24.09.12

Zweite Liga

Auf Unions Aufstiegshelden Stuff und Göhlert ist Verlass

Auch wenn sie eher zum alten Eisen gehören, beweisen Christian Stuff und Daniel Göhlert, dass sie noch starke Leistungen bringen können.

Foto: dapd

Dauerbrenner: Seit 2006 spielt Christian Stuff für den 1. FC Union und bestritt seitdem 84 Zweitliga-Spiele für die Berliner. Derzeit ist er in der Innenverteidigung kaum wegzudenken
Dauerbrenner: Seit 2006 spielt Christian Stuff für den 1. FC Union und bestritt seitdem 84 Zweitliga-Spiele für die Berliner. Derzeit ist er in der Innenverteidigung kaum wegzudenken

An den Gerüchten, er würde ein Buch für Fußball-Profis planen, die zu Saisonbeginn immer erst auf der Bank sitzen, ehe sie den Sprung in die Stammelf schaffen, sei "nicht viel" dran. Dass Christian Stuff für einen solchen Ratgeber prädestiniert wäre, steht hingegen außer Frage. Es vergeht keine Zweitliga-Spielzeit beim 1. FC Union, in der Stuff nicht erst einige Spiele vergehen lässt, bis er sich im Team wieder findet. Sein Coach Uwe Neuhaus spricht schon in "Dinner for one"-Manier von "same procedure as every year" – der gleichen Prozedur wie in jedem Jahr.

Warum sich das Ganze immer wiederholt – "keine Ahnung", sagt Stuff, "vielleicht weiß der Trainer mehr." Der Übungsleiter wiederum sagt mit einem Augenzwinkern: "Vielleicht braucht er das." Weder sei es geplant, noch stecke irgendein System dahinter. Auch wenn es in dieser Saison "vielleicht noch eher nachvollziehbar ist", so Neuhaus. Mit Fabian Schönheim und Roberto Puncec wurden zwei neue Innenverteidiger geholt. "Den Neuen gibt man dann schon zunächst einen Vertrauensvorschuss", erklärte Neuhaus. Doch mit seiner guten Leistung gegen Köln dürfte sich Stuff wieder in der Anfangsformation festgespielt haben.

Als er gebraucht wurde, war er zur Stelle. Dies gilt auch für Daniel Göhlert. Gegen Köln stand er erstmals im Kader und durfte auch gleich mithelfen, den ersten Saisonerfolg zu sichern. "Das ist natürlich schön für mich, aber in erster Linie freut es mich für die Mannschaft", sagte der Defensivmann. Wohl wissend, dass Neuhaus "nicht viel andere Alternativen hatte" (Göhlert), als sich Markus Karl mit Wadenproblemen auswechseln ließ. Der Trainer wiederum bescheinigte Göhlert, "seit der Vorbereitung gut trainiert" zu haben. Und in der Situation, als es das 2:1 gegen die Kölner nach Hause zu bringen galt, "brauchte die Mannschaft Erfahrung, deshalb war Göhlert genau der richtige Mann", verdeutlichte Neuhaus.

Abwanderungsgedanken sind passé

Christian Stuff und Daniel Göhlert, der eine 30, der andere ab morgen 32 Jahre alt – Unions Aufstiegshelden haben bewiesen, dass sie es immer noch können. Beide spielen seit 2006, seit der Rückkehr des Klubs in die damals noch drittklassige Regionalliga, für die Köpenicker. Zum alten Eisen wollen sich beide allerdings längst noch nicht zählen lassen. "Vielleicht liegen mir Vorbereitungen einfach generell nicht", sucht Stuff nach einem Grund. "Ich glaube auch nicht, dass jedes Mal die Leistung so schlecht war. Ich kann mich zwar erinnern, dass ich auch mal nicht auf der Höhe war, aber auch, dass ich gedacht habe, eigentlich könntest du spielen." Natürlich hat Stuff mit dem Trainer darüber gesprochen. Nur eine plausible Erklärung für seinen – nennen wir es – Fehlstart in jede Spielzeit, die haben beide immer noch nicht finden können.

Und Göhlert? Bei dem Überangebot an Innenverteidigern und der Tatsache, dass Karl bislang den Platz im defensiven Mittelfeld nur bei Verletzungen zu räumen brauchte, war es eine fast logische Entwicklung, dass sich der gebürtige Chemnitzer irgendwann in der zweiten Mannschaft wiederfand. Spielpraxis sammeln in der Regionalliga.

Jetzt, nach den ersten Saisonminuten gegen Köln, "mache ich mir natürlich Hoffnungen auf weitere Einsätze. Ich werde auch weiter meine Leistung geben. Aber alles andere entscheidet der Trainer." Abwanderungsgedanken wie noch im Sommer dieses Jahres sind jedenfalls zunächst einmal passé. Dass er bleibt, "habe schon auf der Kippe gestanden. Aber ich habe auch immer gewusst, dass ich noch mithalten kann", sagte Göhlert. Und fügt schmunzelnd hinzu: "So alt bin ich noch nicht."

Stuff und Göhlert – als Innenverteidiger-Duo sicherten sie im Jahr 2009 die Rückkehr in die Zweite Liga und haben seitdem ihren Platz in der Vereinschronik sicher. Wie wertvoll beide immer noch für den 1. FC Union sind, zeigen sie derzeit erst wieder.

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