1. FC Union
Verteidiger Pfertzel sieht Rückkehr Kopplins entspannt
Schon einmal wurde Marc Pfertzel von Björn Kopplin verdrängt. Trotzdem freut sich der Verteidiger vom 1. FC Union auf den Konkurrenzkampf.
Marc Pfertzel macht einen entspannten Eindruck. Die Vormittagseinheit, die die Fußball-Profis des 1. FC Union am Donnerstag absolvierten, war mit ihrer Mischung aus Stabilisierungseinheit und leichten Zweikampfübungen ohnehin keine der intensivsten. Selbst die Verpflichtung von Björn Kopplin für die neue Saison hat beim Verteidiger des Berliner Fußball-Zweitligisten kaum Spuren hinterlassen. Dabei wird es der 23-jährige Noch-Bochumer sein, der in der Spielzeit 2012/13 mit Pfertzel um die Position auf der rechten Seite konkurrieren wird.
"Ich freue mich für ihn, weil er von Union kommt. Für ihn und seine Mutter, die ja hier bei Union arbeitet, ist das sehr erfreulich", sagte Pfertzel. Als Franzose weiß er nur zu genau, wie es ist, "wenn man weiter weg von seiner Heimat spielt". Auch dass die sportliche Leitung unter Trainer Uwe Neuhaus damit den Wettbewerb um den Stammplatz rechts in der Viererabwehrkette vergrößern wird, nimmt er professionell hin – ihm bleibt ja auch keine andere Wahl. "Im Fußball gibt es immer Konkurrenzkampf, das ist auch gut für uns", sagt Pfertzel: "Wenn man das nicht akzeptieren kann, dann muss man sich eine andere Sportart suchen wie zum Beispiel Tennis, wo man alleine spielt."
Dennoch ist die Vorgeschichte der beiden Profis keine alltägliche. Kopplin, der bei Union als Sechsjähriger begann und dessen Mutter Susanne immer noch für den Nachwuchs der Köpenicker tätig ist, wechselte 2010 von der Jugend des FC Bayern zum VfL Bochum. Rechtsverteidiger dort seinerzeit: Marc Pfertzel. Ein halbes Jahr später hatte der Berliner, der im Sommer 2008 mit der deutschen U19-Auswahl Europameister wurde, Pfertzel bereits verdrängt. Dieser "flüchtete" daraufhin im Januar 2011 nach Griechenland zu AO Kavala.
"In Bochum war die Situation aber eine ganz andere", erinnert sich der 30-Jährige. Wegen einer anstehenden Vertragsverlängerung gab es Probleme, "außerdem war ich verletzt und habe dann gar keine Rolle mehr in Bochum gespielt. Deswegen wollte ich damals im Januar auch unbedingt weg." Die Entscheidung hat er nicht bereut, auch wenn es ein wenig gedauert hat, bis er sich bei den Köpenicker Kickern etabliert hat. "Ich nehme die Situation ganz locker", erzählt Pfertzel. Denn: "Ich fühle mich wohl bei Union und bin auch mit meiner Saison zufrieden."
Doch Kopplin ("Nach sehr lehrreichen Jahren beim FC Bayern und in Bochum geht es nun für mich zurück nach Hause") wird nicht kommen, um sich auf die Ersatzbank zu setzen. Das weiß auch Pfertzel und gibt sich kämpferisch: "Ich habe keine Angst. Und ich glaube, Kopplin auch nicht." Marc Pfertzel sagte diese Worte ganz entspannt.
Am Donnerstag erhielt Union die Lizenz für das Zweitliga-Jahr 2012/13. Die Spielberechtigung durch die DFL gab es zum vierten Mal in Folge ohne Bedingungen.















