beim 1. FC Union nun wirklich nicht – trotz der Länderspielpause. Es gab so viel zu verkünden, so viel Gutes. Die Mitgliederversammlung zum Ende der Vorwoche geriet darüber zu einem Rekordfestival ungekannten Ausmaßes in Köpenick. Für einige endeten die ausgedehnten Feierlichkeiten des Fußball-Zweitligisten allerdings wohl etwas überraschend mit einem kleinen Kater.

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Vielleicht war es also gar nicht so schlecht, dass Trainer Uwe Neuhaus am Mittwoch einen freien Tag gewährte. Das bot die Gelegenheit, alles etwas sacken zu lassen. Stoff zum Nachdenken hatte Neuhaus einigen Sportsfreunden jedenfalls genug mitgegeben. Während beim Verkünden der tollen Geschäftszahlen des Klubs noch vage von Verstärkungen in der Winterpause die Rede war, konkretisierte der Trainer nun seine Vorstellungen. Einen Torhüter und ein oder zwei Innenverteidiger wolle man holen, vorzugsweise aus der Bundesliga.

Union ist permanent auf der Suche

„Das ist keine Sensation, sondern ein ganz normaler Vorgang“, sagt der 49-Jährige. Permanent sei Union auf der Suche nach Spielern, die in das Anforderungsprofil des Klubs passen. Zuletzt aber agierten die Köpenicker eher defensiv. Mit gerade einmal vier neuen, nicht zum festen Kader von Bundesligisten zählenden Spielern ging man in die Saison, das Vertrauen gehörte denjenigen Profis, die den Aufstieg sicherten. Lediglich Stürmer John Jairo Mosquera spielte sich von den Neulingen dauerhaft ins Team.

Sowohl die sportliche als auch die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Monate lassen nun Ambitionen reifen, denen offenbar nicht mehr alle Aufstiegshelden gerecht werden können. Neuhaus' Aussage hat Torhüter Jan Glinker sowie die Innenverteidiger Christian Stuff und Daniel Göhlert unter Druck gesetzt. Besonders Glinker reagierte verdutzt auf das Infragestellen seines Status': „Das kann ich mir nicht vorstellen.“

Als reine Motivationsmaßnahme sollte niemand die Worte von Neuhaus missverstehen. Zu oft zeigten sich Unsicherheiten in der Abwehr, und zu limitiert waren offenbar die Möglichkeiten, das Niveau durch den Konkurrenzkampf in den eigenen Reihen gleichmäßig hoch zu halten. Um gemütlich in der Zweiten Liga mitzuspielen, mag das reichen.

Eine Verletzung könnte gravierende Folgen haben

Die Berliner, die am Montag gegen den Zweiten aus Kaiserslautern antreten, haben sich mittlerweile allerdings in eine Position manövriert, in der sie mehrere Eventualitäten einbeziehen müssen. Ihr vierter Platz gibt ihnen auch die Möglichkeit, sich nach oben zu orientieren. Schon eine langwierige Verletzung auf den von Neuhaus genannten Positionen könnte gravierende Folgen haben.

Der Plan des Trainers ist also logisch. Er ist die Fortsetzung dessen, was in den vergangenen beiden Jahren im Angriff und im Mittelfeld bereits passiert ist. Dort verfügt Union über eine Personaldecke, die Neuhaus Optionen eröffnet. In der Abwehr, die vergangene Saison noch so stabil war, weniger. Dort müssen einige erst noch lernen, mit echter Konkurrenz umzugehen. Neuhaus' Einschätzung, die Mannschaft sei jetzt „nicht beunruhigt“, dürfte daher wohl nur bedingt zutreffen.

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