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02.08.09

DFB-Pokal

Werder erteilt Union eine 5:0-Lehrstunde

Zweitliga-Aufsteiger Union Berlin hat beim DFB-Wettbewerb keine Überraschung geliefert. Nach dem Testspielsieg gegen Schalke wurden die Berliner vom DFB-Pokalverteidiger auf den Boden zurückgeholt. Die Berliner gingen gegen Werder Bremer in der ausverkauften Alten Försterei mit 0:5 regelrecht unter.

Unterschiedlicher hätten die Bilder kaum sein können. Draußen, auf den Rängen der Alten Försterei, feierte der Großteil der 19.000 Zuschauer den 1. FC Union, ihren Verein, ihre Mannschaft. Drinnen, in den Kabinen, saßen die Spieler des Berliner Fußball-Zweitligisten, mit hängendem Kopf, auf der Suche nach der Antwort auf die Frage, was sie da gerade erlebt hatten. Klubchef Dirk Zingler wusste schon zur Halbzeit eine Antwort: "Es war eine Vorführung – leider." Mit 0:5 (0:3) unterlag Union in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Werder Bremen, den Bundesligisten, den Titelverteidiger. Verdient, auch in dieser Höhe.

Erstaunlich nur, dass es vor allem die Bremer waren, die sich über die Höhe des Ergebnisses wunderten. "Wir hatten schon gedacht, dass es schwerer ist, gegen Union zu spielen", sagte etwa Werder-Kapitän Torsten Frings. Tim Borowski gab das gleiche Statement ab, ebenso Torwart Tim Wiese.

Aussagen, die die Schmach gegen den Pokalsieger nur noch vergrößerten. Tatsächlich war nichts zu sehen von dem mutigen Spiel nach vorn, das Union noch im Testspiel gegen Schalke 04 (2:1) gezeigt und das Trainer Uwe Neuhaus im Vorfeld erneut angekündigt hatte. "Ich habe von meiner Mannschaft mehr Mumm erwartet, wir hatten viel zu viel Respekt", sagte Neuhaus nach dem Spiel.

Fehlender Mut, defensive Formation

Fehlender Mut ist das eine, die stark defensiv ausgerichtete Formation, die Neuhaus in das erste Pflichtspiel der Saison geschickt hat, das andere. Zwei defensive Mittelfeldspieler (Macchambes Younga-Mouhani und überraschend Dominic Peitz), dafür mit Karim Benyamina nur ein Stürmer – für die Bremer mit ihrem kombinationssicheren Mittelfeld um Frings und die U21-Europameister Mesut Özil und Marko Marin praktisch eine Einladung.

Knapp zehn Minuten brauchte der Erstligist, um die Partie unter seine Kontrolle zu bringen. Weitere 15 Minuten, um die vage Hoffnung der Berliner auf Runde zwei und weitere Pokalgelder in Höhe von 237.500 Euro zunichte zu machen. Boubacar Sanogo lässt links Michael Parensen stehen, strebt in den Strafraum und vollendet aus spitzem Winkel zum 0:1. Es passt ins Bild, dass Union-Torwart Jan Glinker in jener zwölften Minute patzte und den Schuss ins kurze Eck unter sich durchrutschen ließ. Ausgerechnet Glinker, in der vergangenen Saison der große Rückhalt beim Aufsteiger.

Die Bremer Lehrstunde für den Zweitligisten nahm seinen Lauf. Ecke von Frings, der Ball fällt im Strafraumgetümmel vor die Füße von Naldo, der aus Nahdistanz trifft – 0:2 nach 20 Minuten. "Da wussten wir, dass es schwer werden würde. Nach dem 0:3 war die Partie dann gelaufen", sagte Neuhaus. Das dritte Gegentor bereits in Minute 27 nach Hugo Almeidas Hereingabe und Sanogos unbedrängtem Torschuss offenbarte die Überlegenheit der Hanseaten am gestrigen Nachmittag. "Wir haben von Beginn an alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten", erklärte Bremens Coach Thomas Schaaf.

Gefahr nur durch Benyamina

Das konnte man von Union nicht behaupten. Viel zu oft standen die Köpenicker von ihren Gegenspielern entfernt. "Wir wollten versuchen, die Räume eng zu machen, um Bremen nicht ins Spiel kommen zu lassen. Das ist uns nicht gelungen", bilanzierte Benyamina. Unions Torjäger war der einzige, von dem ein wenig Gefahr ausging. Wie bei seinem Alleingang in der 38. Minute, der erst von Naldo gestoppt wurde.

Oder wie nach schönem Flankenlauf von Björn Brunnemann, als Werder-Keeper Wiese aus seinem Tor herausstürzte, um Schlimmeres zu verhindern (53.). Neuhaus: "Wenn uns da das Anschlusstor gelingt, wäre vielleicht noch etwas gegangen." Wie es geht, zeigte der eingewechselte Bremer Marcelo Moreno per Doppelschlag kurz vor Schluss (85., 88.).

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