22.01.13

Zweite Liga

Unions Kopplin schielt bereits in Richtung Hertha BSC

Nach dem Totalausfall 2012 wegen Verletzungen will der Fußball-Profi nun zum echten Zugang werden. Er wird auch dringend gebraucht.

Foto: pa/Eibner

Winterzugang: Unions Björn Kopplin (r.) ist endlich wieder zurück auf dem Fußballplatz
Winterzugang: Unions Björn Kopplin (r.) ist endlich wieder zurück auf dem Fußballplatz

Das Schneetreiben im Stadion An der Alten Försterei nimmt er ohne mit der Wimper zu zucken hin. Auch der klirrenden Kälte trotzt er mühelos. "Mir geht es ganz gut", sagt Björn Kopplin. Dem Verteidiger des 1. FC Union ist anzumerken, dass er wieder Freude an der Ausübung seines Berufs als Profifußballer hat. "Die Vorbereitung ist hart, doch es macht Spaß, endlich wieder auf dem Platz zu stehen und mit der Mannschaft ordentlich zu trainieren", erklärt der 24-Jährige.

Viel zu lange hat er auf diese ersten Wochen des Jahres warten müssen. Auf die ersten Einsätze in der Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus, selbst wenn es nur Testspiele im Rahmen des Wintertrainingslagers in Spanien oder zuletzt in Chemnitz gewesen sind. "Man sieht auch schon die Fortschritte. Natürlich klappt noch nicht alles, aber ich bin auf einem guten Weg", sagt Kopplin. Sein Trainer sieht dies genauso. "Ich bin schon zufrieden mit ihm", sagte Trainer Neuhaus: "Wichtig ist, dass er keine Probleme hat."

Schambeinentzündung verhindert früheres Comeback

Die hatte er ohne Zweifel genug in den vergangenen Monaten. Wer konnte denn auch ahnen, dass sein Comeback im Union-Trikot dermaßen lange dauern würde, nachdem er im vergangenen Sommer vom VfL Bochum nach Köpenick zurückgekehrt war. Zuvor hatte er bis 2004 bereits in der Union-Jugend gekickt.

Es war eine schmerzhafte Schambeinentzündung, die Kopplin seit Saisonstart auf Eis gelegt hatte. Während seine Teamkollegen trainierten oder um Punkte kämpften, musste er mit leichtem Lauftraining vorliebnehmen oder saß auf der Tribüne. Wie er die ungewollte Warteschleife überstanden hat? "Ich habe vieles mit Galgenhumor genommen", erzählt Kopplin. Auch auf die 13, seine Rückennummer, habe er die Misere schon geschoben. Denn als die Entzündung endlich überstanden war und er Mitte November endlich Spielpraxis in Unions U23 sammeln sollte, brach er sich das Nasenbein. Das Jahr, das in Bochum bereits mit einer Operation seiner Adduktoren begonnen hatte, war endgültig gelaufen.

Sein Vertrag läuft bis 2015

Doch Kopplin steckte nie auf. Kein Wunder, bei der riesigen Rückendeckung. "Der Verein steht voll hinter mir", sagt er mit einer großen Portion Dankbarkeit: "Sie wollten mich im Sommer, obwohl ich nach einer Operation gekommen bin. Deshalb habe ich immer daran geglaubt, dass meine Chance kommen wird." Zumal ihn die Laufzeit seines Vertrages bis 2015 ohnehin nicht wirklich unter Druck gesetzt hat.

"Wenn ein Spieler so lange ausgesetzt hat, davor die ganze Zeit nur mit Schmerzen trainieren konnte, dann ist alles anders", bleibt Trainer Neuhaus ob seines "Winterzugangs" vorsichtig. Timing und Rhythmus fehlen noch, das war auch im Training zu sehen, in der die Mannschaft vor allem das Verwerten von Flanken geübt hat. "Doch es wird von Mal zu Mal besser", so Neuhaus. Das muss es auch, denn Kopplin wird gebraucht, wenn Union am 1. Februar gegen Sandhausen in die Rückrunde startet. Weil Marc Pfertzel (31) Gelb-gesperrt ist, ist der Platz rechts in der Abwehr frei. Und Kopplin der erste Kandidat, ihn zu füllen.

Zweikampf mit Marc Pfertzel

Der Berliner spricht dabei von einer "komischen Situation". Schon in Bochum musste sich Kopplin mit Pfertzel auseinandersetzen – und verdrängte ihn. "Er hatte damals wegen Verletzungen Pech gehabt, nun ist es umgekehrt", sagt der Defensivmann. Für den Franzosen spreche dessen Erfahrung. Doch mit seinen Qualitäten (Schnelligkeit, lange Einwürfe) sieht sich Kopplin nicht chancenlos für einem erneuten Coup gegen Pfertzel. "Wenn ich gegen Sandhausen spiele, habe ich auch gute Chancen, danach gegen Hertha aufzulaufen", sagt Kopplin.

Ein gelungener Test an diesem Dienstag gegen den Schweizer Erstligisten FC Lausanne (19 Uhr, Alte Försterei) bringt ihn seinem Ziel sicher näher.

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