03.02.13

Zweite Liga

Unions Özbek hat den richtigen Riecher für Tore

Nach gutem Einstand freut sich Mittelfeldspieler Özbek auf das Derby bei Hertha BSC. Schließlich weiß er, wie man im Olympiastadion gewinnt.

Von Michael Färber
Foto: dpa

Mittelfeldspieler Baris Özbek setzt beim 1. FC Union zum Höhenflug an
Mittelfeldspieler Baris Özbek setzt beim 1. FC Union zum Höhenflug an

"Mein letztes Pflichtspieltor?" Baris Özbek legt den Kopf in den Nacken, blickt nach oben und überlegt. Einen Moment später macht die Anspannung in seinem Gesicht einem Lachen Platz. "Da bin ich überfragt", sagt der Mittelfeldspieler des 1. FC Union.

Dem Manne kann geholfen werden. Exakt 854 Tage musste Özbek warten, bis er mit seinem Treffer beim 3:1 gegen den SV Sandhausen am Freitagabend seine torlose Zeit endlich beendet hatte. Davor hatte er zuletzt am 1. Oktober 2010 beim 1:2 von Galatasaray Istanbul bei Karabükspor jubeln können.

Was der 26-Jährige zum Punktspielstart der Zweiten Liga erlebt hat, war ein Einstand nach Maß. Ein Tor, eine Gelbe Karte, eine Handvoll Ansätze, die belegten, warum Union den ehemaligen U21-Nationalspieler geholt hat – alles in nur 24 Minuten.

Das Vertrauen gleich ein wenig zurückgezahlt

"Schön, dass ich das Vertrauen gleich etwas zurückzahlen konnte, das man bei der Verpflichtung in mich gesetzt hat", sagte Özbek. Seinen Treffer erklärte er so: "Ich habe irgendwie gefühlt, dass der Ball nach der Ecke zu mir kommt. Das muss man aber auch ein wenig riechen."

Özbek hat die Arme hinter seinem Rücken verschränkt, als er spricht. So als wolle er irgendwo Halt suchen, den er eigentlich gar nicht braucht. Seine neuen Mitspieler haben ihn gut aufgenommen. "Ich denke, er fühlt sich wohl, auch wenn er noch nicht so lange hier ist", sagte Kapitän Torsten Mattuschka: "Er wird zwar noch ein, zwei Wochen brauchen, bis er uns richtig helfen wird. Man sieht aber schon, dass er Fußball spielen kann. Sonst wäre er auch nicht dort gewesen, wo er war."

Bei Galatasaray Istanbul reifte der Essener Jugendspieler zum Profi. Bis ihn im Sommer 2011 ein Kreuzbandriss außer Gefecht setzte. Seitdem kämpft der 1,80-Meter-Mann um ein vernünftiges Comeback. "Er hatte anderthalb Jahre keine Wettkampfpraxis, außerdem fehlen ihm die vier bis sechs Wochen Vorbereitung. Wir müssen ihn vorsichtig an die Mannschaft heranführen", sagte Trainer Uwe Neuhaus.

Mit Galatasaray Istanbul gelang ein Sieg gegen Hertha

Özbek weiß selbst: "Ich muss noch viel aufholen. Nach zwei, drei Sprints war ich schon aus der Puste." Sein Tor gegen Sandhausen "ist natürlich eine große Motivation für die nächste Woche", freut er sich auf das Duell mit Hertha BSC am 11. Februar. Über genug Derbyerfahrung verfügt Özbek durch seine Istanbuler Jahre, wo es regelmäßig gegen Fenerbahce oder Besiktas ging.

Und wie man im Olympiastadion gewinnt, weiß er auch. "Ich habe mit Galatasaray mal im Uefa-Cup bei Hertha gewonnen", erzählte Özbek. Es war ein 1:0 im Dezember 2008. "Warum soll uns das nicht auch im Derby gelingen?"

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