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09.05.09

Fussball

Union macht den Aufstieg in die 2. Liga perfekt

Mit 2:0 hat der Spitzenreiter der Dritten Liga gegen den Abstiegskandidaten Regensburg gewonnen - es ist vollbracht, der 1. FC Union ist in die Zweite Liga aufgestiegen. Für diesen Moment hat die Mannschaft fünf Jahre hart gearbeitet. Belohnt wurden die "Eisernen" mit einem Auto-Korso durch Berlin und einer feucht-fröhlichen Meister-Party.

DPA

Vor heimischer Kulisse im Berliner Jahn-Sportpark hat der 1. FC Union den Aufstieg in die Zweite Bundesliga perfekt gemacht. Macchambes Younga-Mouhani (2.v.r) erzielte den Führungstreffer gegen Regensburg.

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Die Fans zählten die letzten Sekunden runter – zehn, neun, acht… An der Seitenlinie umarmte Kenan Sahin seinen Mitspieler Marco Gebhardt, Trainer Uwe Neuhaus seinen Co-Trainer Andre Hofschneider, und Präsident Dirk Zingler jeden, der sich ihm in den Weg stellte. Sieben, sechs, fünf… Die T-Shirts mit der Aufschrift "Auswärts-Aufsteiger" wurden gereicht. Vier, drei, zwei – dann hatte auch Schiedsrichter Tino Wenkel ein Einsehen und pfiff die Partie des 1. FC Union gegen Jahn Regensburg ab. Mit 2:0 (0:0) gewann der Spitzenreiter der Dritten Liga gegen den Abstiegskandidaten – es ist vollbracht, Union ist in die Zweite Liga aufgestiegen.

Auf den Tag genau fünf Jahre, nachdem die damalige Union-Mannschaft mit einem 0:1 in Ahlen auch die letzte theoretische Chance auf den Zweitliga-Klassenerhalt verspielt hatte, haben die Berliner die Rückkehr geschafft. Und nicht nur das: Durch das 3:3 des SC Paderborn in Aalen und die Niederlage der SpVgg Unterhaching in Dresden (0:1) hat sich der 1. FC Union schon jetzt, drei Spieltage vor Saisonende, die erste Meisterschaft in Liga drei gesichert. "Für diesen Moment haben wir fünf Jahre hart gearbeitet", sagte Zingler.

Autokorso nach Köpenick

Und dementsprechend wurde gefeiert. Per Autokorso ging es gegen 17 Uhr vom Jahn-Sportpark aus über die Danziger Straße, die Frankfurter Allee, vorbei am Tierpark Friedrichsfelde bis zur Alten Försterei. Rund 200 Fahrzeuge – angeführt vom legendären Union-Barkas, aus dessen Lautsprechern Nina Hagens Hymne "Eisern Union" dröhnte – bildeten die Vorhut für den Mannschaftsbus. Gegen 18.30 Uhr, nach einer "unglaublichen Fahrt" (Neuhaus), standen die Spieler auf dem Balkon des Vip-Bereichs der Alten Försterei. Vor sich rund 4000 Fans, die mit La Ola, bengalischem Feuer, natürlich in Rot, und jenem "Nie mehr Dritte Liga" für eine Party sorgten, die jedem Zweitligisten zur Ehre gereicht hätte.

Bereits drei Stunden vorher hatte es im Jahn-Sportpark niemanden der 9487 Zuschauer mehr auf den Plätzen gehalten. Über die geöffneten Stadiontore drängten die Fans in den Innenraum, fielen ihren Fußball-Idolen um den Hals, ließen die Spieler hochleben. Die Erleichterung, es endlich geschafft zu haben, stand ihnen ins Gesicht geschrieben. Schon hier tanzten Mannschaft und Verantwortliche vor der Haupttribüne, Torwarttrainer Holger Bahra hatte Tränen in den Augen. Er war nicht der Einzige, bei dem sich die Anspannung der vergangenen Wochen derart löste. "Wir waren über die gesamte Saison die beste Mannschaft, jetzt wollen wir auch die restlichen Spiele noch gewinnen", sagte Karim Benyamina, bevor er die nächste Bierdusche abbekam. Keiner kam davon, auch Trainer Neuhaus nicht. Durchtränkt von Bier und Sekt gab er Einblick in sein Seelenleben.

Spieler duschen mit Bier

"Wir sind drin", sagte er. So als würde er es noch nicht so recht glauben wollen, dass das große Ziel endlich erreicht ist, das Warten endlich ein Ende hat. "Das ist einfach nur schön, deshalb habe ich auch gar keine Lust, über das Spiel zu reden", sagte der Coach: "Die Mannschaft hat Sensationelles geleistet und sich für ein Jahr harter Arbeit selbst belohnt." Vor der Tribüne forderten die Fans ihr Recht: "Wir woll'n die Mannschaft sehen." Stadionsprecher Christian Arbeit vertröstete den treuen Anhang: "Geduldet euch einen Moment, die Spieler duschen gerade – mit Bier."

Die 90 Spielminuten gegen Regensburg sind schnell erzählt. Union übernahm von Beginn an das Kommando, erspielte sich Chancen durch Shergo Biran (4., 14.), die der Stürmer erneut mit bemitleidenswerter Hartnäckigkeit vergab. In Gefahr geriet der Aufstieg nie, dafür sorgten die Verfolger aus Paderborn und Unterhaching.

Dann kam die 60. Minute. Torsten Mattuschka brachte einen Eckball von der rechten Seite herein, Biran zwang Regensburg-Torwart Rouven Sattelmaier per Kopf zu einer Glanzparade. Nach dem Abpraller von der Latte stand Macchambes Younga-Mouhani goldrichtig – mit seinem Körper bugsierte der Mittelfeldspieler den Ball über die Linie. Später ließ der Matchwinner seiner Freude mit einem Tanz freien Lauf.

Die Entscheidung fiel zwölf Minuten später. Karim Benyamina, für Sahin eingewechselt, besiegelte mit einem Lupfer den Erfolg. Und den Aufstieg.

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