18.11.12

Zweite Liga

Im Spiel Union gegen Regensburg fallen sechs Tore

Die Gastgeber punkteten mit einem Doppelschlag in den ersten 30 Minuten. Doch die Berliner konnten die Partie drehen und ein Remis erzielen.

Foto: dapd

Nach dem 3:3 gegen Regensburg liegt Union mit 17 Zählern im Mittelfeld der Tabelle
Nach dem 3:3 gegen Regensburg liegt Union mit 17 Zählern im Mittelfeld der Tabelle

Uwe Neuhaus wusste nicht so recht, was er mit der Partie anfangen sollte. "Es war ein recht komisches Spiel meiner Mannschaft, weil wir nach 30 Minuten eigentlich schon mausetot waren", sagte der Trainer des 1. FC Union. 3:3 (1:2) hatte der Fußball-Zweitligist gerade bei Jahn Regensburg gespielt. Und es war eine verrückte Partie.

Dass eine solche zwei Halbzeiten hat, ist hinlänglich bekannt. In Regensburg machten beide Mannschaften jedoch eine neue Rechnung auf. 27 Minuten passierte vor 5553 Zuschauern im Jahnstadion gar nichts, dafür überschlugen sich in der restlichen guten Stunde fast die Ereignisse.

Neuhaus ließ seine Mannschaft von Beginn an – wie zuletzt beim Sieg in Dresden (2:0) – mit zwei Spielern im defensiven Mittelfeld agieren: Björn Jopek und Daniel Göhlert, der nach vier Kurzeinsätzen erstmals in dieser Saison in der Startelf stand und den Gelb-gesperrten Markus Karl ersetzte. Das bedeutete auch, dass Union erneut nur mit einer Spitze agieren würde: Simon Terodde.

Die Partie erstickte förmlich an Langeweile

"Vielleicht nimmt Regensburg das Herz in beide Hände", wollte der Coach bei einem Hurra-Stil des abstiegsbedrohten Aufsteigers gerüstet sein. Zumal mit Sportchef Franz Gerber ein neuer (Interims-)Trainer sein Heimdebüt an der Seitenlinie gab; Oscar Corrochano war nach vier Niederlagen in Folge Anfang November entlassen worden. Doch da weder die Regensburger ein Offensivfeuer entfachten, noch die Berliner ein adäquates Spiel nach vorn aufzogen, erstickte die Partie förmlich an Langeweile.

Es folgten vier Minuten, die für alles bislang Versäumte entschädigten. Erst düpierte Francky Sembolo nach einem Konter Union-Torwart Daniel Haas, der den Schuss ins kurze Eck rutschen ließ (27.). Nur 87 Sekunden später enteilte der Kongolese erneut der Berliner Abwehr und vollendete einen Steilpass von Oliver Hein eiskalt (28.). Und da Union den plötzlichen 0:2-Rückstand nicht auf sich sitzen lassen wollte, nutze Simon Terodde ein Missverständnis von Regensburgs Torwart Michael Hofmann und Verteidiger Sebastian Nachreiner zum 1:2 (31.).

Erst jetzt reagierte Trainer Neuhaus, indem er mit Silvio für den schwachen Christopher Quiring einen zweiten Stürmer brachte. Mittendrin: Torsten Mattuschka. Der Kapitän war trotz Magen-Darm-Virus in den vergangenen Tagen von Beginn an dabei und hielt 76 Minuten lang durch. Dann wurde er durch den wieder genesenen Michael Parensen ersetzt.

"Die erste Hälfte haben wir verschlafen", monierte Unions kaufmännisch-organisatorischer Leiter Nico Schäfer. Und fügte mit Blick auf Halbzeit zwei hinzu: "Nach der 3:2-Führung darf uns das 3:3 nicht mehr passieren. Das sind genau die Schritte, die uns auf dem Weg dahin fehlen, wo wir hin wollen." Tatsächlich ging es nach der Pause Schlag auf Schlag weiter. Mattuschka traf nur den Außenpfosten (47.), dann drosch Terodde den Ball aus zehn Metern nach feinem Zuspiel von Silvio an Jahn-Keeper Hofmann vorbei zum 2:2 ins Netz (56.). Schließlich war das Spiel für Daniel Göhlert beendet. Wegen eines unnötigen Foulspiels im Mittelkreis sah der Defensivspieler Gelb-Rot (70.).

Kapitaler Abwehrfehler

Union in Unterzahl, aber nicht unter Schock. Mattuschka holte an der Strafraumgrenze einen Freistoß heraus. Doch statt ihn in alter Manier selbst zu treten, ließ er Jopek ran. Der 19-Jährige schlenzte den Ball über die Mauer zur Führung ins Netz (75.). Torwart Hofmann hinterließ dabei keinen guten Eindruck.

Von einer Mannschaft, die die Plätze fünf bis sieben angepeilt hat, durfte man nun eigentlich erwarten, den Vorsprung mit Kampf und Geschick über die Zeit zu bringen. Doch Union in der Saison 2012/13 ist auch immer wieder für kapitale Abwehrfehler zu haben. Torwart Haas konnte einem fast schon Leid tun, als plötzlich Abdenour Amachaibou heran gerauscht kam und die große Leere im Defensivzentrum zum 3:3 nutzte (81.). "Wir haben uns zurückgekämpft. Deshalb müssen wir uns über die zwei verlorenen Punkte ärgern", brachte es Abwehrmann Fabian Schönheim hinterher auf den Punkt.

Quelle: BMO
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