05.01.13

Zweite Liga

1. FC Union feilt an seiner Nervenstärke

Trainingsstart bei den Köpenickern. Beim Laktattest fehlten zwar Terodde und Belaid, dafür zeigten andere wieder ihre gewohnte Fitness.

Von Marcel Stein
Foto: picture alliance / Eibner-Presse

Trainer Uwe Neuhaus möchte in Spanien vor allem die Ballarbeit seiner Spieler verbessern
Trainer Uwe Neuhaus möchte in Spanien vor allem die Ballarbeit seiner Spieler verbessern

Als die Letzten in der Rudolf-Harbig-Halle ankamen, waren die Ersten schon total verschwitzt. Etliche Runden steckten ihnen bereits in den Beinen, geatmet wurde flach. Der Laktattest forderte seinen Tribut.

Aber die Kraft für eine freundliche Begrüßung zwischen den Intervallen hatte die erste Gruppe dennoch, als die zweite nach und nach auftauchte. Es wurde gelächelt, sich umarmt. "Zwei, drei Leute habe ich beim Weihnachtssingen gesehen, den Rest erst heute wieder, da freut man sich", sagte Torsten Mattuschka, Kapitän des 1. FC Union, nach dem Start der Vorbereitung auf die Rückrunde der Zweiten Fußball-Bundesliga.

Vergleichsweise blass sah der Mittelfeldspieler aus, zumindest im Verhältnis zu seinem Trainer. Der beobachtete mit dunkelbraun gebrannter Haut auf der Matte einer Hochsprunganlage sitzend die Laufleistung seiner Profis. Über deren Zustand konnte er noch wenig sagen, da dies nicht immer am Gesicht abzulesen sei. "Erst die Werte bringen die Wahrheit", sagte Neuhaus. Er sei aber sehr erholt, nicht nur äußerlich, "innerlich noch mehr." Den erstaunlichen Grad seiner in südlichen Gefilden erworbenen Bräune erklärte er so: "Im Gegensatz zu den Spielern gehe ich auch tagsüber raus."

Gleich wieder ran an den Ball

Ob die Profis ihr Leben in den vergangenen zwei Ferienwochen mehr in die Nacht verlagert haben, werden die Ergebnisse des Laktattests schnell zeigen. Ein reiner Feierurlaub war für die Spieler jedenfalls nicht vorgesehen. "Die individuellen Pläne sahen so aus, dass wir jetzt nicht groß Kondition machen müssen, sondern in Spanien schnell in die Ballarbeit einsteigen und die Sicherheit wiederbekommen", sagte Neuhaus, der mit seiner Mannschaft am Montag gleich wieder Richtung Süden abdüst. In Huelva (Spanien) bestreitet Union ein einwöchiges Trainingslager. "Sieben Tage mal was anderes sehen, ist auch ganz schön", findet Kapitän Mattschuka.

Mit nach Spanien reisen soll auch Simon Terodde. Der Stürmer fehlte genau wie Mittelfeldspieler Tijani Belaid zum Auftakt: Terodde plagt sich mit Fieber, Belaid wurde ein Abszess entfernt. Für Belaid, den Union im Winter gern gehen lassen würde, fällt das Trainingslager damit aus. Dafür werden einige A-Junioren die Profis nach Huelva begleiten, Testspieler sind vorerst nicht eingeplant. Überhaupt ist bei den Transfers derzeit alles still rund um Union. Einen Zugang bis zum Ende der Wechselfrist am 31. Januar, vor allem im Angriff, will Neuhaus aber nicht ausschließen.

Innere Festigkeit der Spieler entscheidend

Dafür hat der 53-Jährige zwei Quasi-Zugänge zur Verfügung. Mittelfeldspieler Filipe Gallegos (zwei Kurzeinsätze) und Rechtsverteidiger Björn Kopplin (ohne Einsatz) haben wegen Verletzungen die Hinrunde mehr oder minder verpasst und sind nun wieder fit. Beide bringen den Köpenickern mehr spielerische Qualität. Wobei das für den Trainer nicht entscheidend ist. "Wir sind fußballerisch nicht auf schlechtem Niveau und können mit der Spitze mithalten. Aber wie man in Braunschweig gesehen hat, gehören auch noch andere Dinge dazu wie die mentale Fähigkeit, so ein Spiel ohne große Fehler zu beenden", so Neuhaus. Beim Spitzenreiter hatte Union vor der Winterpause nach 2:1-Führung 3:4 verloren.

Die innere Festigkeit der Spieler zu schärfen, sei eines der wichtigen Ziele für die Rückrunde, so Neuhaus: "Wir werden unsere Arbeit machen und versuchen, uns zu verbessern." Bislang liegen die Berliner im Soll, Platz sieben war ihre minimale Vorgabe. Sogar die Aussichten, noch weiter nach vorn zu kommen, sind nicht schlecht – Relegationsrang drei ist nur fünf Punkte entfernt. Aber daran denkt vier Wochen vor dem Ligaauftakt gegen den SV Sandhausen am 1. Februar niemand. "Wir haben sechs Testspiele, das ist gut, um in den Rhythmus zu kommen", sagt Torsten Mattuschka. Der Ausflug nach Spanien hilft ihm vielleicht auch, etwas Farbe zu bekommen und neben dem Trainer nicht ganz so blass dazustehen.

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