07.12.12

Zweite Liga

Wie Union Hertha im Aufstiegsrennen helfen kann

Am Abend spielt Union Berlin gegen Kaiserslautern, danach in Braunschweig. Beide sind Herthas direkte Konkurrenten im Aufstiegsrennen.

Von Michael Färber
Foto: picture alliance / Pressefoto UL

Stark im Hinspiel: Unions Marc Pfertzel (l.) rettete den Köpenickern in Kaiserslautern einen Punkt
Stark im Hinspiel: Unions Marc Pfertzel (l.) rettete den Köpenickern in Kaiserslautern einen Punkt

Jos Luhukay, der Trainer von Hertha BSC, wollte sich nicht aufs Glatteis locken lassen. Ob er und seine Mannschaft in den kommenden Tagen nun die größten Fans des 1. FC Union sein würden, wurde er gefragt. "Nein, natürlich nicht", sagte Luhukay.

Die Frage hatte durchaus seine Berechtigung. Denn ausgerechnet der Fußball-Zweitligist aus Köpenick kann dem Lokalrivalen in den letzten beiden Partien des Jahres den Weg zurück in die Bundesliga ebnen helfen.

Am Freitag ist der 1. FC Kaiserslautern zu Gast an der Alten Försterei (18 Uhr, verfolgen Sie die Partie im Live-Ticker der Berliner Morgenpost), am 17. Dezember spielt Union bei Spitzenreiter Eintracht Braunschweig. Die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus ist damit bis Weihnachten der wichtigste Aufstiegshelfer der Herthaner.

"Das hatte ich ehrlich gesagt nicht so auf dem Schirm, aber gut, dann ist es wohl so", sagte Torsten Mattuschka: "Im Grunde tut es nichts zur Sache. Wir schauen auf uns und wollen uns weiter verbessern, also brauchen wir die Punkte. Um Hertha kümmern wir uns dann im Februar, und das ist noch lange hin."

Für Unions Kapitän ist die Tatsache, dass Berlin wieder näher an die deutsche Eliteliga heranrücken kann, folglich nur ein Nebenaspekt. Angesichts der möglichen, keinesfalls aber vorrangigen Schützenhilfe für den Hauptstadt-Kontrahenten fügte Mattuschka hinzu: "Wir wollen die Spiele trotzdem gewinnen."

Unions Reifeprüfung zum Rückrundenstart

Der Rückrundenstart gegen Kaiserslautern ist für Union weit mehr als nur eine kleine Hilfe für Hertha. Die Partien gegen die zwei Aufstiegskandidaten dürfen schon als Reifeprüfung angesehen werden. "Jetzt können wir zeigen, ob wir auch tatsächlich die gefestigte Mannschaft sind, die wir immer zu sein vorgeben", sagte Mittelfeldspieler Michael Parensen: "Zuletzt hatten wir Gegner, die qualitativ nicht so gut waren – Reifeprüfung trifft es eigentlich ganz gut."

Patrick Kohlmann sieht es ähnlich: "Wir haben uns das verdient, jetzt ein tolles Spiel gegen Kaiserslautern zu haben. Wir haben in den vergangenen zwölf Spielen nur einmal verloren und müssten jetzt eigentlich genug Selbstvertrauen haben, um auch gegen Kaiserslautern etwas reißen zu können."

Dabei wird es nicht zuletzt auf das Duo Kohlmann/Parensen ankommen. Seit beide endlich fit sind, ist die linke Seite wieder das Prunkstück der Unioner. Überhaupt gelang über links bislang am meisten, auch als Björn Jopek den verletzten Parensen im Mittelfeld vertrat. Allein zehn der 25 Treffer wurden über die linke Seite vorbereitet – Rang zwei im Ligavergleich nach der Hinrunde.

Kaiserslauterns starke Offensive

Doch Vorsicht ist geboten. Kaiserslautern wird nach der ersten Saisonniederlage am vergangenen Wochenende beim FC St. Pauli (0:1) alles daran setzen, nicht gleich noch eine zweite zu kassieren. "Die Mannschaft ist im Vergleich zum Hinspiel noch eingespielter und hat qualitativ zugelegt", warnte Trainer Neuhaus. Mohamadou Idrissou (neun Tore), Albert Bunjaku (acht), Hendrick Zuck (vier) und Alexander Baumjohann (drei) – "da haben sie eine Offensiv-Flotte, die in der Zweiten Liga ihresgleichen sucht", erklärte Neuhaus: "Wir sind leichter Außenseiter und nehmen die Rolle auch an."

Eine Rolle, in der sich die Köpenicker ohnehin wohl zu fühlen scheinen. Erst recht, wenn es darum geht, Platz sieben zu festigen. "Am letzten Spieltag lief alles dermaßen optimal, sodass wir diesen Platz erreichen konnten. Aber es ist eng um uns herum. Wenn alles so schlecht läuft, wie es am vergangenen Wochenende gut gelaufen ist, könnten wir mit etwas Pech sogar wieder auf den zwölften Platz rutschen."

3:3 im Hinspiel beim FCK

Die Erinnerungen an das Hinspiel Anfang August sind jedenfalls immer noch präsent. An die 2:0-Führung, die Union verspielte, und an den Punkt, den Marc Pfertzel mit seinem Treffer zum 3:3-Endstand kurz vor dem Abpfiff noch rettete. "Vor allem an den Punktgewinn sollten wir uns erinnern. Und dass wir ein gutes Spiel gemacht haben", fordert Torwart Daniel Haas. Doch auch er weiß um die Schwere der Aufgabe: "Das ist ein echter Härtetest für uns." Es gilt, gegen Kaiserslautern und Braunschweig mehr Punkte zu holen als in der Hinrunde – da gab es einen einzigen.

Bei Hertha BSC wird man dafür die Daumen drücken, auch wenn es niemand so richtig zugeben wird. "Wir müssen unsere eigenen Spiele positiv gestalten. Wenn man selber keinen Erfolg hat, dann hilft einem auch die Unterstützung der anderen Mannschaften nicht", sagte Trainer Luhukay. Hertha hat Erfolg, ist seit 15 Spielen ungeschlagen. Und so wird Luhukay die Patzer der Konkurrenz im Minimum wohlwollend zur Kenntnis nehmen, selbst wenn diese durch den Lokalrivalen aus Köpenick verursacht worden sind. Garantiert.

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