09.12.12

Zweite Bundesliga

Warum für Union zur Zeit jeder Sieg doppelt zählt

Saisonziel ist Platz fünf bis sieben - nach nur einer Niederlage in 13 Spielen fällt bei Union jedoch immer öfter das Wort "Aufstieg".

Von Michael Färber
Foto: Bongarts/Getty Images

Froh über 27 Punkte, aber nicht abgehoben: Torsten Mattuschka, Kapitän des 1. FC Union
Froh über 27 Punkte, aber nicht abgehoben: Torsten Mattuschka, Kapitän des 1. FC Union

Torsten Mattuschka wusste schon, was gleich auf ihn zukommen würde. Die Frage drängte sich nach dem 2:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern regelrecht auf. Was geht beim 1. FC Union in dieser Saison in Sachen Aufstieg in die Bundesliga?

Der Kapitän des Berliner Fußball-Zweitligisten ließ sich jedoch nicht aus der Reserve locken. "Jetzt wollen wir mal die Kirche im Dorf lassen. Es ist alles gut, so wie es ist.", sagte Mattuschka. "Vor ein paar Wochen hatten wir noch einen Punkt, jetzt haben wir 27, darüber können wir alle froh sein."

Der Ist-Zustand, der so gut tut, sieht folgendermaßen aus: Rang fünf, nur fünf Punkte von Relegationsplatz drei entfernt. Nachdem "wir endlich mal einen Großen geschlagen haben" (Markus Karl) und nach der besten Saisonleistung vor heimischem Publikum.

"Weil wir uns nach der Führung nicht zu tief haben zurückfallen lassen, um nur noch auf Konter zu spielen", sagte Trainer Uwe Neuhaus. Und prompt werden die Köpenicker als ernsthafter Aufstiegskandidat gehandelt. Also: Was geht noch für Union?

Vor dem Erfolg am Freitagabend hatte der Trainer sich alle Optionen offen gehalten: "Mal sehen, wohin die Reise noch geht." Nach dem siebten Spiel in Folge ohne Niederlage klang das so: "Wir haben nichts übermäßig Großartiges geschafft, sondern nur, was wir uns auch zugetraut haben", verwies Neuhaus auf das gesteckte Saisonziel, die Plätze fünf bis sieben: "Ob wir das bis zum Schluss durchhalten, werden wir sehen."

Nur eine Niederlage in 13 Spielen

Unaufgeregt ist wohl der Begriff, mit dem man die Gefühlswelt an der Alten Försterei am besten beschreibt. Kein Abheben, nur weil es in den vergangenen Wochen kontinuierlich nach oben gegangen ist. "Nach fünf Spieltagen standen wir noch hier, und alles war schlecht", sagte Simon Terodde, dessen Doppelpack gegen Kaiserslautern den Blick nach oben erst möglich gemacht hat.

Es ist diese Bodenhaftung, die die Köpenicker den Blick auf das Wesentliche nie verlieren lässt. Und damit für die Konkurrenz im Aufstiegsrennen so gefährlich macht.

Schon als es zu Saisonbeginn vier Niederlagen in Folge gesetzt und Union mit nur einem mageren Pünktchen sogar auf einem Abstiegsplatz gestanden hatte, behielt man einen kühlen Kopf. Statt Aktionismus wurde weiter in Ruhe an den Fehlern gearbeitet und an die eigenen Fähigkeiten geglaubt.

Der Lohn waren 13 Partien, von denen nur eine verloren (0:1 gegen Paderborn), aber sechs gewonnen wurden, zuletzt sogar drei in Folge. Angesichts der Tatsache, wie eng es im Verfolgerfeld des Bundesliga-Unterhauses derzeit zugeht, ist dies schon ein gehöriges Pfund, mit dem Union wuchern kann. Gerade einmal fünf Punkte trennen die Plätze vier bis elf. Jeder Sieg zählt da fast schon doppelt.

Dass Vorsicht geboten ist, wissen die Unioner selbst am besten. Schon in der vergangenen Spielzeit waren sie in einer ähnlichen Position. Seinerzeit fehlten als Tabellensechster sechs Punkte zum Relegationsplatz. "Dann sind wir nach Fürth gefahren und haben fünf Dinger kassiert", erinnert sich Mittelfeldspieler Michael Parensen nur mit Unbehagen an das 0:5 beim designierten Aufsteiger.

Vergangene drei Spiele gewonnen

Was folgte, war eine Rückrunde, die auf einem achtbaren siebten Platz endete, nicht zuletzt deshalb, weil Union von der guten Punktausbeute aus der Vorrunde zehren konnte. Mit eventuellen Aufstiegsträumen brauchten sich die Berliner allerdings nicht mehr auseinanderzusetzen.

Dies könnte in dieser Saison anders sein. Am 17. Dezember wartet zum Jahresabschluss das Gastspiel bei Eintracht Braunschweig auf Union. Trainer Neuhaus spricht von einer "Zugabe gegen den Tabellenführer". Doch im Stadion an der Hamburger Straße sahen die Rot-Weißen immer gut aus, die vergangenen drei Spiele dort wurden sogar gewonnen.

Beste Vorraussetzungen eigentlich für den vierten Sieg in Folge, oder? "Wenn es so weiter geht, ist das natürlich geil für die Mannschaft", sagte Mattuschka, schob aber gleich hinterher: "Darüber brauchen wir jetzt nicht sprechen. Wir schauen von Spiel zu Spiel und wollen unsere Punkte holen." Ganz unaufgeregt. Die Konkurrenz sollte jedenfalls gewarnt sein.

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