24.04.12

Zweitligist

Terodde und Silvio kämpfen um die Torjäger-Kanone bei Union

Gut in Schuss: Das "eiserne" Duo hat sich in nur einer Saison etabliert. Terodde überzeugt als wuchtiger Stürmer, Silvio mit stoischer Ruhe.

Foto: DPA
Alemannia Aachen - 1. FC Union Berlin
Bester Torjäger: Simon Terodde (M.) hat schon acht Treffer für Union erzielt

"Wir verkaufen ihn nicht." Aus Uwe Neuhaus, den Trainer des 1. FC Union, platzt die klare Ansage nur so heraus, als das Gespräch am Tag nach der 1:2-Pleite in Düsseldorf sich in Richtung Simon Terodde dreht. So als wolle der Coach die feste Verpflichtung des Stürmers am Tag nach Ostern noch einmal doppelt und dreifach unterstreichen. Das ist nur allzu verständlich, durfte sich Terodde doch auch in Düsseldorf wieder in die Torschützenliste eintragen.

Acht Treffer hat er ehemalige Kölner nun für den Berliner Fußball-Zweitligisten erzielt und damit Silvio als besten Torjäger der Köpenicker in 2011/12 abgelöst. Der Brasilianer bringt es derzeit auf sieben Tore. Was beide außer dem Torinstinkt eint: Sie wurden erst zu Saisonbeginn von Neuhaus verpflichtet. Bereits nach einer Spielzeit bilden Terodde und Silvio das Angriffsduo, auf das sich Union verlassen will und kann, wenn es darum geht, die nächste kleine Sprosse auf der Erfolgsleiter der vergangenen Jahre emporzuklimmen.

Endlich geklärte Vertragsverhältnisse

"Tore zu schießen, ist immer wichtig für einen Stürmer. Und momentan läuft es gut für ihn", sagt Silvio. Es passt zum Charakter der Mannschaft, dass der eine dem anderen Angreifer jeden Treffer gönnt. Wohl auch deshalb haben die beiden Protagonisten bislang zumindest "nicht über eine Wette gesprochen", sagte der 27-jährige Südamerikaner: "Ich denke, es ist nicht gut für die Mannschaft, wenn wir ein Duell ausrufen."

In nur wenigen Monaten haben es die beiden Offensivspieler geschafft, dass man bei Union nicht mehr über den einstigen Publikumsliebling Karim Benyamina spricht, der zu Saisonbeginn zum FSV Frankfurt wechselte, weil man ihn in Köpenick nicht mehr haben wollte. Auch Halil Savran (in der Winterpause zu Erzgebirge Aue) – ohnehin nie in der Position, einen Stammplatz bei Union für sich beanspruchen zu können – oder John Jairo Mosquera (im Februar nach China) sind angesichts der neuen Treffsicherheit Teroddes längst vergessen. Seit Wochen zeigt die Leistungskurve des 24-Jährigen stetig nach oben. Und es scheint, als ob der Aufwärtstrend des Unioners durch den jüngst unterzeichneten Vertrag bis Sommer 2015 noch einmal einen Schub bekommen hat.

Terodde selbst wiegelt ab. "Ich habe ja auch schon vorher getroffen", sagte der 1,92-Meter-Mann. Wohl wahr. Doch die endlich geklärten Vertragsverhältnisse – Terodde war zunächst nur bis zum Sommer vom abstiegsbedrohten Bundesligisten 1. FC Köln ausgeliehen – werden ohne Zweifel dazu beigetragen haben, "dass er seine Ruhe gefunden hat, weil er jetzt genau weiß, wie es weitergeht", erklärte Trainer Neuhaus: "Zu seinem Schaden war dies sicherlich nicht." Terodde jedenfalls gehört die Rückrunde, was das Torschießen anbelangt, denn seine Treffer schoss er alle in der zweiten Saisonhälfte. "Nachdem es zu Saisonbeginn noch nicht ganz rund lief, konnte ich inzwischen einige Tore zum Erfolg der Mannschaft beisteuern", sagte Terodde. Silvio war dagegen vor allem in der Hinrunde umjubelter Held der Fans, unvergessen sein "Tor des Monats" beim 4:1 gegen Ingolstadt im September 2011.

Ostderbys bringen die Entscheidung

Der Showdown für Unions Sturmduo könnte jedenfalls emotionaler kaum sein. Denn zum Abschluss der Saison warten auf Union noch die Ostderbys gegen Hansa Rostock (Sonntag, 13.30 Uhr, Alte Försterei) und bei Energie Cottbus (6. Mai, 13.30 Uhr). Und Silvio hat gerade rechtzeitig seine Knöchelverletzung auskuriert, gegen Düsseldorf reichte es für ihn schon wieder zu einem Teileinsatz. Wer also holt sich nun Unions Torjäger-Kanone – Simon Terodde, der wuchtige Stürmer, der in des Gegners Strafraum immer vollen Körpereinsatz bringt? Oder doch Silvio, der auch vom Elfmeterpunkt die Ruhe weg hat? Der Brasilianer gibt sich kämpferisch: "Wenn ich spiele, will ich auch mein Tor schießen." Muss er auch, denn sein Teamkollege hat mit dem Treffer am Sonntag in Düsseldorf die Messlatte höher gelegt.

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