07.12.12

Zweite Liga

Union schlägt Kaiserslautern dank Terodde mit 2:0

Durch den Heimerfolg gegen die Pfälzer klettert Union Berlin auf Tabellenplatz fünf. Stürmer Simon Terodde traf dabei doppelt.

Von Michael Färber
Foto: dapd

Treffsicher: Simon Terodde sicherte mit seinen Zweitliga-Saisontoren sechs und sieben den Union-Erfolg
Treffsicher: Simon Terodde sicherte mit seinen Zweitliga-Saisontoren sechs und sieben den Union-Erfolg

Den Schneewalzer hatten die Fans des 1. FC Union angestimmt und mit eigenem Text versehen. So schunkelten die 16.750 Zuschauer auf den Rängen der Alten Försterei und die Mannschaft des Berliner Fußball-Zweitligisten auf dem Rasen gemeinsam zum "FC-Union-Walzer". Mittendrin: Simon Terodde. Sein Trikot mit der Nummer 11 hatte der Stürmer da schon längst weggegeben. Mohamadou Idrissou hatte sich das Hemd gesichert. Doch nicht der Angreifer des 1. FC Kaiserslautern, mit neun Toren treffsicherster Spieler der Liga, war der Held gestern Abend, sondern eben Terodde. Mit seinen Saisontoren sechs und sieben schoss der 24-Jährige den Aufstiegskandidaten aus der Pfalz allein ab. 2:0 (1:0) im letzten Heimspiel des Jahres – eine bessere Vorlage für die Union-interne Weihnachtsfeier hätte es nicht geben können.

"Ich denke, dass wir schon gute Laune haben werden", sagte Trainer Uwe Neuhaus mit Blick auf den heutigen Abend. Er wusste, dass seine Mannschaft gegen die Pfälzer "eines der besten Heimspiele dieser Saison" abgeliefert hatte. Einen Big Point, der die Köpenicker zumindest bis heute Nachmittag auf den fünften Platz hievte. Der zeigte, dass sie auch mit den Spitzenteams der Zweiten Liga nicht nur mithalten, sondern gegen sie auch siegen können. Selbst Klubchef Dirk Zingler mochte nicht an sich halten und umarmte jeden Spieler, jeden Betreuer nach dem Abpfiff herzlich. Mit Kapitän Torsten Mattuschka sah man ihn sogar einen Moment lang auf dem Rasen hüpfen. Selten hatte man die Unioner in dieser Saison fröhlicher, zufriedener gesehen.

Für einen Teil der Fans begann die Partie bereits drei Stunden früher. Gegen 15 Uhr zogen gut 750 Anhänger beider Vereine von der Seelenbinderstraße in Köpenick in Richtung Stadion, um ihren Protest gegen das Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL), das am 12. Dezember beschlossen werden soll, auch auf die Straße zu tragen. Ähnliche Kundgebungen sind heute in Augsburg, Köln oder Dresden geplant. Im Stadion selbst gab es zum letzten Mal 12:12 Minuten langes Schweigen von den Tribünen. Danach war trotz Minusgraden die Hölle los.

Mattuschkas fünfte Gelbe Karte

Die Ausgangslage war klar: Union wollte gewinnen, um einen großen Schritt in Richtung Saisonziel (Platz fünf bis sieben) machen und gehörig Selbstvertrauen tanken zu können. Kaiserslautern durfte auf keinen Fall verlieren, um mit der zweiten Niederlage in Folge nicht noch mehr Boden im Kampf um die Aufstiegsplätze zu verlieren. So entwickelte sich vom Anpfiff weg ein offener Schlagabtausch, frei von taktischen Zwängen. Auf der einen Seite die Gäste, die vor allem in der ersten halben Stunde offenbarten, warum sie von der direkten Rückkehr in die Bundesliga träumen können. Athletik, Zusammenspiel, Technik waren die drei Säulen, mit denen die Roten Teufel punkten wollten. Die Unioner, mit Trauerflor für den verstorbenen ehemaligen Mannschaftsleiter Herbert Domschke spielend, hielten zunächst mit ihren Möglichkeiten dagegen: Kampf, Einsatzbereitschaft, Teamgeist.

Doch mit zunehmender Spieldauer übernahmen die Hausherren das Geschehen. "Knackpunkt für uns war der Schuss von Bunjaku, den Haas gehalten hat", sagte Neuhaus. 20 Minuten waren gespielt, als Union-Keeper Daniel Haas einen Schuss von Albert Bunjaku aus spitzem Winkel entschärfte. "Wir sind von Anfang an gut in die Zweikämpfe gekommen", sagte Terodde. Die Zweikämpfe, immer wieder wurden sie als entscheidender Punkt angeführt. Auch von Lauterer Seite. "Wir haben es nicht geschafft, uns in die Zweikämpfe reinzubeißen", so Bunjaku.

Auch den zweiten siegbringenden Punkt analysierte Terodde treffend: "Wir haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht." Das 1:0 fiel zwei Minuten vor der Pause. Nachdem Lauterns Alexander Bugera nur die Latte getroffen hatte (31.), flankte Christopher Quiring von rechts in den Strafraum, und Terodde köpfte den Ball wuchtig ins Tor. Doch das war nichts im Vergleich zum 2:0. Nun flankte Marc Pfertzel in den Sechzehner – und Terodde nahm das Spielgerät zunächst mit der Brust an, eher er es volley an FCK-Torwart Tobias Sippel ins Netz drosch (66.). Ein Traumtor. Wieder lag Union 2:0 gegen Kaiserslautern vorn, wie im Hinspiel. Das endete Anfang August 3:3. Begann nun erneut das große Zittern? Mitnichten. Die Gäste versuchten es noch einmal mit Idrissou (76.) und Florian Riedel – und waren geschlagen. Was auch Hertha BSC im Aufstiegsrennen hilft.

Einziger Wermutstropfen: Kapitän Mattuschka kassierte die fünfte Gelbe Karte und wird beim Jahresabschluss in Braunschweig (17.12.) fehlen. Der Stimmung auf der Weihnachtsfeier heute wird dies dennoch keinen Abbruch tun.

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