01.12.12

Zweite Liga

1. FC Union will Heimmisere gegen Bochum beenden

Einst galt die Alte Försterei als Angstarena für Gäste, heute gibt Union daheim regelmäßig Punkte ab. Das soll sich gegen Bochum ändern.

Foto: picture alliance / ZB

Kapitän Mattuschka motiviert seine Mannschaft mit einem Bilanztrick
Kapitän Mattuschka motiviert seine Mannschaft mit einem Bilanztrick

Wenn es etwas gab, auf das sich der 1. FC Union in den vergangenen Jahren stets verlassen konnte, dann war es die Heimstärke. Hier, im Stadion An der Alten Försterei, waren die Gegner dazu aufgefordert, die Atmosphäre in der größten reinen Fußballarena der Hauptstadt zu genießen und die Punkte in insgesamt schöner Regelmäßigkeit abzugeben. Begriffe wie Festung machten stets die Runde, wenn die Gastmannschaften vor ihrem Auftritt in Köpenick befragt wurden. Und auch Karsten Neitzel, der Trainer des VfL Bochum, machte vor dem Duell am heutigen Sonnabend (13 Uhr) eines deutlich: "Die Berliner werden sich vor eigenem Publikum sicherlich kaum zurückhalten."

Dabei sind es die Gäste, die sich am Sonnabend richtig etwas ausrechnen können. Denn wie Torsten Mattuschka, der Kapitän des Berliner Fußball-Zweitligisten, so treffend bemerkte: "Wir sind eine richtige Auswärtsmannschaft geworden." Wie bitte? Union als inzwischen gefürchteter Gast in fremden Stadien? Man muss schon zweimal hinhören, um zu erkennen: Mattuschka macht keinen Scherz. Wer es immer noch nicht glauben mag, dem sei ein Blick in die Statistik empfohlen.

Auswärts auf Rang acht, daheim nur elfter

Vor diesem letzten Spieltag der Hinrunde rangierte Union in der Auswärtstabelle auf dem achten Platz. In der Heimtabelle muss sich die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus hingegen mit Rang elf zufrieden geben. Noch deutlicher wird die "Heimmisere", wenn man nur die letzten Spiele betrachtet. Fünfmal blieb Union zuletzt in der Fremde ungeschlagen (ein Sieg, vier Unentschieden), daheim gab es jedoch dreimal in Folge keinen Sieg (0:1 gegen Paderborn, 0:0 gegen Aalen, 2:2 gegen 1860 München).

Kein Wunder, wenn Michael Parensen mit Nachdruck fordert: "Gegen Bochum müssen wir unbedingt gewinnen." Der Mittelfeldspieler bringt es auf den Punkt: "Wir wissen, dass wir zu Hause Nachholbedarf haben. Aber dass wir jetzt auswärts besser dastehen als in der Heimtabelle, das hat es bei Union so auch noch nicht gegeben."

Es gilt, nach einem – zumindest von der Ausbeute her – guten Auftritt in Duisburg einen zweiten folgen zu lassen. Endlich einmal nicht nur einen kleinen Schritt, sondern einen großen voranzukommen. "Mit dann 24 Punkten hätten wir trotz des Fehlstarts noch eine richtig gute Hinrunde gespielt", erklärte Mattuschka, warum ein Sieg gegen Bochum so wichtig ist. Der so lang ersehnte Sprung in die obere Tabellenhälfte wäre dann greifbar nah, das Saisonziel, die Plätze fünf bis sieben, wieder ein wenig näher. Ganz zu schweigen davon, dass man der Konkurrenz endlich wieder zeigen könnte: An der Alten Försterei gibt es für euch nichts zu holen.

Gefahr eines torlosen Remis besteht

Der Fahrplan, wie zuletzt verloren gegangenes Ansehen als heimstarke Macht wieder zurückerobert werden kann, ist eigentlich ganz einfach. Zumindest wenn man die Worte Mattuschkas nimmt. "Hilfreich ist, wenn wir so schnell wie möglich ein Tor machen, so wie in Duisburg", verdeutlichte der Spielmacher. Recht hat er, denn gegen Bochum schwant dem Kapitän nichts Gutes. "Bochum steht mehr unter Druck als wir", sagte Mattuschka. Der im Saisonverlauf ziemlich arg gerupfte VfL benötigt dringend jeden Punkt, um sich endlich von den Abstiegsplätzen entfernen zu können. "Aber wenn die Duisburger so spielen wie Aalen, dann sieht man ja, was passieren kann: Wir kontrollieren das Spiel, machen aber unsere Chancen nicht rein", erinnert sich der 32-Jährige. Endstand damals: 0:0.

Die Gefahr eines torlosen Remis wie gegen den Aufsteiger aus Aalen ist gegen Bochum in jedem Fall gegeben. VfL-Coach Karsten Neitzel hat bereits angekündigt: "Wir wissen um die Qualität von Union, aber wir haben Ideen, wie wir sie knacken können." Das klingt durchaus nach einer Taktik wie: Hinten erst einmal sicher stehen. Für den 1. FC Union genau der richtige Ansporn, um endlich wieder zu zeigen: An der Alten Försterei gibt es nichts zu holen. Erst recht nicht für den VfL Bochum.

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