Zukunftspläne
Union hofft auf Bundesliga-Spiel gegen Hertha
Nach dem Aufstieg in die Zweite Bundesliga haben sich die Berliner schon das nächste Ziel gesetzt. Denn Präsident Dirk Zingler kann sich gut vorstellen, dass die Eisernen in fünf Jahren gegen Hertha BSC um Punkte spielen.
Von Michael Färber
Vor heimischer Kulisse im Berliner Jahn-Sportpark hat der 1. FC Union den Aufstieg in die Zweite Bundesliga perfekt gemacht. Macchambes Younga-Mouhani (2.v.r) erzielte den Führungstreffer gegen Regensburg.
Im Sommer 2004, just nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga, übernahm Dirk Zingler als Präsident den 1. FC Union. Fünf Jahre später ist der Klub zurück im Bundesliga-Unterhaus. Die Morgenpost Online sprach mit dem Klubchef.
Morgenpost Online: Herr Zingler, wenn Ihnen jemand vor der Saison gesagt hätte, Union steigt drei Spieltage vor Schluss auf, was hätten Sie ihm geantwortet?
Dirk Zingler: Ich hätte ihm nicht geglaubt. Die Dritte Liga war ja absolutes Neuland. Erst nachdem wir in den ersten Monaten gemerkt haben, dass wir mithalten können und eine gewisse Konstanz erreicht haben, haben wir uns dazu entschieden, den Aufstieg als Ziel auszurufen. Die Niederlage gleich danach in Unterhaching zeigt, wie mutig die Aussage damals gewesen ist.
Morgenpost Online: Was hat im Endeffekt den Ausschlag gegeben, dass Union so souverän aufgestiegen ist?
Dirk Zingler: Ich glaube, dass alle im Verein das unbedingt wollten. Dass die Union-Familie intakt ist, war die Voraussetzung für diesen Erfolg. Das kann man nicht nur aufs Sportliche begrenzen. Die Menschen, die hier arbeiten, stellen stets den Klub in den Mittelpunkt ihres Handelns.
Morgenpost Online: Welchen Anteil hat Trainer Uwe Neuhaus am Aufstieg?
Dirk Zingler: Einen großen Anteil, auch weil wir ihn in diese Union-Familie integrieren konnten. Als wir vor zwei Jahren nach bitteren Erfahrungen einen neuen Trainer gesucht haben, waren wir uns einig, dass wir jetzt endlich mal einen Trainer finden müssen, der zu uns passt. Das ist uns mit Uwe Neuhaus gelungen.
Morgenpost Online: Welche Rolle wird der 1. FC Union in der Zweiten Liga spielen?
Dirk Zingler: Auch hier gilt: Nur ein Team ist in der Lage, Erfolg zu haben. Natürlich ist die Liga anspruchsvoller, athletischer. Ich glaube aber, wir sind gerüstet. Wichtig ist, dass Union Union bleibt, sich nicht so stark verändert, dass man wieder vor der mentalen Auflösung steht, wenn ein paar Spiele verloren werden, so wie im Abstiegsjahr 2003/04. Erfolg bedeutet für mich aber auch, dass wir den Weg der vergangenen Jahre kontinuierlich weitergehen.
Morgenpost Online: Der Aufstieg ist perfekt, die Sanierungsarbeiten an der Alten Försterei jedoch noch nicht beendet. Ärgert es Sie, dieses imaginäre Wettrennen verloren zu haben?
Dirk Zingler: Ich habe noch nie so gern eine Wette verloren wie diese. Sicher wären wir gern im April zurückgekommen. Doch wir haben immer wieder etwas entdeckt, was wir noch verbessern wollen. Es ist ja nicht so, dass wir Däumchen drehend nur aufs Dach warten. Jetzt kehren wir eben am 8.Juli zurück.
Morgenpost Online: Es entbehrt aber nicht einer gewissen Ironie, dass der Aufstieg ausgerechnet im Jahn-Sportpark, dem langjährigen Stadion des Erzrivalen BFC Dynamo, gelingt. War es nicht sogar ein Glücksfall, dass man nicht während der Saison in die Alte Försterei zurückgekehrt ist?
Dirk Zingler: Natürlich haben wir uns darüber Gedanken gemacht, was passiert, wenn wir in der entscheidenden Saisonphase das Stadion wechseln. Dennoch wären wir zurückgekommen, weil wir die Mannschaft als stabil genug eingeschätzt haben. Auswärts aufgestiegen, zu Hause gefeiert – damit kann ich gut leben.
Morgenpost Online: Es hat fünf Jahre gedauert, bis die Zweitliga-Rückkehr gelang. Hätten Sie gedacht, dass es so lange dauert?
Dirk Zingler: Ich finde es nicht lange. Als ich das Amt übernommen habe, war die Mannschaft bereits zusammengestellt, wirtschaftliche Grundlagen gelegt. Es war schwierig zu reagieren. Doch nach dem Abstieg in die Oberliga 2005 ging es stetig bergauf: Regionalliga-Aufstieg, Drittliga-Qualifikation, knapp verpasster Aufstieg im Vorjahr, nun souveräner Sprung in die Zweite Liga.
Morgenpost Online: Gab es in Ihrer Amtszeit irgendwann Zweifel, ob der Zweitliga-Aufstieg überhaupt wieder gelingen wird?
Dirk Zingler: In den ersten ein, zwei Jahren waren wir sicherlich ganz weit weg von diesem Ziel. Dann haben wir das Personal praktisch komplett ausgetauscht. Wer jetzt für Union arbeitet, ist bereit, den Tick mehr zu machen, als notwendig ist. Der Aufstieg 2009 wurde mit viel weniger Mitteln erarbeitet als im Jahr 2001.
Morgenpost Online: Wo sehen Sie Union in den nächsten fünf Jahren? Wenn man in der Zweiten Liga ist, ist der Gedanke an die Bundesliga nicht mehr fern…
Dirk Zingler: Wenn wir uns nicht mit dem Thema befassen würden, würden wir unseren Job nicht richtig machen. Mittelmaß passt nicht zur Marke Union. Und ich würde in fünf Jahren schon gern ein Punkte-Derby gegen Hertha BSC spielen.
Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
- 1. FC Union: Mit dem Aufstieg der Eisernen kommen die Fans
- Dritte Liga: 1. FC Union schafft nur ein Remis im letzten Heimspiel
- Dritte Liga: 1. FC Union gewinnt auswärts gegen Aue
- Neuzugang: Der Belgier Rauw verstärkt den 1. FC Union
- Fussball: Union macht den Aufstieg in die 2. Liga perfekt
- Fussball: 1. FC Union steigt in die 2. Bundesliga auf
-
20:49Festnahme: Toter in Friedrichshainer Bar: Verdächtiger gefass...
-
20:11Piraten-Chef: Wie der "Bundesbernd" Piraten-Amt und Job stemmt
-
19:17Karneval: Kreuzberger Käuze, Kinder und eine lange Karawane
- 1. Live-Ticker Hertha BSC will über Einspruch beraten
- 2. Relegationsspiel Hertha BSC und der Abstieg ohne Gnade
- 3. Relegationsspiel Hertha BSC gibt sich offenbar geschlagen
- 4. Stromerzeugung Solaranlagen liefern so viel Strom wie fast 20 Atommeiler
- 5. Rocker-Kriminalität Hells Angels betrieben eigenen Folterkeller














