11.02.13

Berliner Stadtduell

Warum Hertha gegen Union ein Derby der Superlative wird

Endlich ist es so weit: Hertha BSC empfängt im Olympiastadion den 1. FC Union. Dreimal gab es das Duell bereits, doch nie war es so brisant.

Von Jörn Meyn, Uwe Bremer und Michael Färber
Foto: pA/dpa

Überraschung: Im bisher letzten Aufeinandertreffen zwischen Hertha und Union im Olympiastadion 2011 gelang den Eisernen mit Marcel Höttecke im Tor (M.) ein 2:1-Sieg
Überraschung: Im bisher letzten Aufeinandertreffen zwischen Hertha und Union im Olympiastadion 2011 gelang den Eisernen mit Marcel Höttecke im Tor (M.) ein 2:1-Sieg

An diesem Montagabend schaut ganz Fußball-Deutschland nach Berlin. Im Olympiastadion treffen Hertha BSC und der 1. FC Union im Lokalderby aufeinander (20.15 Uhr, Sport1 und im Liveticker der Berliner Morgenpost). Dreimal gab es schon das brisante Duell. Diesmal aber wird es ein Derby der Superlative. Fünf Gründe.

Niemals zuvor in der noch jungen Derby-Geschichte hatte die Begegnung zwischen Hertha und Union eine größere sportliche Bedeutung. Denn anders als in der Vergangenheit geht es diesmal für beide Klubs neben der Ehre, die Nummer eins in der Stadt zu sein, vor allem auch um den Aufstieg in die Bundesliga.

Für Hertha, derzeit Tabellenzweiter, bietet sich die Gelegenheit, mit einem Sieg dank der besseren Tordifferenz an Spitzenreiter Eintracht Braunschweig vorbeizuziehen und erstmals in der aktuellen Spielzeit auf Platz eins vorzurücken. Cheftrainer Jos Luhukay hat angekündigt, als Meister aufsteigen zu wollen. Die Chance, diesem Ziel einen großen Schritt näherzukommen, wird sein Team noch einmal extra motivieren.

Unerwartet hat sich auch Union der Gruppe der Aufstiegsaspiranten angeschlossen. Die Köpenicker haben sich vor allem durch ihre Heimstärke (20 Punkte) bis auf Platz vier vorgeschoben und könnten mit einem Erfolg im Olympiastadion diesen Rang und den Fünf-Punkte-Abstand auf Kaiserslautern auf dem Relegationsplatz drei verteidigen.

Luhukay hat die Eisernen daher bereits als ernsthaften Aufstiegskonkurrenten bezeichnet. Unions Trainer Uwe Neuhaus wehrt sich dagegen nicht. Auf Luhukays Worte angesprochen sagte der 53-Jährige: "Ein Hellseher oder Wahrsager ist er nicht, man muss ja nur auf die Tabelle schauen, um zu erkennen, dass dies keine gewagte Prognose ist." Und Neuhaus rechnet sich durchaus Chancen aus, Hertha erstmals seit 18 Spielen in dieser Saison wieder eine Niederlage zuzufügen: "Wir fahren ins Olympiastadion, um zu gewinnen, und nicht, um nur dabei gewesen zu sein."

Die größte Kulisse

Insgesamt 74.244 Zuschauer lockt das Derby ins Olympiastadion (ausverkauft). Damit findet es vor der größten Kulisse der laufenden Zweitligasaison statt. Darüber hinaus verfolgen mehrere Millionen Menschen die Partie live im Fernsehen (Sport1). Eine größere Aufmerksamkeit bekommt keine Spiel in Liga zwei. "Diese Begegnung ist ein Ausnahmespiel" schwärmte Luhukay. "Dass in der Zweiten Liga knapp 75.000 Fans ins Stadion kommen, ist einmalig und beweist, dass Berlin eine Fußballstadt ist", so der Niederländer. Das suche in Europa seines Gleichen. "Für uns alle", sagte Luhukay, "ist es eine Ehre, an dieser Partie beteiligt zu sein."

Unions Kapitän Torsten Mattuschka, der vor zwei Jahren den 2:1-Siegtreffer im Olympiastadion erzielt hatte, glaubt nicht, dass die beeindruckende Kulisse sein Team hemmen wird: "Das wird Gänsehaut-Feeling. Wir müssen die Atmosphäre genießen, und gerade unsere jungen Spieler brauchen davor keine Angst zu haben." Ein klassisches Auswärtsspiel wird es für die Eisernen ohnehin nicht. Bis zu 25.000 Union-Anhänger werden erwartet.

Die größte Berliner Beteiligung

Niemals zuvor standen mehr Berliner auf beiden Seiten im Aufgebot bei einem Derby zwischen Hertha und Union. Für die Blau-Weißen werden mit Änis Ben-Hatira, John Anthony Brooks, Alfredo Morales und Ersatztorwart Sascha Burchert gleich vier gebürtige Berliner auf dem Spielberichtsbogen stehen (insgesamt weist der Kader sogar zehn Berliner auf).

Auf Seiten der "Eisernen" sind mit Jan Glinker, Christian Stuff, Björn Kopplin und Christopher Quiring voraussichtlich ebenfalls vier Hauptstädter dabei (insgesamt acht im Kader).

Die erfolgreichsten Trainer

Auf der Bank beider Vereine sitzen mit Jos Luhukay und Uwe Neuhaus zwei Trainer, die ebenfalls für Superlative sorgen. Luhukay gelang mit Borussia Mönchengladbach (2008) und dem FC Augsburg (2011) bereits zweimal der Gang in die Bundesliga. Damit ist der 49-Jährige aktuell der erfolgreichste Aufstiegstrainer der Zweiten Liga.

Zudem spielt Hertha mit 45 Punkten aus 20 Partien unter Luhukay die bisher beste Saison der Vereinsgeschichte. Neuhaus auf der anderen Seite ist seit dem 1. Juli 2007 verantwortlich für das sportliche Abschneiden der Unioner und damit der dienstälteste Trainer der Liga. Auch er kann sich derzeit über einen Rekord freuen: Nie standen die Köpenicker nach 20 Partien besser in der Tabelle da als in der aktuellen Spielzeit.

Die besten Perspektiven

Hertha ist auf dem Weg zurück in die Bundesliga. Mit einem Derby-Sieg käme Luhukays Team seinem Ziel deutlich näher. Union dagegen würde mit einem Erfolg gegen den Stadtrivalen seine Aufstiegschancen wahren. Gelingt die Überraschung gegen Hertha, wäre es der nächste Schritt in Richtung Bundesligafußball in der Alten Försterei. "Im Derby", sagte Luhukay kürzlich, "geht es um die Ehre in der Stadt." Es war eine Untertreibung. Denn diesmal es geht um viel mehr.

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5:1 - Hertha demontiert Regensburg

Hertha BSC gegen 1. FC Union
  • Einlass

    Die 128 Eingänge am Olympiastadion werden um 18 Uhr geöffnet. Es wird die rechtzeitige Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln empfohlen.

  • Schiedsrichter

    Das Topspiel des 21. Zweitliga-Spieltages wird geleitet von Florian Meyer aus Burgdorf.

  • Bilanz

    Die Statistik ist ausgeglichen: Hertha und Union haben je einmal mit 2:1 gewonnen, dazu gab es beim Premieren-Duell im September 2010 ein 1:1.

  • Premiere

    Im Winter wurden im Olympiastadion 193 neue Fernsehmonitore installiert. Nun sind im Stadion-Restaurant in der Ostkurve, in den VIP-Bereichen sowie in den Sportlerkabinen alle Übertragungen in HD-Qualität zu sehen.

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