21.04.12

Zweite Liga

Neuhaus macht Union fit für die Bundesliga

Jubiläum in Düsseldorf: Uwe Neuhaus steht zum 100. Mal als Zweitliga-Trainer der Köpenicker an der Seitenlinie.

Von Michael Färber
Foto: picture alliance
Erzgebirge Aue - Union Berlin 1:1
Erfolgsbesessen: Uwe Neuhaus ist seit 2007 Trainer des 1. FC Union. Sein Vertrag wurde im vergangenen Herbst bis 2014 verlängert

Ein wenig verwundert schaut er schon drein, als er darauf angesprochen wird. Und fast ungläubig fragt Uwe Neuhaus nach: "Warum soll das ein besonderes Spiel sein?" Tatsächlich mutet die Partie des 1. FC Union am Sonntag bei Fortuna Düsseldorf (13.30 Uhr, Sky live) zunächst wie eine ganz normale Begegnung in der Zweiten Liga an. Siebter gegen Vierter – was soll daran außergewöhnlich sein? Doch es ist auch die 100. Partie, die Neuhaus im Bundesliga-Unterhaus als Trainer der Unioner an der Seitenlinie verantworten wird. Und dies darf im schnelllebigen Geschäft Profifußball durchaus als etwas nicht Alltägliches angesehen werden.

"Das ist irgendwo eine Zahl, die rund ist, mehr aber auch nicht. Das ist so wie bei meinem 50. Geburtstag – na ja, nicht ganz, weil ich den gefeiert habe", erklärte Neuhaus: "Aber nur, weil mich alle dazu gedrängt haben, nicht aus eigenem Antrieb." Der Umgang des Union-Trainers mit seinem Jubiläum kann sinnbildlich als eines der Puzzleteile für die erfolgreiche Arbeit stehen, die der 52-Jährige seit inzwischen fast drei Profi-Spielzeiten in Köpenick leistet. Die er auch zuvor schon mit Union in der Regional- und Dritten Liga abgeliefert hat. Immer steht das gesamte Team im Vordergrund, selten ein einzelner Akteur, sei es auf dem Platz oder auch daneben. Eine Maxime, mit der Neuhaus aus dem ersten Drittliga-Meister 2009 einen gestandenen Zweitligisten geformt hat. Und mit der er den Klub fit machen will für die Bundesliga.

Noch nie war ein Trainer enger mit der Entwicklung des Köpenicker Klubs verbunden als Neuhaus. Allenfalls Georgi Wassilew, Unions erster Zweitliga-Aufstiegstrainer, kann da noch mithalten. Dennoch brachte es der Bulgare nur auf 42 Profispiele mit den Eisernen. Neuhaus hingegen, dessen Vertrag erst im Herbst bis Sommer 2014 verlängert wurde, hat noch längst nicht fertig. Und er gibt mit Blick auf das Duell in Düsseldorf auch gleich einen weiteren Aspekt für den kontinuierlichen Aufschwung seines Klubs preis: "Wir orientieren uns nur an uns selber und haben unsere Ziele von Jahr zu Jahr ausgegeben." Diese sind dann auch stets erfüllt worden. In den ersten beiden Jahren wurde der Klassenerhalt geschafft, diese Saison ist Union der angestrebte einstellige Tabellenplatz nicht mehr zu nehmen. Und auch von den Strukturen und den finanziellen Voraussetzungen her "kann man sich nicht mit anderen Vereinen vergleichen", sagte der Union-Trainer. Mit den vorhandenen Mitteln durch akribische Arbeit das Maximale herausholen – das ist die Welt des Uwe Neuhaus.

Geglücktes Vorhaben

So wurde die Qualität der Mannschaft Schritt für Schritt erhöht. Dabei schreckte der Coach auch vor unpopulären Maßnahmen nicht zurück, wie die Trennung von Publikumsliebling Karim Benyamina im vergangenen Sommer bewiesen hat. Die zwischenzeitliche Rückstufung des langjährigen Stammtorwarts Jan Glinker zur Nummer zwei gehört ebenso dazu. Oder auch die Trennung vom damaligen Sportdirektor der erst unter Neuhaus eingeführten Lizenzspielerabteilung, Christian Beeck, zum Ende der Saison 2010/11. Nicht umsonst ist Union-Präsident Dirk Zingler überzeugt, dass Neuhaus "als Mensch einfach zu uns passt, als Trainer die Mannschaft Schritt für Schritt voranbringt und auch schwierige Phasen meistern kann". Wie zum Beispiel den Herbst 2010, in dem Union in akuter Abstiegsgefahr schwebte.

Der Weg, den Neuhaus mit Union eingeschlagen hat, ist klar vorgezeichnet. So soll nicht nur die Scouting- und Analyseabteilung, die dank des von Neuhaus nach dem Aufstieg geholten Sportökonomen Daniel Stenz inzwischen höchsten Profianforderungen genügt, Bundesliga-Reife erhalten. Auch das kickende Personal soll in nicht allzu ferner Zukunft um die Aufstiegsplätze mitspielen können.

"Ich will eine Mentalität entwickeln, einen Teamspirit, der auf das Spiel am Wochenende übergeht." Mit diesem Statement war Uwe Neuhaus 2007 beim1. FC Union angetreten, den damaligen Regionalligisten zu höheren Weihen zu führen. 100 Zweitliga-Spiele später bleibt festzuhalten, dass das Vorhaben bislang geglückt ist.

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