1. FC Union
Polizisten verletzen Union-Fanbetreuer
Montag, 6. April 2009 22:20 - Von Michael FärberDas 0:0 des 1. FC Union am Sonntag beim SC Paderborn hat ein Nachspiel. Kein erfreuliches für Berlins Fußball-Drittligisten. Es geht um die Vorkommnisse im Vorfeld der Partie, in deren Verlauf es nicht nur 17 Festnahmen durch die Polizei in Paderborn gab, sondern auch zahlreiche Personen verletzt wurden.
Zu den Verletzten zählen Union-Fanbetreuer Lars Schnell und mit Michael Kühl von der Einsatzgruppe Hooligans (EGH) ein Polizeibeamter, der den Sonderzug nach Paderborn begleitet hatte. Beide haben Anzeige erstattet.
Union hat das Vorgehen der Polizei verurteilt. Laut Klub-Homepage kam es nach Ankunft am Hauptbahnhof sogar zu strafbaren Übergriffen durch die Beamten: „Nach Augenzeugenberichten wurde der Schlagstock vielfach gezielt in Kopfhöhe eingesetzt, ebenso wurde Pfefferspray teilweise Personen direkt ins Gesicht gesprüht“, heißt es auf der Union-Seite. Die Fan- und Mitgliederabteilung des Klubs hat alle Betroffenen aufgerufen, Verletzungen ärztlich attestieren zu lassen und Anzeige gegen unbekannt zu erstatten.
In Raum 521 des Arbeitsgerichts wurde schnell deutlich, dass Union seinen ehemaligen Stürmer so schnell wie möglich loswerden will. Union-Geschäftsführer Oskar Kosche, der den beklagten Klub vertrat und ohne Anwalt erschienen war, ließ ohne Umschweife wissen, dass er „mit dem Ziel der Einigung“ zum Gütetermin erschienen ist. Ein Angebot von Union-Seite – es geht um insgesamt rund 240.000 Euro (10000 Euro Monatsgehalt plus Prämien bei einer Vertragslaufzeit bis Ende Juni 2010) – gab es aber ebenso wenig wie konkrete Begründungen für das Vorgehen des Klubs.
Auf diese drängt nun das Arbeitsgericht. Richterin Sanchez Alfonso sprach von einem „Stimmungsbild“, das Kosche in seinen Ausführungen lediglich skizzierte. So hätte Patschinskis Verhalten den „sportlichen und wirtschaftlichen Erfolg ernsthaft gefährdet“ (Kosche). Zudem hätte es herabwürdigende Äußerungen über Präsidiums-Mitglieder in der Öffentlichkeit gegeben.
Union ist per Auflage des Arbeitsgerichts nun aufgefordert, sich „näher zu konkreten arbeitsvertraglichen Pflichtverletzungen Patschinskis im Einzelnen“ zu äußern. Patschinski-Anwalt Frank Rybak erklärte: „Wenn es keinen Kündigungsgrund gibt, erwarte ich von einem professionellen Verein, dass er das anerkennt. Wir pochen auf Vertragserfüllung, Herr Patschinski hat sich nichts vorzuwerfen.“



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