19.02.13

Personal

Union Berlin eröffnet das Casting in Köpenick

Bei sieben Spielern des 1. FC Union laufen die Verträge am Saisonende aus. Nicht alle bleiben über den Sommer hinaus beim Zweitligisten.

Foto: pa/dpa

Abwehrspieler Fabian Schönheim (l.) hat beste Chancen, auch über den Sommer 2013 hinaus für den 1. FC Union zu spielen
Abwehrspieler Fabian Schönheim (l.) hat beste Chancen, auch über den Sommer 2013 hinaus für den 1. FC Union zu spielen

22 Spieltage sind in der Zweiten Liga absolviert, das letzte Saisondrittel steht bevor. Die Planungen für die kommende Spielzeit sind bereits im Gange. Auch beim 1. FC Union hat das Casting begonnen.

Im Fokus stehen nicht zuletzt sieben Spieler, deren Verträge am Saisonende auslaufen. Die Morgenpost zeigt auf, wie die Chancen auf ein Bleiben bei den Köpenickern sind.

Fabian Schönheim

Der Abwehrspieler, im Sommer von Mainz 05 ausgeliehen, hat sich in der Stammelf festgespielt. Trainer Uwe Neuhaus schätzt neben dem robusten Zweikampfverhalten des 26-Jährigen auch dessen technische Qualitäten im Spielaufbau. Auch dass Schönheim nicht nur in der Innenverteidigung, sondern ebenso links in der Viererabwehrkette einsetzbar ist, macht ihn so wertvoll für Union.

"Das ist zwar nicht meine Lieblingsposition, aber ich spiele da, wo mich der Trainer hinstellt", sagte Schönheim, der sich bei Union sehr wohl fühlt. Bei seiner Verpflichtung wurde bereits ein Anschlussvertrag bis 2015 ausgehandelt. Prognose: Union zieht die Option.

Roberto Puncec

Der Kroate ist wie Schönheim im Sommer 2012 zunächst für eine Spielzeit ausgeliehen worden. Seine kompromisslose Art hatte den Verteidiger gleich in die Startelf gebracht. Doch mit fortlaufender Saisondauer eroberte sich Konkurrent Christian Stuff (30) den Platz neben Schönheim in der Innenverteidigung wieder zurück. Erst als Stuff kurz vor Punktspielstart 2013 mit Grippe ausfiel, rutschte der 21-Jährige wieder zurück in die Anfangsformation.

Wie bei Schönheim ist auch bei Puncec bereits ein Zweijahresvertrag im Anschluss ausgehandelt. Die Perspektiven sind aufgrund seines jungen Alters gut. Offen ist noch, ob es ihn nicht doch zu Maccabi Tel Aviv zurückzieht mit der Aussicht, Champions League zu spielen. Prognose: Union will ihn halten.

Christoph Menz

In der Hinrunde ohne Befund, brachte ihn der Weggang von Markus Karl zum 1. FC Kaiserslautern zurück in Erinnerung. "Ich hatte mich im Training immer gut angeboten, konnte aber nicht spielen, weil es in der Mannschaft gut lief", sagte der 24-Jährige. Nun lieferte er im defensiven Mittelfeld, auf einer für ihn gewohnten Position, gegen Sandhausen (3:1) und im Derby bei Hertha BSC (2:2) gute Leistungen ab.

Inzwischen sagt Menz, bereits seit 2000 bei Union und seit 2007 in der ersten Mannschaft: "Es geht in erster Linie darum, dass ich mich anbiete, nicht nur für Union, sondern auch für andere Vereine. Viel habe ich nach der Hinrunde nicht zu verlieren. Vielleicht muss man auch mal etwas anderes ausprobieren." Union jedenfalls zögert. "Wenn wir ihm jetzt einen neuen Vertrag geben, verfällt er vielleicht wieder in alte Muster", befürchtet Trainer Neuhaus an einen Leistungsabfall, sobald die Zukunft geklärt ist. Prognose: Die Zeichen stehen auf Trennung.

Patrick Zoundi

Gegen Hertha BSC hatte der Mittelfeldmann aus Burkina Faso "seine Aufstellung gerechtfertigt" (Neuhaus). Gegen Ingolstadt war von ihm außer einem vergebenen Kopfball nach 32 Sekunden nichts zu sehen. Zwei Partien, die die fehlende Konstanz des 30-Jährigen seit seinem Wechsel zu Union im Sommer 2011 offenbaren. Dabei sollte jedoch auch nicht vergessen werden, dass ihn immer wieder Verletzungen zurückwarfen.

Vor allem seine Malariaerkrankung in der Vorbereitung auf die Saison 2011/12 brachte ihn lange nicht über den Status eines Einwechselspielers hinaus. Als er in der laufenden Spielzeit endlich in Schwung kam, kehrte er mit einem Muskelfaserriss von einer Nationalmannschaftsreise zurück. Durch die Verpflichtungen der beiden Mittelfeldspieler Baris Özbek (26, kam im Winter, Vertrag bis 2016) und Martin Dausch (26, kommt zur neuen Saison aus Aalen, Vertrag bis 2015) ist die Konkurrenz nicht geringer geworden. Prognose: Ein Verbleib ist eher unwahrscheinlich.

Felipe Gallegos

Er ist der Pechvogel im Kader der Köpenicker. Muskelfaserriss Anfang September, kurz darauf Mittelfußbruch beim Waldlauf, in der Wintervorbereitung in Huelva/Spanien Gehirnerschütterung samt Nasenbeinbruch nach einem Zusammenprall – der 21-jährige Chilene, von Universidad de Chile ausgeliehen, kam bei Union nie auf die Beine.

Die Berliner besitzen zwar eine Kaufoption inklusive eines ausgehandelten Vertrags bis 2016. Doch dem Vernehmen nach bemüht sich Union mit Gallegos' Beratern um eine weitere Ausleihe. Prognose: Er erhält eine zweite Chance.

Daniel Göhlert

Der ewige Göhlert, bereits seit der Rückkehr in die Regionalliga 2006/07 bei Union, spielt in dieser Saison nur noch eine untergeordnete Rolle. Der 32-jährige Defensivspieler, in der Innenverteidigung und im defensiven Mittelfeld einsetzbar, ist nur noch in der Schlussphase zur Ergebnissicherung gefragt oder wenn andere Spieler verletzt sind.

Sein einziger Einsatz von Beginn an endete Mitte November 2012 beim 3:3 in Regensburg nach 70 Minuten – Gelb-Rot. Prognose: Seine Union-Zeit endet im Sommer.

Marcel Höttecke

Der Torwart, im Sommer 2010 als neue Nummer eins verpflichtet, ist seit Sommer 2012 von den Profis freigestellt, um sich einen neuen Verein zu suchen. Der 25-Jährige fristet derzeit sein Dasein bei der zweiten Mannschaft. Ein Probetraining beim niederländischen Zweitligisten Go Ahead Eagles Deventer Ende vergangenen Jahres blieb ohne Erfolg. Prognose: Union ist froh, ihn bald von der Gehaltsliste zu haben.

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