29.04.12

Zweite Liga

Union Berlin besiegelt Abstieg von Hansa Rostock

Mit 5:4 hat der 1. FC Union Berlin vor heimischer Kulisse den FC Hansa besiegt. Für die Rostocker ein ganz bitteres Ergebnis.

Foto: DPA
1. FC Union Berlin - Hansa Rostock
Jubel beim1. FC Union über das 5:4 gegen Rostock

Die Eisernen von Union Berlin haben den erneuten Abstieg des FC Hansa besiegelt. Obwohl sich die Rostocker am vorletzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga im Stadion An der Alten Försterei nach Kräften wehrten und sogar deutlich in Führung lagen, müssen sie nach dem 4:5 (3:3) im Ost-Derby beim 1. FC Union zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren den Gang in die Drittklassigkeit antreten. Mit 26 Punkten ist auch Relegationsplatz 16 nicht mehr zu erreichen. Möglicherweise kommt es für den ehemaligen Erstligisten sogar noch schlimmer, denn Hansa droht mit dem Abstieg auch die Insolvenz.

In einem verrückten Spiel waren die Rostocker am Sonntag durch Treffer von Matthias Holst (4. Minute) und Tino Semmer (10.) in Führung gegangen. Doch die Gastgeber, für die es im Fernduell mit Dynamo Dresden höchstens noch um die "Ost-Meisterschaft" ging, schlugen innerhalb von elf Minuten zurück. Silvio (17.), Michael Parensen (26.) und Kapitän Torsten Mattuschka (28.) per Foulelfmeter sorgten für das Berliner 3:2, das allerdings Rostocks Stephan Gusche per Kopfball umgehend wieder konterte (32.).

Vor 18.300 Fans in der ausverkauften Alten Försterei versenkten Chinedu Ede (47.) und Daniel Göhlert (69.) mit ihren Toren die letzten Hansa-Hoffnungen. Union hat als Siebter 48 Punkte. Daran konnte auch Marek Mintal (54.) nichts mehr ändern.

Der FC Hansa geht nun einer völlig ungewissen Zukunft entgegen. Sollte die Rostocker Bürgerschaft am 9. Mai einem Hilfspaket ihre Zustimmung verweigern, müsste der letzte DDR-Meister und -Pokalsieger Insolvenz anmelden. Dann könnte der Zwangsabstieg in die Regionalliga oder sogar in die Oberliga folgen.

Vorstandschef Bernd Hofmann hatte von "verheerende Folgen für den Fußball in Rostock und in der Region" gewarnt. Den Club drücken derzeit Schulden in Höhe von 8,5 Millionen Euro, etwa 4,5 Millionen davon resultieren aus Steuerschulden zwischen 1999 bis 2001. Nur ein Teilerlass dieser Steuerschulden, der Ankauf eines in Hansa-Besitz befindlichen Sportgeländes und ein öffentlicher Zuschuss in Höhe von 750 000 Euro könnten Hansa retten. Die Hansa-Fans planen unter dem Motto "Ja zum FCH" eine Demonstration vor dem Saisonabschluss gegen Aufsteiger Greuther Fürth.

Auch die Zukunft von Trainer Wolfgang Wolf, der im vergangenen Dezember den beurlaubten Peter Vollmann abgelöst hatte, ist offen. Der Vertrag läuft mit dem Saisonende aus. Wolf und Hansa haben ein mögliches Interesse an der Fortsetzung seiner Arbeit auch in der 3. Liga bekundet, Entscheidungen gibt es aber nicht. Die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der Deutschen Fußball-Bund (DFB) haben Hansa die Lizenz nur mit Auflagen und Bedingungen erteilt, die Liquidität für die kommende Spielzeit für die 2. und 3. Liga noch zusätzlich nachzuweisen.

Quelle: dpa/sei
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