23.11.12

Zweite Liga

Verletztenmisere bei Union - Parensens Rückkehr lässt hoffen

Der 26-Jährige wird bei den Berlinern dringend benötigt - und zwar auf der linken Seite. Denn auch Jopek und Puncec fallen verletzt aus.

Von Michael Färber
Foto: picture alliance / dpa

Kämpfer: Michael Parensen meldet sich rechtzeitig für das München-Spiel zurück
Kämpfer: Michael Parensen meldet sich rechtzeitig für das München-Spiel zurück

Auf welcher Position er sich denn am liebsten sehe, wurde Michael Parensen gefragt. "Da muss ich mal zum Trainer rüberschauen", sagte der Mittelfeldspieler des 1. FC Union. Und Uwe Neuhaus, der gerade zwei Meter entfernt von dem Fußballprofi saß, nahm zunächst fragend die Arme hoch, bevor er dann doch in die Offensive ging. "Jetzt eier" nicht so rum, hau" raus", rief der Coach. Und Parensen tat, wie ihm geheißen. "Das defensive Mittelfeld ist ja schon irgendwie meine Wunschposition", sagte der 26-Jährige also: "Aber ich fühle mich links schon am wohlsten."

Zweieinhalb Monate hatte Parensen nur zuschauen können. Ein Haarriss im Wadenbein, zugezogen Anfang September im Derby gegen Hertha BSC (1:2), hatte ihn außer Gefecht gesetzt. Als ob er mit diversen Knieverletzungen in den vergangenen vier Jahren, in denen er für Union spielt, nicht schon genug Zwangspausen hinnehmen musste. Nach erneut erfolgreicher Reha hat er sich nun wieder herangekämpft, eine Eigenschaft, die man bei Union ganz besonders an ihm schätzt. "Ich freue mich, dass ich endlich wieder Fußball spielen kann", sagte Parensen jetzt. Er wirkt entspannt, ja zufrieden, auch wenn er hinzufügt: "Um wieder 100 Prozent Leistungsvermögen zu erreichen, brauche ich sicher noch ein paar Spiele und Trainingseinheiten."

Patrick Kohlmann kehrt vermutlich auf angestammten Platz zurück

Doch Parensen wird gebraucht, schon am Sonnabend im Duell gegen 1860 München (13 Uhr, Alte Försterei). Die neue Verletztenmisere bei den Köpenickern will es so. Denn mit dem zuletzt gut aufspielenden Björn Jopek (Muskelfaserriss) fällt ausgerechnet jener Mann aus, der ihn seit dem Derby mehr als nur ersetzt hatte – sei es auf der linken Seite oder auch im defensiven Mittelfeld. Wobei Parensen sich auch dort trotz der Rückkehr von Markus Karl (Gelbsperre abgesessen) wiederfinden könnte. "Die Doppelsechs ist sicher eine Alternative", sagte sein Trainer.

Mit Blick auf die weiteren Ausfälle ist ein Einsatz links jedoch wahrscheinlicher. Roberto Puncec wird wegen einer Syndesmosebandverletzung ebenfalls nur zuschauen können. Das dürfte bedeuten: Fabian Schönheim rückt wieder in die Innenverteidigung und Patrick Kohlmann kehrt auf seinen angestammten Platz links in der Viererkette zurück.

Der 1. FC Union plant gegen die Münchener Löwen ein linkes Ding

Kohlmann und Parensen – beim Klang dieser beiden Namen werden bei einigen Union-Fans die Augen zu leuchten anfangen. Trainer Neuhaus bringt es auf den Punkt: "Das ist für mich in der Liga mit das beste Duo auf der linken Seite." Beide hatten schon 2009 maßgeblichen Anteil an Unions Rückkehr ins Bundesliga-Unterhaus gehabt. Und beide sind nach wie vor fester Bestandteil in den Planungen des Coaches. "Wenn es vor der Saison Angebote von anderen Vereinen gegeben hätte und ich die linke Seite mit Kohlmann und Parensen hätte eintauschen sollen, hätte ich definitiv nein gesagt." Einen deutlicheren Vertrauensbeweis kann es nicht geben.

Zugleich baut Neuhaus die beiden Profis auch psychisch wieder auf. Denn Kohlmann hatte zuletzt in Regensburg (3:3) nur auf der Bank gesessen. Im Heimspiel davor gegen Aalen (0:0) habe er "ein kleines bisschen gewackelt", begründete Neuhaus die Auszeit: "Aber das darf ihn nicht aus der Bahn werfen." Parensen, in Regensburg in der Schlussphase eingewechselt, gab sich sogar eine Mitschuld am Ausgleichstreffer. "Ich sollte im defensiven Mittelfeld vor der Abwehr zumachen, habe aber mit Silvio ziemlich weit vorne angegriffen", erinnert er sich, "da habe ich meine Aufgabe nicht erfüllt."

Dass er sie auf seinem angestammten Platz ab Sonnabend wieder erfüllen wird, zumal er Kohlmann in seinem Rücken weiß, daran besteht kaum ein Zweifel. Die Münchner Löwen sollten jedenfalls vorgewarnt sein: Union plant gegen sie ein linkes Ding.

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