18.11.12

Vertragsverlängerung

Warum es ohne Mattuschka bei Union Berlin nicht geht

Es sind die Führungsqualitäten, die den Kapitän für die Köpenicker unverzichtbar machen. Und so wurde sein Vertrag bis 2014 verlängert.

Foto: dapd

Als der Ruf nach dem ersten Saisonerfolg an der Alten Försterei immer größer wurde, brach Torsten Mattuschka (Mitte) mit seinem Siegtreffer gegen Köln (2:1) den Bann
Als der Ruf nach dem ersten Saisonerfolg an der Alten Försterei immer größer wurde, brach Torsten Mattuschka (Mitte) mit seinem Siegtreffer gegen Köln (2:1) den Bann

Es ist die Personalie, die alle Sympathisanten des 1. FC Union in dieser Saison ohne Zweifel am meisten beschäftigt hat. Gelingt es Torsten Mattuschka, die Voraussetzung für eine Vertragsverlängerung zu erfüllen?

Auf 24 Einsätze zu jeweils mindestens 45 Minuten hätte der Kapitän des Fußball-Zweitligisten dafür kommen müssen.

Seit Sonnabend ist jedoch klar: Mattuschka wird auch in der kommenden Spielzeit das Union-Trikot tragen. Der Verein verlängerte am Tag vor der Partie bei Jahn Regensburg (13.30 Uhr, Sky live) den Kontrakt mit dem 32-Jährigen vorzeitig um ein weiteres Jahr bis zum 30. Juni 2014.

Dass die Verantwortlichen gar nicht erst warten wollten, bis "Tusche" die Vorgabe erfüllt hat, ist ganz einfach zu erklären: Ohne Torsten Mattuschka geht es eben nicht bei Union. "Er ist ein ganz wichtiger Bestandteil der Mannschaft, der unser Spiel nach wie vor prägt", begründete Trainer Uwe Neuhaus die Entscheidung: "Er hat sich nach anfänglichen Problemen in diesem Jahr überzeugend zurückgekämpft. Ich traue ihm auch in der nächsten Saison ein sehr hohes Leistungsniveau zu."

Es sind die Führungsqualitäten, die Mattuschka unverzichtbar machen für die Köpenicker. Als der Ruf nach dem ersten Saisonerfolg an der Alten Försterei immer größer wurde, brach Mattuschka mit seinem Siegtreffer gegen Köln (2:1) den Bann.

Als man sich beim damaligen Kellerkind St. Pauli der nächsten Auswärtspleite gegenübersah, war es Mattuschka, der das Übel mit seinem Hammer abwendete. Und dafür sogar eine Nominierung für das "Tor des Monats" erhielt. Wie kaum ein anderer vermag es Unions Nummer 17, in den wichtigen Momenten ein Ausrufezeichen zu setzen.

Rekordspieler und Rekordschütze

Zwischendurch, in den Trainingseinheiten, gibt der gebürtige Cottbuser den Antreiber ebenso wie den Aufmunterer, sei es für glücklose Stürmer wie Simon Terodde (24) oder aufstrebende Youngster wie Björn Jopek (19).

Es kommt nicht von ungefähr, wenn Nico Schäfer, Unions kaufmännisch-organisatorischer Leiter, die Personalie wie folgt kommentiert: "Torsten gehört bei Union schon fast zum Inventar, aber das alleine hätte nicht genügt. Er ist enorm wichtig für unsere Mannschaft, deshalb haben wir uns entschlossen, nicht die vereinbarten Spiele für die Option abzuwarten, sondern vorher mit ihm zu verlängern. Das hat er sich mit seinen Leistungen auch ganz klar verdient."

Seit Sommer 2005, seit den Tagen in der seinerzeit viertklassigen Oberliga, spielt Mattuschka nun für die Eisernen. In Zahlen sind das 241 Pflichtspiele für Union – nur Torwart Jan Glinker hat mit 246 Einsätzen noch mehr im aktuellen Kader. Insgesamt 51 Tore für Union – Rekord im derzeitigen Team.

Nur die Zweite Liga betrachtet, kommt Mattuschka auf 107 Einsätze und 24 Treffer für die Köpenicker – Rekorde, natürlich. Zahlen, die für sich sprechen.

Doch was sind Verdienste in der Vergangenheit, wenn es um den Blick in die Zukunft geht? Deshalb mache ihn "dieser Vertrauensbeweis stolz", so Mattuschka: "Ich bin sehr glücklich, auch die nächste Saison hier zu erleben." Mit der neuen Haupttribüne, mit nagelneuen Umkleidekabinen und Entmüdungsbecken statt alten Containern. "Ich habe immer wieder betont, dass ich gerne bis zum Ende meiner Karriere hier bleiben würde", sagte der Union-Kapitän. Selbstbewusst fügte er hinzu: "Es gab für mich keinen Zweifel daran, dass ich die Bedingungen für die Verlängerungsoption erfülle."

Duell mit Belaid deutlich gewonnen

Dass dies nicht der Fall sein wird, kommt dem ganzen Verein zugute. Mattuschka ist die Identifikationsfigur schlechthin. Seit mehr als zwei Jahren singen die Fans bei Spielen ihr Loblied auf den besten Mann, der kann, was keiner kann. Das "Fußballgott", mit dem die Profis beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung begrüßt werden, ist immer um einiges lauter als bei allen anderen. Wird jemand außerhalb Berlins auf Union angesprochen, fällt ihm vor allem ein Name ein: Torsten Mattuschka.

Damit ist auch endgültig klar: Die Tage von Tijani Belaid bei Union sind gezählt. Mit dem 25-Jährigen hatte sich Mattuschka auf Geheiß des Coaches um den Platz im offensiven Mittelfeld duelliert – und dem Tunesier keine Chance gelassen.

Selbst jetzt, da der Einsatz des Kapitäns in Regensburg wegen eines Magen-Darm-Infekts höchst fraglich ist, gab es von Trainer Neuhaus mit Blick auf Belaid als mögliche Alternative ein klares Nein: "Das müssen wir anders auffangen." Ebenso wie das Fehlen von Führungsspieler Markus Karl (Gelbsperre) im defensiven Mittelfeld.

Wie wichtig schon allein deshalb ein Einsatz Mattuschkas an diesem Sonntag in Regensburg wäre, dürfte wohl nicht nur den Union-Sympathisanten klar sein.

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